Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
579
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chen fürchteten ſich in den Garten oder an den Zäu⸗ nen hin zu zehen und einige alte Weiber mit Krücken ſtanden auf der Straße und deuteten flüſternd nach dem Walde hin, denn ſie meinten, der Böſe habe ihn geholt.

Nach der Kirche kam der Amtmann gefahren. Er ſtieg aber nicht beim Schöppen ab, ſondern beim Paſtor. Vor der Thür begrüßte er dieſen ganz ehr⸗ erbietig, begleitete ihn in ſeine Stube und blieb lange darin.

Dorthin kam auch der Schöppe und ſagte, es ſei ein Drängen vor ſeinem Hauſe, wie man es noch niemals geſehen hätte. In der Stube könne kein Apfel zur Erde und vor der Thür ſtrömte immer mehr Volk zuſammen. Es bliebe Niemand zu Hauſe, ſelbſt die älteſten Auszügler und die Weiber kämen herbei. Zugleich gab er den Rath, die Leute in die Pfingſt⸗ bude hineinzuführen vor das Dorf, da ſei Platz für ſechs Dörfer.

Der Vorſchlag ward angenommen, und die Män⸗ ner begaben ſich ſogleich vor das Haus des Schöppen und eröffneten den Zug. Voran ging der Amtmann mit zwei Actuaren hinter ſich, neben ihm gingen der Gemeindevorſtand und der Paſtor. Dahinter folgte der Richter mit dem ganzen Gemeinderathe, dann kam die lange Reihe der verheiratheten Männer, und den Beſchluß machten die Bauernſöhne, die über zwan⸗

Jahre waren. Alle Uebrigen mußten zu Hauſe

Kiben, ſo war es des Amtmanns Wille. Als der Zug in der Pfingſthalle ankam, beſtieg der Amtmann das Orcheſter, welches nur ein paar Fuß über dem Fußboden erhöht war, und an ſeiner Seite nahmen Alle Platz, die zur Dorfobrigkeit und zum Gericht gehörten. Nur den Dorfrichter bedeutete der Amt⸗ mann neben dem Orcheſter auf einer Bank Platz zu nehmen, weil gegen ihn eine Klage vorliege.

Nun eröffnete der Amtmann das Gericht mit einer ſchlichten, herzlichen Rede, in der er die Ge⸗ meinde begrüßte und ihr die völlige Freiſprechung des Paſtors und Walther's verkündigte. Da die An⸗

klage nur von einigen Böswilligen ausgegangen ſei,

ſo müſſe dieſe Freiſprechung eine Genugthuung für das ganze Dorf ſein. Hierauf ſprach er ſeine Hoch⸗ achtung gegen die beiden unſchuldig Verklagten aus und reichte Jedem zum Zeichen ſeiner beſondern Freundſchaft die Hand. Nach einer kleinen Pauſe ſprach er von dem ſchlechten Rufe, in dem das Dorf ſtehe, und fragte den Schöppen und den Gemeinderath, ob ſie nichts davon gewußt hätten.

Der Schöppe erklärte, daß ihnen die Sache gro⸗ ßes Leidweſen verurſacht habe, daß ſie aber nichts hätten ändern können, weil der Richter nicht nur

Vierte

Folge.

nichts zur Anzeige gebracht, ſondern die Schuldigen ſogar in Schutz genommen habe.

Der Amtmann nannte hierauf eine Menge von Geſetzwidrigkeiten, die im Laufe der Unterſuchung an's Licht gekommen ſeien, und erklärte, daß der Rich⸗ ter deshalb in Anklageſtand verſetzt werden würde, weil er ſie nicht zur Anzeige gebracht habe. Zugleich verlangte er, daß alsbald ein neuer Richter gewählt würde.

Man entſchied ſich faſt einſtimmig für den Bauern⸗ lange aus dem Hinterdorfe, des Langen⸗Auguſts Vater. Da das Amt ihn als einen ehrbaren geraden Mann kannte, ſo ward er ſofort beſtätigt.

Der abgeſetzte Richter ſaß zuſammengeſunken da und ſtarrte auf die Erde.

Dann forderte der Amtmann eine Erklärung der Gemeinde, daß ſie ſich künftig ſtreng auf dem Wege des Geſetzes und der Ordnung halten wollte.

Der Schmied ſtand auf. Er mußte reden; es ließ ihm keine Ruhe. Im Namen der Gemeinde ge⸗ lobte er vor Gott und Obrigkeit, daß der Unfug aufhören müſſe. Es gebe zwar noch wilde Rotten und rohes Volk genug im Dorfe, aber nun Lange Richter ſei, würden ſie ſich wohl hüten, damit zu prahlen. In kräftigen Ausdrücken ſchmähte er nun auf Spiel, Trunk und Schlägerei. Und da er aus der Jacke eines naheſtehenden Bauern eine Karte her⸗ vorgucken ſah, riß er ſie heraus und trat ſie mit Füßen.

Es wird ſchon beſſer, Herr Amtmann, ſagte er,wir haben einen Geſangverein, dabei geht es ganz ordentlich her. Leute, rief er,ich ſage, nun Bauernlange Richter iſt, ſoll's eine Lüge ſein, daß es in Neubruch Säufer und Spieler giebt. Der Bar⸗ thel hat uns verſchimpfirt. Nun er nicht mehr hetzt, giebt's nur ordentliche Leute im Dorfe. Hab ich Recht?

Ein volles begeiſtertesJa ſchallte durch die weite Halle des Saales, und die jungen Leute hoben zur Bekräftigung die Hand wie zum Schwure. Das gefiel dem Amtmann wohl. Wieder eine Pauſe! Mit ernſter feierlicher Stimme kam der Amtmann auf Barthel's Todtſchlag. Die Burſchen wurden ver⸗ hört, die Zeugen geweſen waren. Der Gottlieb wollte vomdürren Reis anfangen, aber der Bött⸗ cher ſtieß ihn in die Seite, daß er ſchwieg. Dann mußten alle feierlich bezeugen und zu Protokoll geben, daß ſie nichts wüßten von Barthel's Aufenthalt. Als der Letzte unterſchrieben hatte, tönte ein Schuß vom Dorfe herüber.

Während die Männer und die erwachſenen jun⸗ gen Leute in der Pfingſthalle zum Gericht verſammelt