Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
574
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Novellen⸗Zeitung.

den, daß er plötzlich zwei Goldſtücke hervorholte, auf- Bände getroſt die beſte Edition über den Nordweſten

ſprang, wie wahnſinnig unter die Frauen lief und jeder von zwei Tänzerinnen einen Napoleon mit dem

Afrika's nennen kann. Sie werden Epoche in der Geſchichte der Wiſſenſchaft machen und haben bereits

Speichel ſeines Mundes auf die Stirne klebte. Dies angefangen, dies zu thun.

war eine echt arabiſche Galanterie, die ich ſeitdem noch oft zu ſehen bekommen ſollte. Freilich klebt man nicht immer Goldſtücke auf die Stirne der Schönen.

Wenn man ſolche Schilderungen mit denen an⸗ derer ebenſo wiſſenſchaftlicher Schriftſteller vergleicht, ſo wird jeder Unbefangene finden, daß eine ſehr an⸗ genehme Lesbarkeit zu Gunſten dieſes Werkes ſpricht.

Maltzan fand herrliche, ſehr erhabene Natur⸗

ſeenerien, die er mit Begeiſterung beſchreibt. Sein archäologiſches Forſchen iſt daneben ſehr gründlich, und ſein Trieb, noch Unbekanntes kennen zu lernen, hat ihn viele Opfer, auch pecuniäre, gekoſtet und iſt

mit ſo reichem Erfolg belohnt, daß man ſeine vier

Im tropiſchen Urwalde.

Der bekannte Verfaſſer von der Weltumſegelung der Novara giebt in ſeinem ſoeben erſchienenen Skizzenbuch aus Natur⸗ und Völkerleben im tropiſchen Amerika viele ſehr lesbare Schilderungen jener Gegenden, die ſtets wie eine Fata Morgana vor der Phantaſie des Europäers ſchweben.

Wir kommen auf das Werk ſelbſt zurück und laſſen hier gern eine Skizze des centralamerikaniſchen Urwaldes in Be⸗ zug auf Thier⸗ und Pflanzenreich folgen.

Unvergeßlich, ſagt der Verfaſſer, ſind uns die erſten Ein⸗ drücke der Tropenphyſiognomie während unſres Nomaden⸗ lebens am Sarapiquifluß im Staate Coſta Rica geblieben Der Naturcharakter in der Flora wie in der Fauna tritt hi ſtellenweiſe in einer Großartigkeit auf, welche faſt die P taſie zu überwältigen droht. Hier, in einer einſamenal ſelten von Menſchen betretenen Wildniß ſiehr der Luft und auf dem Waſſer ein eigenthümli derbares Zuſammentreffen der ſchönſten wiend lichſten Geſchöpfe der heißen Zone. Prächtige M lachroth, mit blau und gelben Schwungfeder mit Rieſenſchnäbeln, ebenſo buntſcheckig grotesk in der Form, wiegen ſich ſchreien Palmenkronen, an deren ſchwanken, gefiederten Blättern der gelbſchwänzige Montezuma-Vogel(Cassicus Montezuma) ſein beutelförmiges, kunſtvolles Hängeneſt geknüpft hat. Wunderſchöne, buntgeringelte Korallenſchlangen, ſo giftig daß ihr Biß in wenigen Minuten tödtet, ſonnen ſich unter den Büſchen, auf welchen behelmte Rieſen⸗Iguane nach glän⸗ zenden Inſecten haſchen. Ganz in der Nähe dieſer verſchie⸗ denen Uferbewohner treiben auf dem Fluſſe ruhig ſchwimmend die grauen Krokodile. Sie erreichen in Central⸗Amerika nicht ganz die furchtbare Größe des Nil⸗Krokodils. Man be⸗ ſucht ſelten die Mündung dieſes Fluſſes, ohne daß man meh⸗ rere dieſer häßlichen Saurier⸗Koloſſe, deren ſchuppiger Rücken

Unter den ganz neuen Ergebniſſen vom höchſten Intereſſe nenne ich Ihnen unter Anderem die Scene⸗ rien aus Marokko...

Der Freiherr von Maltzan führte es nämlich durch hartnäckige Liſt und bei größter Lebensgefahr durch, ſich nicht blos in den marokkaniſchen Landen, ſondern in der Hauptſtadt Marokko ſelbſt umzuſehen, in dieſem Orte des Europäerhaſſes und des blutigen religiöſen Fanatismus, in welchem jeder eindringende Europäer ohne Gnade getödtet wird. Die Cultur⸗ verhältniſſe dieſer Landſtriche befinden ſich in einem Zuſtande, von dem der gebildete Leſer nur durch ſo lebendig feſſelnde Federzeichnungen einen Begriff be⸗ kommen kann..

Feuilleton.

ſeinige Zoll über dem Waſſer ragt, erblickt, ebenſo häufig wie die Rückenfloſſen der großen Haifiſche, welche mit der Fluth zu Hunderten in das Flußbett hineinſchwimmen und über die Wellen der Brandung hervorragen. Man fürchtet die Haie ungleich mehr als die feigen Krokodile, welche nur höchſt ſelten Menſchen angreifen, während jeder Schiffer, deſſen Boot die Wogen der Brandung umſchlagen, gewöhnlich im nächſten Augenblicke ſchon dem Rachen des Hais verfällt, der ihn hie ieder ſo ſchonungsvoll unverletzt ausſpeit, wie iſchen Propheten.

n wagen ſich hier ſelten an die Ufer. auf den kleinen Sandinſeln des Rio⸗ 3 Naht die Mittagsſchwüle, ſo igen chwerfällig aus dem Waſſer und ſtrecken ſich träge f den warmen Sand hin. Zu Dutzenden ſahen wir ſie hier auf den Inſeln, ſelbſt ganz nahe an der Hütte eines dort wohnenden Fiſchers. Sie haben einen ſehr leichten Schlaf, ſind felbſt jin der Ruhe wachſam, und fliehen augenblicklich in das Waſſer, wenn ein Kahn ſich nähert. Hoch über die⸗ ſen ſcheußlichen Ungeheuern des feuchten Elements ſchwingen ſich die edleren Räuber des großen Thierreiches: Flußadler, weiße und ſchwarzgefleckte Falken, Pelikane, graue Möven, Tantalusarten, rothe Ibiſſe und Silberreiher. Sie ſuchen von der feuchten Beute zu haſchen, was ihnen jene großen Freſſer übrig gelaſſen.

Auch zur Beobachtung des Thierlebens im tropiſchen Walde ſind die Morgenſtunden an günſtigſten. Das Stim⸗ men⸗Concert iſt beim Erſcheinen am lauteſten und tönereich⸗ ſten, dabei aber freilich auch ſehr unharmoniſch. Zu ande⸗ ren Tagesſtunden iſt die eine oder die andere Thierſtimme vorherrſchend. Die verſchiedenen Virtuoſen und Redner des Urwaldes laſſen ſich dann gerne gegenſeitig zu Worte kommen. Papageien und Cicaden ſchweigen oft, wenn die Spottdroſſel oder der Cilgero ſingt. In der erſten Frühe

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bald der Lyra, b liblicher als der nendinviſchen. Die lärmen Tropen ſind aber Feeiheitcenſor der Gefangenſch egel nur auf d Rraſhuſt ne ſie noc 1

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