Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
575
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aber aber will faſt jeder Vogel und jedes ſtimmbegabte In⸗ ſect mitmuſiciren und durch die lauteſten Töne, welche die Kehle hervorzubringen vermag, die Freude am Licht und die Luſt am Daſein kundgeben.

Der gewaltigſte Redner der niedern Waldregionen, wel⸗ cher alle Concurrenten überſchreit, iſt der Congo, ein Brüll⸗ affe der Gattung Mycetes, deſſen knöcherne Trommel am Zungenbein ſeiner Stimme eine ſolche Stärke giebt, daß ſie meilenweit durch die Wälder hallt. Wenn ein Paar ſolcher Congos zuſammenheulen, dann hört man einige Minuten lang von andern Thierſtimmen wenig oder nichts. Selbſt das mordluſtige Gebrüll der Pumas und Jaguare und der unheimlich wiehernde Baßton des Alligators ſind matt neben der Grundgewalt dieſes fürchterlichen Congobaſſes. Merk würdiger Weiſe fehlt dieſe Affenart, die in den öſtlichen Wäl⸗ dern Centralamerikas ſo häufig iſt, den meiſten Gegenden am ſtillen Ocean. Der Congo(deſſen Stimme dem Neu⸗ ling im tropiſchen Urwalde ſo ſtarken Schrecken einflößt, weil er ſie irrig für das Gebrüll irgend eines gefährlichen Raub⸗ thiers hält) iſt übrigens ein ganz harmloſer Quadrumane, der es mit ſeinem ſchreckenerregenden Gebrüll gar nicht ſo böſe meint und oft die verſchiedenſten Empfindungen ſeiner Thierſeele, Lebensluſt, Appetit, Gewitterfurcht und ſelbſt heißen Liebesdrang und zartes Sehnen, mittelſt der Töne ſei⸗ ner knöchernen Halstrommel ausdrücken will. Dieſem Wald⸗ baſſiſten mit der Donnerſtimme iſt nun einmal von der Na⸗

tur nicht gegönnt, zarte Herzensregungen mit ſanften Lauten kundzugeben; mag er der Gattin aus hoher Palmenkrone nun 5 9

zärtliche Worte zuflüſtern, oder vor Eiferſucht halblaut ſeuf⸗ zen wollen, immer muß er dabei laut genug brüllen, daß es alle Nachbarn deutlich hören.

Wie der reichſte Paraſitenſchmuck der Bäume nicht der eigentlichen heißen Region des Küſtenſtriches, fondern den

mittleren Stufen der Cordilleras eigen, ſo findet man auch

die größte Pracht des Gefieders und die lieblichſte Melodie des Geſanges nur in den Gebirgsgegenden von 5 7000 Fuß Meereshöhe, wo Hitze wie Kälte unbekannte Plagen ſind und die Milde eines immerwährenden Frühlings herrſcht. Hier zeigen die Trochilus⸗Arten den reichſten Demantſchim⸗ mer, hier wohnt auch im Hochlande von Guatemala der Queſal oder Incavogel(Trogon resplendens), vielleicht der ſchönſte Vogel der neuen Welt, der mit dem reichen Metall⸗ glanz die zierlichſte Form der Flügeldeckfedern und des Schweifes verbindet, und auf dieſen Schmuck ſo ſtolz iſt, daß er, wie die indianiſchen Jäger verſichern, nach dem zufälligen Verluſt des Schweifes in tiefe Melancholie verſinkt, ja aus gekränkter Eitelkeit ſich ſogar zu Tode grämen ſoll. Auf derſelben Landeshöhe ſingt auch jene Troglodytenart, die man in Centralamerika Cilgero, in Peru Organiſta nennt. Die Melodien dieſes wunderbaren Vogels ſind nicht ſo umfang⸗ reich und kräftig wie die der bekannten Spottdroſſel(Turdus polyglottus), welche ein Bewohner derſelben Region iſt, aber von unnennbarem Wohllaute. Die Cilgero⸗Stimme ſcheint bald der Lyra, bald der Flöte ähnlich und iſt unvergleichbar

ſkandinaviſchen Buchenhainen. Die lärmendſten, fröhlichſten und geſelligſten Vögel der

Tropen ſind aber unſtreitig die Papageien, welche ſich in der

Freiheit ebenſo vorſichtig und menſchenſcheu zeigen, als ſie in der Gefangenſchaft zutraulich werden. Sie laſſen ſich in der Regel nur auf den höchſten Baumwipfeln nieder, wo ſie dem Gegen den Jäger lind ſie noch ſcheuer und ſchlauer als unſere Raben. Das

berührt. kleinſten aller Vogelgattungen iſt es aufgetragen, oft die Ver⸗

Folge. 575 Merkwürdigſte an ihnen war uns ihre unverſiechbare Plauder⸗ luſt; gleichviel ob ſie fliegen, klettern oder ſitzen, ihr Schna⸗ bel bleibt nie ſtill. Immer haben ſie zu reden und zu er⸗ zählen, zu jubeln oder zu zanken. Rührend iſt die eheliche Liebe und Treue, auch wenn das Papageimännchen für meh⸗ rere Weibchen zu ſorgen hat. Bekannt iſt dieſe Liebe bei den ſogenanntenUnzertrennlichen. Neu war ſie uns an den größeren Vögeln dieſer Gattung. Selbſt die großen prachtvollen Araſſe trotzen aus Verzweiflung dem Tode, und das Männchen kommt gegen den Jäger herabgeflogen, und ſetzt ſich klagend oder mit wüthendem Geſchrei auf den näch⸗ ſten Buſch, wenn ſein Weibchen durch einen Schuß getödtet oder ſelbſt flügellahm geſchoſſen worden iſt. An Farben⸗ pracht werden dieſe bunten Pſittacinen, welchen in der war⸗ men Region der Tierrascalientes am wohlſten iſt, von den Ampeliden und Trogonarten und beſonders von den kleinen

Nectarinen und Trochileen übertroffen. Das Erſcheinen des

Colibri mit pfeilſchnellem Fluge iſt oft wie ein farbiger Blitz oder wie ein Feuerſtrahl. Nur an den Blumen verweilt er ſchwebend und ſummend, wobei ſeine Flügelchen wie ein Feuerrädchen ſich bewegen.

In Nord⸗Amerika kennt man nur den grünſchillernden Colibri(Trochilus colubris), deſſen alte Männchen noch eine Rubinkehle tragen, während die Jugend dieſen Schmuck entbehrt.

An die Erſcheinungen und die Lebensgewohnheiten die⸗ ſes Vögelchens knüpfte die Natur ein eigenthümlich zartes Verhältniß zur Pflanzenwelt. Der Colibri iſt, wie gewiſſe Inſecten, beſonders Cetonien und Hymenopteren, der Ver⸗ mittler von Blumenehen. Der Bau vieler Blüthen hat be⸗ kanntlich das Eigene, daß der Antherenſtaub nicht leicht auf das Piſtill gelangt, was zur Befruchtung der Blüthe uner⸗ läßlich iſt. Ziemlich viele Gewächſe dieſer Zone, darunter manche von den ſchönſten Formen der Monocotyledonen, ſind getrennten Geſchlechtes. Wie manche iſolirte weibliche Palme müßte ohne den Colibri einſam und unfruchtbar ihr Leben vertrauern! Den Antherenſtaub, den ihre Blüthe be⸗ darf, jagt ihr kein freundlicher Luftzug durch das Netz der

Lianen zu. Aber der Colibri, der ſich wie ein Pfeil von ei⸗ ner Palmenkrone zur andern huuat durch alle grüne Netze und Gitter ſchlüpft, bringt ihr den erſehnten Blumen⸗ ſtaub, indem er den Kopf tief in die Blüthe ſenkt, und mit

Flügelchen und mit Schnäbelchen das Stigma des Piſtills

Ein Naturbild von merkwürdiger Poeſie! Der

mäh ung der höchſten Bäume zu vollziehen! Aber freilich thut es dieſer Blumen⸗Amor nicht ſo ganz uneigennützig, und am wenigſtenpour la gloire. Denn ohne ein Du⸗ tzend Küſſe von ſeiner Seite kommt die ſchöne Palmenbraut

dabei nicht weg, und der niedliche Näſcher nippt ihr zugleich

den beſten Nectar von den Blumenlippen weg! Das Erſcheinen der verſchiedenen Thierarten, wie die Laute ihrer Stimmen, ſind an verſchiedene Tageszeiten ge⸗

bunden. Erſtaunend iſt die Regelmäßigkeit, mit welcher jeden lieblicher als der vielgeprieſene Geſang der Nachtigall in den

Morgen und jeden Abend gewiſſe Vögel kommen und ver⸗ ſchwinden, laut wie die Jugend oder ſtumm wie das Grab werden. Während dem Botaniker gewiſſe Blumen als Uhr⸗ zeiger dienen, ſagen die Vogelſtimmen dem Jäger im Walde, was uns in den Städten die Thurmglocke verkündet. Das

lärmende Frühconcert, wo ſo viele Thiere um die Wette heu⸗

len oder ſchreien, ſingen oder trillern, dauert eben nur eine kurze Weile. Später treten die Töne vereinzelter auf.

Manche Sing⸗Cicaden werden erſt laut, wenn die Sonne im

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