Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
572
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572. Novellen⸗Jeitung.

ſelten ſich öffnender Mund uund eine edel gebildete eines eroberten Luxus ſich dem üppigſten Wohlleben griechiſche Naſe, ein zarter leichthin fahler Teint und hingab, um bald den Verfall als ſtrafende Frucht braune Wangen, auf denen die Roſen ſich zu malen zu ernten. Die Erſcheinung der Zweiten ſtach gleich verſchmäht hatten. Der Ausdruck ihres Weſens war auffallend gegen die der Erſten und Letztgenannten ab: ernſt, würdig, ohne kalt oder abſtoßend zu ſein. Ihr eine echte Tochter Ismaels, ein Kind der ſtillen ein⸗ Körper war ſchlank, für ein weibliches Weſen viel⸗ fachgroßartigen Wüſte, ſchien ſie zwiſchen dieſen ſinn⸗ leicht zu muskelkräftig, ihr ganzes Weſen war durch- lichen Genoſſen mehr wie eine hehre Allegorie, wie aus unverweichlicht, ein Bild melancholiſcher Ab- ein Symbol: die Incarnation der islamitiſchen geſchloſſenheit, ein altägyptiſches Sphinxgeſicht auf Idee, die hehre Natur des altſemitiſchen Monotheismus, einem Pallaskörper, der edel und hehr in ſeiner ſeh- jener Religion voll Nüchternheit und melancholiſcher nigen unverweichlichten Magerkeit Bewunderung, wenn Poeſie zugleich, welche die heitere Kunſt des antiken auch vielleicht kein heißeres Gefühl hervorzurufen ge⸗ Heidenthums und die verfeinerte Cultur der moder⸗ eignet war. Dies Weſen war eine echte Tochter der nen Civiliſation gleicher Weiſe verdammt und in Wüſte, Sie hatte ſeit der kurzen Friſt, ſeit welcher ſtolzer Abgeſondertheit, nüchtern und ernſt einem ſie in Algier war, noch nicht Zeit gehabt jene Haupt- einzigen von Ewigkeit voraus beſtimmten Ziele zuſtrebt. ſchönheit der Moresken, die Wohlbeleibtheit, ſich an⸗ Dieſe Damen ſprachen nicht viel, ſondern be zueignen. Sie erinnerte mich lebhaft an jene Verſe gnügten ſich, uns durch die Negerin in den bekann⸗ des arabiſchen Dichters Hariri, in denen er neben ten fingerhutgroßen Täßchen Kaffee reichen zu laſſen. einer dicken Haremsſchönheit Medinas ein leichtfüßi⸗ Während wir dies ſchwarze Waſſer tranken, fuhren ges Beduinenmädchen, die ſchlanke Bewohnerin der ſie ſelbſt fort, den Rauch aus ihren langen Jasmin⸗ luftigen Zelte, ſchildert. holzpfeifen zu ſchlürfen. Zuweilen fiel eine Frage Das Kleeblatt wurde vollendet durch ein Weſen, vom Munde der Zpeiten in gebrochenem Franzöſiſch welches gegen die Vorhergehende den größten Con⸗ oder in der Lingna franca, z. B.toi Français? traſt bildete, das jedoch nach orientaliſchen Begriffen worauf es dann an mir war, in demſelben Jargon zu zweifelsohne die Palme der Schönheit davontrug: antworten:non, moi Allemand. Die Schöne er⸗ eine Wohlbeleibtheit, die zwiſchen üppig und unbe⸗ widerte höflich:bono Allemand. Dann entſtand holfen die Mitte hielt; ein blendend weißer Teint, um wieder Stille. Meine Fortſchritte im Arabiſchen wa⸗ welchen manche Europäerin ſie hätte beneiden können; ren noch zu unbedeutend, um mir zu erlauben, in ſtarkroſige Wangen, wahrſcheinlich ein Product der der Sprache der Moresken ſelbſt etwas zu ſagen. Kunſt, aber von täuſchend nachgeahmter Natürlich⸗ So hob ich denn auch die Sitzung nach Bezah⸗ keit; dazu beinahe blondes, in Wellen ſanft herab lung des Schaugeldes bald auf und verließ, vom gleitendes Haar von außerordentlicher Fülle und Mercure galant geführt, dieſen Tempel der Harem⸗ Länge; wollüſtige, ſchmachtende Augen, welche ſtets pracht. in einem ſchmelzenden Thaue ſchwammen; ein gegen Beim Nachhauſegehen fragte mich der poetiſche ihr volles Antlitz klein erſcheinender Mund, immer Führer, ob ich denn auch ſchonNbitſa geſehen halbgeöffnet und in dem man ein liebendes Spiel hätte. Ich war noch ganz neu in Algier und hatte der roſigen Zunge zwiſchen ihren Perlzähnen erſpähe keine Ahnung davon, wasNbitſa ſein könne. konnte; regelmäßige, nicht unſchöne, doch nach unſe enEs iſt ein mauriſcher Tanz, erklärte Mercure, Begriffen etwas zu ausgefüllte Züge, bildeten ſeinbei dem Sie außer den drei eben beſuchten für Geld Ganzes, welches gewiß würdig geweſen wäre, im gezeigten Damen noch eine Menge anderer ſehen und Harem des Kaiſers von Marokko ſein Glück zu machen. vewundern können. Wenn es Ihnen recht iſt, hole Jede dieſer drei Frauen konnte für ſich als der ich Sie morgen ab, um Sie zur Nbitſa zu führen. Typus einer verſchiedenen beſtimmten Form morgen⸗ Am folgenden Abend ging ich alſo mit dem ländiſcher Weiblichkeit gelten. War die Erſte ein buckligen Götterboten in ein anderes mauriſches Haus, halbes Negerkind, von der Civiliſation nur ober⸗ in welches wir jedoch nicht ohne Schwierigkeit Ein⸗ flächlich beleckt, naiv und noch natürlich, trotz ſeiner laß erhielten. Aber der ambroſiſche Mann hatte ein durch Koketterie ſchon etwas gedämpften Halbwildheit, unfehlbares Mittel, um ſich alle Thore bei dieſen ſo glich die Dritte einer zu exotiſcher Ueppigkeit auf⸗ Damen zu öffnen. Es war dies ein gewiſſes Blin⸗ geblühten Treibhausblume, das echte Bild des zeln mit dem linken Auge, welches ausſah, als ent⸗ Orients aus jener Epoche ſeiner Geſchichte, da er halte es eine Anweiſung auf meinen Geldbeutel, ſiegreich über den Trümmern unterjochter Nationen welche Anweiſung die für Geld gezeigten Damen von ſeinen Triumphen ausruhte und im Vollgenuß und ihre Freundinnen gierig aufzuſchnappen ſchienen.

ſammen, ſchaft ausmacht Moreske im Ha Mercure ein Du die anſtändige ſo daß die Nbitſc ſieht, dieſe Dam Die übrige und waren, mit und unintereſſan Bückes würdigt in einem pompl Stiefeln. Der dies eingrot eines Stammes den ihm unter liche Ernte, w danſen Wnd in ſeinem Verj Die Nbit Frauen beiſan ſilbergeſtickte 6 und Edelſteine ich urtheilte, d in Schmuck an⸗ ich den Götter Vie kon keinesmgs rei gegenſtände bem W Si feiner jrrſtit ſitz und nicht den Schmutt

und Enden. blicken, iſt da Und wi rinnen leiht? Die M barkeiten für daß derart wäre, obwohl: Die 8