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568 Novellen
Potenz ſteigert ſich einſames Reiſeentzücken am Freun⸗ desarm?— Mir ſcheint, unmeßbar!
Der ſchöne, milde Sommerabend fand uns in Köln. Aus unſern Fenſtern im Hötel Bellevue ſah ich über den belebten dunklen Strom mit ſeinem Wellenrauſchen, über die lichtbeſäete Stadt mit ihrem herübertönenden Menſchengeräuſch ſo wie in den noch lichten Abendhimmel, von dem die ſchönen Umriſſe des mächtigen, prächtigen Doms ſich ſchwach abhoben. Da erklangen hinter mir Gläſer, Licht ſtrömte ins Zimmer; der Kellner brachte Wein und Kerzen und ſtellte ſie vor meinen Freund, der düſter auf dem Sopha lag und ſchweigend den Cigarrenrauch von ſich blies. Schnell ſtürzte er das vom Kellner gefüllte Glas hinab und indem er es neu vollſchenkte, ſah er nach mir herüber, zweifelhaft, mit ſich ſelbſt kämpfend, ob er ſprechen ſolle oder noch ferner ſchweigen. Es wurde das peinlich, und ich begann daher:„Nun, Freund Polenfreund, Du wollteſt mir erzählen, wer oder was Dich von Deiner kaftanbekleideten Schön⸗ heit forttrieb; doch Du zögerſt, und ich fürchte, ich fürchie, H u haſt einen recht dummen Streich gemacht, den Du zu bekennen ſcheuſt.“
„Du haſt Recht und Unrecht, wie immer. Recht darin, daß ich einen recht dummen Streich gemacht, über den ich mich ärgere, der Student im ſchönen Bonn nennt es den moraliſchen Katzenjammer; Unrecht aber haſt Du in allem Uebrigen. Denn ich bin kein Polenfreund, ſondern Polenfeind und um ſo heftiger, je mehr ich Polinnenfreund geworden bin. Dann aber zeugt es von Deinem undankbaren und wenig anhänglichen, alſo echt undeutſchen Gemüth, daß Du über die Gräfin Petrowinska ſpotteſt, die Dir ſtets freundlich geſinnt blieb, und vor Allem iſt es thöricht von Dir, mich zu verhöhnen, da ich doch nur Deinem Beiſpiel folgte, als ich mich um ihre Gunſt bewarb.“
„Weshalb bewarb ich mich denn um ihre Gunſt? Weil ſie trotz ihrer Schönheit die Wenigſtgefährliche von allen Frauen war, da ſie vorgab, äußerſt ſchlecht und wenig deutſch zu ſprechen, und ich ſegne ihr „Ich ver— ſte— he nicht!“» das zuerſt die regel⸗ mäßige Antwort auf jede Anrede bildete; als ſie aber
ſo äußerſt ſchnelle Fortſchritte in der Kenntniß unſrer
theuren Mutterſprache machte, zog ich mich zurück. Folgteſt Du mir?“
„Nein, ich muß der Wahrheit zu Ehren geſtehn, ich fand es viel unterhaltender, als ſie ſagte: Ach, ich verſtehe nur zu gut!⸗“
„Zu gut verſtand ſie? und dies ſagte ſie Dir? Freund, das iſt ein viel umfaſſenderes Bekenntniß, als ich wünſchte. Du weißt, ich liebe nicht, geheim geſchehenes Unrecht zu erfahren. Ich hoffte, es han⸗
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„Zeitung.
delte ſich um einen im Spiel geleerten Beutel, um einen ihürlißt begonnenen Streit, der Dich forttrieb und Deine Mißſtimmung erzeugte. Ein Liebesaben⸗ teuer iſ nicht nur Dein eigenes, es iſt ein fremdes Geheimniß.“
„Ich bitte Dich, predige nicht ſchon Buße vor der Beichte!“ rief L. unwillig.„Ich weiß das alles längſt, und weil ich es weiß, war ich ſo lange ſchwan⸗ kend, ob ich es Dir vertrauen dürfe, ob nicht. Jetzt bin ich entſchloſſen. rathen. ſo heftig und reſultatlos in mir, daß ich mich an Deinen ruhigen und klaren Geiſt wende: Was ſoll ich thun?“
„Willſt Du wirklich meinen Rath befolgen, und iſt es nicht überhaupt zu ſpät mit allem Rathen? Dann verzeihe mir, alter Freund, ich hege eigentlich den kleinen Verdacht: Du wolleſt nur in der Wieder⸗ erzählung Deiner ſüßen Stunden ſchwelgen. Ich glaube, das iſt eine Schwäche aller glücklichen Eroberer.“
„Nein, diesmal haſt Du Unrecht, ich brauche wirklich Deinen Rath und will ihn genau befolgen.“
„Dann gieb mir die Flaſche her und ſprich aus. Deiner Wolke. Ich horche.“
Laukheim begann:
„Obgleich ich während der letzten Zeit unſeres gemeinſamen Aufenthalts in Lippſpringe mich vor Dir verſchloß, weil die erwachende, ſchnell wachſende Leidenſchaft jede Ueberzeugung niederdrückte und er⸗ ſtickte, und Dein damals von mir nicht begehrter Rath zdie Verſuchung zu fliehen“ mich nur beläſtigte, ohne doch meine Widerſtandsfähigkeit zu ſtärken, wirſt Du doch wohl auch ohne mein ausführliches Bekennt⸗ niß gefühlt und erkannt haben, daß die freundſchaftliche Zuneigung für Louiſe, die Gräfin Petrowinska, bereits in Liebe und Liebeswerbung übergegangen war.“
„Ich rieth dem Grafen, er ſolle ſeine Reiſe nach Oſtende beſchleunigen und ſeine Gemahlin mitnehmen.“
„Er mußte allein reiſen an dem folgenden Tage nach Deiner Abreiſe. Du befreiteſt mich dadurch von einem eiferſüchtigen Ehemann und von Dir, das heißt in dieſem Fall von einem überwachenden und gern geſehenen Nebenbuhler. Aufrichtig geſagt aber, ich glaube der Graf ſteckt tief in den politiſchen Ver⸗ ſchwörungen, und das war d, was ihn nach Oſtende trieb, und nicht Dein Rath.
Das glaube ich nicht nur, das weiß ich ganz gewiß, aber trotz dem hätte er ſeine Frau mitneh⸗ men ſollen.“
„Er that es nun aber nicht, und ich übernahm gänzlich das Amt des Ganymed in der Trinkhalle, das ich ſchon während Deiner Anweſenheit ſo oft hatte
.
Du mußt mich anhören und mir Liebe und Haß, Reue und Sehnſucht kämpfen
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das Nahgefühl wird aber zur d in dichtem Kreiſ keine Bewegung Das Mißgeſchick der Halle, und! dem zitternden 2 führen erkaunte, chem Maße lit köſtlich und ſo die Liebe bietet „Du führt die anderen De „Sie war und Jeder meit gebotene Pflicht meiler uweit! J Arms! Ich fül Schrittes, das! allein iſt der 5 und Tod „Aber du „Die Klei Bades machte üunn gerade „Darauf „Doch de Der dritte Al eine Löſung; Halle in mein mir eine winge Viujt It


