Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
548
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Nonellen⸗Zeilung

ſcheiden, die ja die erſte iſt von den hübſchen Neu⸗ friedlich iſt, aber es iſt etwas werth, ſich das Mäd⸗ brucher Frauen und die wichtigſte Perſon im Dorfe, ſchen aus den Dornen zu holen. Biſt doch nicht böſe, wenn ihr Mann nicht da iſt. daß ich gekommen bin?

Das war ein Gekicher und ein Gegröhle, aber VJa, doch böſe, ſagte das Mädchen,Barthel nach einigen Rippenſtößen ihrer Nachbarinnen gur⸗ iſt mein Verlobter, und ich möchte nicht, daß er zu gelte die runde Schöppensfrau doch den wichtigen einer Dummheit fortgeriſſen würde.

Entſcheid hervor: Walther ließ ihre Hand los. Die Kunde war Wer eher kommt, mahlt eher. Ich dächte, wer ihm neu und machte ihm das Blut erſtarren. den Tanz zuerſt beſtellt hat, der ſoll ihn auch zuerſtBarthel der Verlobte meiner Roſel? flüſterte bezahlen. er bleich und tonlos. Gut, ſagte Walther, den Muſikanten zunickend,Der Vater will es! und dieſe, die zum Verwalter hielten, zögerten nichtUnd Du, meine Roſel? aufzuſpielen.Ich muß. Sie waren an der Reihe. Wie⸗

Barthel mußte zurücktreten. Er fluchte vor ſich der ſank ſie an ſeine Bruſt, wieder fühlte er ihren hin und ging aus dem Saale. Hauch und den Schlag ihres Herzens, aber es war

Walther war voller Freuden. Er glaubte ſeinen als wollte ſie ſterben in ſeinen Armen. Als ſie wie⸗ nächſten Zweck erreicht und den Barthel iſolirt zu der ſtill ſtanden, ſprach er leiſe zu ihr:

haben. In dieſer glücklichen Stimmung ging er aufRoſel, ſo muß ich wohl heute Abſchied nehmen Roſel zu und bat ſie um einen Tanz. Es ſchwin- von Dir auf ewig? delte ihr faſt, als er ſie anredete, aber ſie vermochte Statt der Antwort perlte eine große Thräne in

ihm die Bitte nicht abzuſchlagen und ſtand auf. Furcht vor dem Geziſchel der Weiber, Furcht vor Barthel, Furcht vor ihrem eigenen Gewiſſen thürmten ſich über⸗ einander in ihrer Seele; aber ſie konnte ihn nicht abweiſen, denn ſie wollte ihn warnen. Ihre Hand zitterte in der ſeinigen. Auch Walther vermochte vor innerer Bewegung kaum zu reden; es war ja das erſte

dem Auge des Mädchens.

In dieſem Augenblicke trat Barthel ein. Einige halbbetrunkene Kerle mit Knitteln unter den Röcken folgten ihm. Als er Roſel mit Walther tanzen ſah, brannte ſeine Wuth lichterloh. Wie der Tiger nieder⸗ kauert vor dem Sprunge, ſo hielt er an ſich, bis der W g, 1 e Tanz vorüber war. Mit einem ſchneidenden Miß⸗ Mal, daß er mit ihr tanzen ſollte, Indeß bemerkte klange ſchloß der Walzer, dem Violiniſten ſprang eine e Roſel's Verlegenheit wohl. Saite unter der Hand, und die Tänzer liefen durch⸗

Roſel tanzt wohl nicht gern mit mir? redete einander: da ſprang der Rieſe in die Mitte des er leiſe ſie an. Saales, riß die Roſel von Walther los und ſchleu

Warum nicht? derte ſie auf ihren Platz; dann rannte er auf den

Biſt dochgnicht krank, Roſelchen? Feind zu und ſtieß ihn mit dem Ellenbogen ſo hef⸗

Roſel ſchüttelte mit dem Kopfe. Jetzt waren ſie tig in die Seite, daß ihm auf einen Augenblick an der Reihe, jetzt hielt er ſie in ſeinen Armen, an der Athem verging. Alle ſtoben auseinander, nur die ſeinem Herzen, an dem Herzen, das ſo ſehr nach ihr betrunkenen Kerle drängten ſich an Walther heran. verlangte. Es waren ſelige Minuten. Als ſie wie⸗Warte, ich will Dich lehren um unſere Mädel der ſtill ſtanden, richtete ſie ihre Augen zu ihm empor herumzuſchnuppern! und ſagte:Wenn es noch Gerechtigkeit giebt, ſagte Wal⸗

Bitte, bleiben Sie nicht hier, Herr Walther! ther, der Barthel nun haßte,ſo wirſt Du Noth

Dem Barthel iſt nicht zu trauen! haben dies Mädchen Dein zu nennen. Sie iſt zn Die Roſemarie hat mich auch gewarnt, ſagte gut für Dich! Walther.Nicht wahr, das hatte ihr meine liebe Raſend vor Eiferſucht und Zorn riß Barthel

Roſel aufgetragen? ſeinem Nachbar einen Knittel aus der Hand und führte Sie dürfen ſich nicht in Gefahr begeben, ſagte einen ſo furchtbaren Schlag nach Walther's Kopfe,

das Mädchen.Thuen Sie mir den Gefallen! daß Alle laut ſchreiend aufſprangen. Aber Walther Walther ergriff ihre Hand, er konnte ſich nicht war durch eine geſchickte Bewegung der Gefahr ſchon länger halten. entgangen. Sauſend fuhr der Hieb durch die Luft und

Siehſt Du, meine Roſel, ich wußte, daß Du zur Erde nieder. Jetzt drangen auch die Uebrigen auf mich warnteſt und niemand anders. Und gerade des⸗

ihn ein, und eine Bewegung im Saale zeigte deutlich, halb bin ich gekommen. Es iſt keine Kunſt mit ei- daß es noch viele Andere gab, die dabei nicht müßig nem lieben Mädchen zu tanzen, wenn Alles glatt und ſein wollten. Ein lautes Geheul an der Thür ward

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