Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
542
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zu den Tribünen; mühſam gewannen wir auf ſchwankenden Bänken einen Ausſichtspunkt. Die Farben der feinen zum Theil ſeidenen Gewandung der Jockeys waren grün, ſchwarz, orangegelb ꝛc. Nach einem dreimaligen Läuten war das mit gezogenen Leinen abgeſteckte geräumige, zu beiden Seiten von einer dichten Menſchenmenge umſtandene Terrain ge⸗ ſäubert, und ſchon bewegten ſich die Kämpfer langſamen Rit⸗ tes dem Ausgangspunkte ihres Wettlaufes zu. Tiefe Stille trat ein. Ein neues Signal verkündigte das Beginnen der tollen Jagd. Vier bis ſechs luftige und in der vorgebeugten bekannten Jockeyſtellung erſcheinende Centauren ſauſ⸗ ten an uns vorüber. In geſtrecktem Carriére durchſchnitt man den weiten elliptiſchen Bogen. In wenigen Minuten war der Sieg des Einen, die völlige Niederlage des Anderen entſchieden. Bei einem Rennen kehrte das Roß ohne ſeinen Reiter zurück; ſcheu ſuchte es durch die umſtehende Menge

einen Ausgang, bis man es glücklich am Zügel erhaſcht; der

Abgeworfene trat etwas lahmend und wohl nicht ohne einige Beſchämung aus den Barrièren heraus. Am nächſten Laufe ſahen wir ihn ſchon wieder betheiligt.

Einen beſonderen Reiz konnte ich dem Allen nicht abge⸗ winnen; mehr als die Leiſtungen der Jockeys feſſelte mich das bei den Anweſenden und näher Betheiligten ſichtbar werdende Intereſſe, das ſie den Siegern und Beſiegten widmeten. Doch will ich nicht leugnen, daß bei den größeren und glän⸗ zenderen engliſchen Rennen gewiß die Spannung des nur zu

Novellen⸗Zeitung.

Eine Ueberſchmwemmung im nördlichen Afrika.

Ueber dieſen Gegenſtand theilt Ormsby in ſeinen Autumn Rambles in North Africa Folgendes mit:

Den ganzen Tag war die Hitze, ſelbſt für die Sahara, ſehr heftig geweſen. Der geringe Luftzug, der ſich bemerk⸗ bar machte, war ſo heiß, als ob er aus einem Hochofen käme, und ein heißer gelber Nebel hing über unſern Häuptern. Ich war in eine Ebene hinaus geſchlendert, wo ich ein paar Tage vorher einige Gazellen geſehen hatte, es lag aber etwas in der Luft, was mich für das Vergnügen der Jagd und die damit verbundene Anſtrengung gleichgültig machte. Ich glaube nicht, daß ich Energie genug gehabt hätte, einen Jagd⸗ verſuch zu machen, wenn eine Gazelle 200 Yards von mir erſchienen wäre. Ich verſuchte ein Bad an einer meiner Lieblingsſtellen im Fluſſe, aber das Waſſer war beinah lau⸗ warm und das Bad erfriſchte den Körper nicht. Es blieb mir daher nichts weiter übrig, als umzukehren und mich zu Hauſe niederzulegen. Die Karavanſerai hatte ſich dem Ein⸗ fluſſe des Tages gefügt. Alle menſchlichen Weſen hatten ſich niedergelegt, um zu ſchlafen; die Pferde und Maulthiere hatten den Appetit verloren und ſtanden mit geſenkten Köpfen und herabhängenden Ohren nachdenklich vor ihrem Futter;

die Hähne und Hühner, überzeugt daß irgend eine große

fällig Zuſchauenden einen hohen Grad erreichen könne, na⸗

mentlich bei dem ſogenannten Steeple chase. Die Jockeys ſind mit den Gefahren der Races ſo wohl vertraut, daß ihnen dieſelben kaum noch irgend welche Aufregung verurſachen. Auf ihrem Antlitz konnte ich weder vor noch auch nach der vollbrachten That einen beſenderen Grad von innerer Unruhe wahrnehmen. tigen Wuchs, der ſich natürlich allein für ihr Handwerk eig⸗ nen möchte. Vielleicht noch mehr als das Rennen ſelbſt intereſſirte mich die volksfeſtliche Staffage deſſelben. Denn, wie erwähnt, ging es hier nicht viel anders als auf unſeren deutſchen Schützenfeſtwieſen her. Ein buntes Durcheinander von Reſtaurations⸗, Spiel⸗ und anſpruchsloſen Schaubuden befand ſich innerhalb des von den Rennern zu durchlaufen⸗ den Bogens. Es zeigte ſich auch hier die große Vorliebe für das Lager auf grünem Plane. Ziemlich häufig waren die Gruppen invalider Marineſoldaten oder irgendwie ver⸗ unglückter Matroſen, welche durch das monotone Abſingen populär gewordenerSea songs die Aufmerkſamkeit der fla⸗ nirenden Menge auf ſich zu lenken wußten. Die Leiſtungs⸗ fähigkeit und Leidenſchaft des Schotten im Genuſſe ſtarker Spirituoſen trat mir hier zum erſten Male im vollen Maße vor Augen; aber nicht minder, daß König Alkohol ein ſchot⸗ tiſches Bewußtſein eben ſo gut zu ertödten vermöge, als irgend ein anderes. Während man an der einen Stelle noch ſeine letzten Kraftanſtrengungen machte, ſich in vollſtändige geiſtige Nacht einzuwiegen, lagen anderwärts völlig Entſeelte am Bo⸗ den mit leblos ausgeſtreckten Extremitäten. Den Einen trug man für todt vom Platze. Ja, es ward mir zuletzt unheim⸗ lich inmitten ſo vieler von zu ſtarken Doſen verthiert aus⸗ ſehender Männer aus dem Volke. Ich verließ aber den Schauplatz dennoch mit dem Bewußtſein, um die Anſchau⸗ ung eines Bildes aus dem britiſchen Nationalleben reicher geworden zu ſein. 6.

Sie hatten übrigens zumeiſt einen ſchmäch⸗ ) 3 3

Trübſal über die Erde hereinbrechen werde, waren plötzlich ernſthaft geworden und bereiteten ſich in einem der Schuppen auf eine andere Welt vor; das einzige Geſchöpf, das einige Zeichen von Belebung gab, war eine dumme, alte Ziege, die in einer Ecke des Hofraumes angebunden war, welche augen⸗ ſcheinlich dachte, die Temperatur ſei ausdrücklich gemacht um ſie zu beläſtigen, und welche mit den Füßen ſtampfte, mit dem Kopfe ſchüttelte und dabei anhaltend meckerte, als wenn ſie es nicht ertragen könne und nicht dulden wolle.

Als ich dann auf meinem Bette lag und vielleicht zum zehnten Mal las, wie d'Artagan und die drei Musketiere aus Paris ritten, ertönte von außen der Ruf: Ai! ai! dem ein dumpfer, donnernder, ganz unbeſchreiblicher Ton folgte. Alles ſtürzte aus der Karavanſerai heraus nach dem Ufer des Fluſſes, der hinter derſelben vorbeifloß, wo wir die halbe Bevölkerung von El Kantra bereits verſammelt fanden. Es war eine wundervolle Scene, die ſich unſern Augen darbot. In unſrer nächſten Umgebung war noch Alles wie vorher dürr, heiß und glänzend; aber hoch oben an den Gipfeln der Berge ging ein wildes Werk vor. Längs der Kuppen des Mitlili und oberhalb des Aureß rollten große Maſſen von dunkelblauen Wolken wüthend vorüber, aus denen Ströme von ſtahlblauen Blitzen hervordrangen, während die heftig⸗ ſten Regengüſſe die Schluchten füllten und einander in die Ebenen herabjagten. Es war aber nicht das entfernte Ge⸗

witter, welches den großen Schrecken verurſacht hatte, ſondern

der Fluß. Zu unſern Füßen floß derſelbe noch ganz in ſei⸗ ner gewohnten ſtillen Art, aber aufwärts nach der Brücke zu erſchien er wie eine dunkle Mauer, die ſich von einem Ufer bis zum andern erſtreckte und ſich uns mit einem dumpfen, finſtern Brauſen näherte. Sie kam ſchnell näher und ſie erſchien wie eine ungeheure Woge mit ſchmutzigem Schaum gekrönt, welcher dann eine Menge entwurzelter Bäume und Büſche, Balken von Bauholzc. folgten, zwiſchen denen Kür⸗ biſſe und Melonen und Maſſen von Garten⸗Erzeugniſſen einherſchwammen, und während das Alles vorüberſtrömte, ſenkten die Palmbäume, von einem Windſtoße ergriffen, ihre Gipfel, als ob ſie für ihren Zorn Abbitte thun wollten. Ein pa ar unglückliche Maulthiere, die ins Bett des Fluſſes hin⸗

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