Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
536
Einzelbild herunterladen

V

536 Rovellen⸗Zeitung.

ger.Die Roſel iſt beſorgt um mich, die Roſel iſtSchieb zu, Auguſt, ſagte er zu einem langen, mein Schutzengel! hagern Burſchen,Du biſt bei unſrer Part'. Mach, Wie ein elektriſcher Schlag wirkte dieſe neue daß die Andern jämmerlich Schneider werden. Ueberzeugung auf ſein liebebedürftiges Gemüth. EsJa, Du! ſagte der Böttchergeſelle, der von der war ihm als erfüllte den Wald plötzlich ein wunder⸗ andern Partei war.Wenn wir Schneider werden, bares Leuchten und Klingen. Jedes Geräuſch in der ſo helfen wir Dir morgen nicht. Ferne, jedes Raſcheln in der Näͤhe ward unter demWetter, polterte der Große,dann will ich Beben ſeiner ſeligen Empfindungen zu einem harmo⸗ V Dich ſchütteln, daß Du auseinander fällſt wie ein niſchen Klange; die nackten Zweige der Bäume neig⸗ altes verlechztes Faß! ten ſich träumeriſch ihm zu wie unter der Laſt dufti⸗Na, na! rief ein Anderer, auch von der Ge⸗ ger Blüthen.Ha, Roſel, ſprach er lachend in die genpartei,hab' keine Angſt, das wird ein Haupt⸗ Einſamkeit des Waldes hinein,Deine Warnung ſpaß morgen. Der vom Rothen Vorwerk ſoll ſich wun giebt mir Heldenmuth! Wie könnt' ich Deine ſüße dern, das ſag' ich Dir. Huld beſſer vergelten als dadurch, daß ich trotz der Barthel gab ſich zufrieden. Gefahr zu Dir komme und Dir danke! Ach, wie könnt'Laßt mich nur machen, ſagte er,bis ich Euch ich Deiner Mahnung folgen und wegbleiben! Liegt ein Zeichen gebe. Der arme Schlucker muß erſt recht nicht verſteckt in dem warnenden Winke ein leiſer ſicher werden, und ich muß ihn doch erſt ordentlich aber allmächtiger Liebesruf? Ja, durch die Reihen abmucken, verſteht Ihr? der ungeſchkachten mißgünſtigen Buben hindurch, über Der dicke Müller trat hinzu. den gefährlichen Tanzplatz hinweg will ich zu DirKann man gratuliren, Barthel?'s iſt wohl gehen und Dir ſagen: Deine Warnung hat mich richtig mit Zechendorf's Roſel? tief ergriffen, aber ich darf ſie nicht hören. Ich mußEi, hol' der Kuckuk Euer Geſchwätz, Müller! den Muth haben jedes Hinderniß wegzuſtoßen, das Ihr wollt auch Alles wiſſen! erwiderte Barthel. zwiſchen mir und meinem Engel liegt.Nu, ſag's nur! ſchmunzelte der Müller.Ich In dem Frühlingsſturme der erſten Hoffnung hab' es gehört, daß Du die Schulden des alten Ze⸗ hielt Walther an die Bäume des Waldes begeiſterte V chendorf bezahlen möchteſt. Mußt wiſſen, ich ſähe Reden, mit denen er die Geliebte begrüßen wollte; es gerne, denn mir iſt er auch ſchuldig. und eine Wirkung hatten dieſe Ergüſſe doch: ſie be⸗Macht mich nicht wild, Müller! polterte Barthel. gründeten in ihm den Entſchluß, morgen trotz allher Gefahren nach Neubruch zu gehen und die Roſel zu' iſt nicht böſe gemeint. Dun ſtzeſt in der Wolle, einem Tanze aufzufordern. Es war nicht Eitelkeit, V das weiß Jedermann, und ein hübſches Mädchen vom was ihn antrieb, die Gefahr zu verachten, es kam Flecke wegzunehmen, das kann nicht Jeder; da muß vielmehr etwas vom Paſtor Bürger über ihn, und einer ſo reich ſein wie Du. ſein abenteuerlicher Entſchluß geſtaltete ſich allmählich Barthel fühlte ſich geſchmeichelt. zu einer Aufgabe höherer Art.s iſt gut, daß bald Hochzeit wird, ſpottete der Ja, mein Mädchen, ſagte er vor ſich hin,zu Böttcher,da bekommt doch die Liſe auch einmal Dir will ich mich hindurchkämpfen durch Dummheit Kuchen zu eſſen! und Rohheit. Und wenn ich Dich errungen habe,Ich will nicht geſund hier ſtehen, wenn ich Dir dann will ich an Deiner Seite raſtlos wirken, bis nicht den Bierkrug am Kopfe entzwei ſchlage! don⸗ ich in dem großen ſchönen Dorfe ein neues Leben der nerte Barthel und griff ſchon noch dem Kruge. Es Bildung und Sittlichkeit auferbaut habe. In Neu⸗ gab ein wildes Durcheinander. bruch ſoll noch ein Quell gediegenen Volkslebenss iſt ein Fremder, hinaus mit ihm! ſchrie ſprudeln. Einer. Nachmittags war es nicht gemüthlich in Neu⸗Kein Fremder! meinte der Böttcher und ſtemmte bruch. Bald nach dem Gottesdienſt zogen Haufen ſich.Bin leider ſchon zehn Jahre da. von Burſchen mit großen Hundengrölend durch Einige bemühten ſich den Streit zu ſchlichten, das Dorf; Schaaren unſauberer Mädchen liefen krei⸗ und es gelang ihnen. Barthel war wieder oben drauf. ſchend vor ihnen her. Einem Fremden, der um dieſe Die Liſe aber, die der Böttcher gemeint hatte, lag Zeit durch das Dorf gegangen wäre, würde es nicht daheim in einem Dachkämmerchen todtkrank auf einem recht geheuer vorgekommen ſein. Allmählich fanden ärmlichen Bette, neben ihr in einer alten Wiege ihr ſich dieKerle auf dem Kegelſchube in der Schenke Kind. Sie war blutarm, und alle ihre Hoffnungen zuſammen. Der große Barthel dominirte die Andern. waren dahin. Sie war Barthel's Schatz geweſen; ja

Nu, nu, Barthel, ſagte der Müller begütigend,

Seo

Eiſenbahr verzehten geder ihm das Haus

formiges 5 art aufwärksg umher Und rei nden wal

6

gebunden nur umm Herrn ſtiich an ihm ſe beide Liebe wären. Man gen in der S den Andern wollte, hattei tück gewinkt, für ihn. End vorbei gehen! und bat ſie, i Ich bro barſch.Rit aufgeht. Jetzt rif Mickel, fuhr eine Gräfin? wahr. Solch der ganzen C gar nicht dru für die Chre. Glas Biertr Ding, wie D bedient, wie ſtehſt? Dan Die B. an, was d blickte gleich