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Roſalie ſaß auf der Mutter Platze in der Kirche. Obwohl ihre Lieblingsmelodie:„Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen!“ ſie umrauſchte, ſo ſang ſie doch nicht mit. Sie ließ es gern geſchehen, daß der ſchöne Choral den Sturm in ihrem Gemüthe be⸗ ſchwichtigte; dann ſchaute ſie dem Zuge ihrer Ge— danken zu.
Welches war nun das Unglück, das Roſalien geſchehen war? Es war ihr ja ein Loos gefallen, das in den Augen der meiſten Mädchen beneidens⸗ werth erſcheinen mußte. Der große Barthel war reich, angeſehen, ſtattlich von Geſtalt, und ſie war ein armes Mädchen, denn das verſchuldete Gut ſollte ihr jüngerer Bruder, des Vaters Liebling, haben; und ihr Herz hatte noch nicht gewählt. Daß er zu— weilen unbändig, roh und wild war, vermehrte im Dorfe eher ſein Anſehen, als daß es ihn herabwür⸗ digte. Erhebliches gegen ihn einzuwenden. Er war nicht ſchlechter als die Andern, und ihr Urtheil ward von dem ihrer Umgebung beſtimmt. Aber freiwillig würde
ſie ihn nie gewählt haben, denn in ihrem Gemüthe
erklang eine reinere edlere Saite, als in den abge⸗ ſtumpften Gemüthern der plumpen Gefährtinnen— ſie fürchtete ſich vor dem Manne, der ihr beſtimmt war. Er wird ſpielen und trinken, dann wird er
ſchelten und ſchlagen. So ſprach es in ihr, und vor ihre Seele traten dunkle Erinnerungen an trübe Tage
der Kindheit, da der Vater in der Stube lärmte und die Mutter in der Küche weinte, oder an noch trübere Zeiten, da ſie in ſpäter Abendſtunde in ihrem Bett⸗ chen auffuhr, vom Wehgeſchrei der Mutter aus dem erſten Schlafe geweckt. Sie hatte ſpäter gelegentlich gehört, daß die Leute von ihren Eltern ſagten:„Sie haben ſich zuſammengebiſſen, jetzt; aber der Alte hat alles verſpielt und trinkt gern.“ So, gerade ſo wie der Mutter wird dir's auch gehen, dachte ſie, aber dann haſt du wie die Mutter das Oberſtüb⸗ chen und die Kirche.
Mit einem leiſen Seufzer, der im Geſange der Gemeinde verſchmolz, hob ſie ihre Augen empor.
Da fiel ihr Blick gerade hinein in ein großes, klares
braunes Auge, das auf ſie niederſchaute. Sie erkannte den Verwalter vom Morgen, er ſtand vor ihr auf der Emporkirche. Ach, wie ſeelenvoll neigte ſich das männlich ſchöne Haupt ihr zu! Der flucht nicht und ſpielt nicht, der ſchlüge dich nicht, dachte Roſel und mußte wegſehen. Sie ſah nach der andern Seite, um ihren künftigen Gatten zu ſuchen. Er war nicht in der Kirche. Sie ſchlug den Blick zur Erde, aber in ihrer Seele verglich ſie die beiden jungen Männer.
Auch Roſalie hatte vor ihrem Verſtande nichts
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dachte der drohenden Reden, die der große Barthel gegen den Verwalter ausgeſtoßen hatte; jedes Wort war zu ihr in den Pfarrgarten gedrungen. Sie zweifelte nicht, daß in dieſen wilden Drohungen ein ſchwerer Ernſt liege. Es that ihr doch recht herzlich leid um den feinen Mann, der ſich ſo ſehr um ſie bemüht hatte. Sie, ſelbſt ein Opfer, wollte der gute Engel des Gefährdeten ſein. Damit, ſagte ſie ſich zur Entſchuldigung, kannſt du ihm auch den Dienſt zurückgeben, den er dir zu erweiſen meinte, als er dich mit fortnahm, und dann biſt du keinem Burſchen im Dorfe weiter etwas ſchuldig.
Aber wie ihm helfen? Wie ihn warnen? Da gewahrte ſie nicht weit von ihrem Sitze eine alte Frau mit zitterndem Haupt und zitternden Händen. Die alte Roſemarie hat ſich ihren Oſterkuchen noch nicht geholt bei uns; ich will es ihr auf die Seele binden, daß ſie den Verwalter warne.
Da begann die Predigt. Roſalie hörte den
Geiſtlichen, ihren Lehrer, gern; heute aber richtete ſie wie Hülfe ſuchend ihre Augen nach der Kanzel: des war eine ſchwere Laſt auf ihre junge Bruſt ge— wälzt worden. Als der Gottesdienſt zu Ende war, grüßte Ro⸗ ſalie die alte Roſemarie und winkte ihr heimlich, ſich zu ihr zu halten. Vor der Kirchthür zog ſie die Alte bei Seite und flüſterte lange mit ihr an der Kirchhofsmauer. Die Alte nickte bedeutſam.
Unerdeſſen hatte der Verwalter das liebe Mäd⸗ chen nicht aus den Augen verloren. Am Fuße der Treppe war er hart an ihrer Seite geweſen. Sie hatte ihn aber nicht angeſehen, weil ſie ja ſo gut wie verlobt war. Er hoffte indeß doch noch einen freund⸗ lichen Blick von ihr zu erlangen. In gemeßner Ent⸗ fernung wollte er ihr bis in die Nähe ihres Hauſes folgen und ſie dann fragen, ob ihre Hühner ſchon fleißig Oſtereier gelegt hätten, und ob ſie morgen auch zu Tanze gehe. Aber Roſel redete ja an der Kirchhofsmauer ſo lange mit der Alten. Er wartete drinnen an der Kirchthür, er wartete bis der letzte Kirchgänger fort war, er wartete bis der alte Cantor mit den Schlüſſeln durch das Schiff der Kirche ging, er verwünſchte faſt die nickende Alte— da legte ſich ſanft eine Hand auf ſeine Schulter. Neben ihm ſtand ein ſchwarzgekleideter, etwas gebückter Mann, ein mittlerer Dreißiger, wie es ſchien. Es war der Paſtor Bürger.
„Ich wünſche Ihnen Glück,“ ſagte dieſer, unter wiederholtem freundlichen Nicken ihm die Hand rei—
Sie erinnerte ſich der Scene vom Morgen und ge⸗ Der Gruß klang ihm wie gute Prophezeiung.
chend,„Herr Walther, zum heiligen Oſtertage.“ „Amen!“ ſagte der Vermalter ſichtlich erfreut.“
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