Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
526
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526 Novellen⸗Zeitung.

Bei der nähern Unterſuchung fand ſich an dem Knopf⸗ loch ſeiner Weſte das zerbrochene Glied oder der Haken einer Uhrkette, in der Hoſentaſche 4 Pf. St. 12 ſh. baar Geld in Gold und Silber und in einer Rocktaſche eine ſilberne Schnupftabaksdoſe, und ſpäter fand ſich auch noch eine gol dene Brille in der Taſche, die man anfangs vermißt hatte. Somit war ihm von dem Mörder nur eine altmodiſche gol⸗ dene Uhr und ſogenannte Albertkette, die er des Morgens mitgenommen hatte, geraubt worden. Der im Waggon ge⸗ fundene Stock und die lederne Taſche wurden von dem jun gen Herrn Briggs als ſeinem Vater gehörend anerkannt, da⸗ gegen ſtellte es ſich heraus, daß der Hut ein fremder war und daß der Mörder irrthümlich anſtatt ſeines eignen den Hut des Herrn Briggs mit genommen hatte. Sonntag Morgens wurde der Verwundete in einer Sänfte aus Mit⸗ ford Arms Tavern in ſeine Wohnung getragen, wo er Nachts ein Viertel vor 12 Uhr ſtarb, ohne wieder zur Beſinnung ge⸗ langt zu ſein.

Nachdem von Seiten der Polizei ein Bericht über den ganzen Vorfall nebſt einer Beſchreibung der geraubten Uhr und Kette an alle Polizeiſtationen in London abgeſchickt wor⸗ den war, ſchritt der Polizei⸗Inſpector Kerreſſey zur Unter⸗ ſuchung des Waggons, in dem das Verbrechen verübt und der gleich nach Entdeckung des Vorfalls in einen beſondern Verſchluß gebracht worden war. In der betreffenden Ab⸗ theilung des Waggons fanden ſich die deutlichſten Beweiſe, daß ein heftiger Kampf ſtattgefunden haben müſſe, denn über⸗ all fanden ſich Blutſpuren und auf dem Fußboden und dem einen Kiſſen fand ſich eine Lache geronnenen Blutes. An der Seite, wo man ihn aus dem Wagen herausgeworfen hatte, war das Fenſter niedergelaſſen, die bronzene Thürklinke war aber mit Blutgriffen bedeckt, woraus es ſich ſchließen ließ, daß die Thür geöffnet worden war, um ihn bequemer her⸗ ausſtürzen zu können. Auf dem Fußboden des Waggons fand ſich ein Glied der zerriſſenen Uhrkette, auf dem Wa⸗ gentritt ein Stück der Haarkette, an welcher Herr Briggs ſeine goldne Brille getragen hatte. Das Spritzen von Bluts⸗ tropfen in die daranſtoßende Abtheilung des Waggons, er⸗ klärten die Aerzte, möge vielleicht daher rühren, daß dem Verwundeten bei dem Herauswerfen aus dem Waggon eine Arterie in einer ſeiner Kopfwunden aufgeſprungen und dann das Blut nach jener Richtung hin geſpritzt ſei.

Die Regierung hat ſofort 100 Pf. St. Belohnung für den ausgeſetzt, welcher den Mörder ausfindig macht, und dieſelbe Summe iſt dem Entdecker von dem Bankhauſe Ro barts, Curtis& Co. und ebenfalls 100 Pf. St. von der Ei⸗ ſenbahngeſellſchaft zugeſagt worden.

Es hat ſich jetzt herausgeſtellt, daß die geraubte goldne Kette bereits am Montage von einem Manne, der wahrſchein⸗ lich ein Ausländer war, bei einem Goldſchmied gegen eine andre Kette vertauſcht worden iſt. Durch die Perſonalbe⸗ ſchreibung, welche der Goldſchmied von dieſem Manne gege⸗ ben hat, iſt der Polizei ihre Aufgabe ſehr erleichtert, und hoffentlich wird es derſelben gelingen, den Mörder zu ent⸗ decken, der nach Angabe der Aerzte die tödtlichen Schläge vermittelſt eines ſogenannten Life⸗preſerver geführt haben mag. In England dringt man jetzt mehr als je darauf, die Ciſenbahngeſellſchaften zu zwingen, Vorkehrungen an den Waggons zu treffen, daß die Reiſenden im Stande ſeien, nöthigenfalls durch ein Alarmzeichen einen Conducteur her⸗ beirufen zu können, was bei der jetzigen Einrichtung der eng⸗ liſchen Waggons freilich nur möglich zu machen iſt, wenn der Zug hält. Es fehlt an den engliſchen Waggons nämlich

die Einrichtung, die ſich an den Waggons auf dem Continente überall findet, welche es den Conducteuren möglich macht, während der Fahrt längs des ganzen Zugs von einem Wag⸗ gon zum andern zu gehen. Es läßt ſich erwarten, daß die⸗ fer ſcheußliche Vorfall Veranlaſſung dazu geben wird, auf Einrichtungen zu denken, welche den Reiſenden in der Eiſen⸗ bahn mehr Schutz als bisher gewähren.

Nachſchrift. Wenn nicht Alles täuſcht, ſo iſt der Mörder entdeckt und leider in der Perſon eines Deutſchen Namens Franz Müller, der, im Jahr 1839 geboren, früher Büchſenſchmied war, vor etwa zwei Jahren nach England kam und, da er dort als Büchſenſchmied keine Arbeit fand, auf den Rath eines Freundes Schneider wurde, und in der letzten Zeit bei Hodgkinſon& Co. als Zuſchneider von Hemden fungirte. Derſelbe hat ohngefähr 8 10 Tage nach der Mordthat England am Bord des Segelſchiffes Victoria ver⸗ laſſen, um ſich nach Newyork zu begeben. Nach ſeiner Ab⸗ reiſe fand ſich in dem früher von ihm bewohnten Zimmer eine kleine Pappſchachtel, wie Goldſchmiede ſie benutzen, um bei ihnen gokaufte Schmuckſachen darin einzupacken, und in dieſer Pappſchachtel fand ſich die Adreſſe des Herrn Death, des Goldſchmieds, bei dem die dem Ermordeten geraubte Kette gegen eine andre umgetauſcht worden war. Der Lohnkut⸗ ſcher Jonathan Matthews, bei dem Müller gewohnt hatte, übergab dieſe Pappſchachtel der Polizei, und bei näherer ÜUn⸗ terſuchung erkaunte Herr Death ſie als eine der Pappſchach⸗ teln, worein er bei ihm gekaufte goldne Ketten einpacke. Als ihm hiérauf eine Photographie Müller's gezeigt wurde, er⸗ kannte er imeihm den Mann, welcher jene goldne Kette bei ihm vertauſcht hatte. Der Verdacht wurde faſt Gewißheit, als J. Matthews den im Waggon gefundnen Hut als den Hut Müller'Kerkannte, den er ihm vor vier Monaten ſelbſt ge⸗ kauft hatte und den er aneinem gewiſſen Zeichen wieder er⸗ kannte. In Folge deſſen ſind ſofort Maßregeln getroffen worden, uin den Mörder bei ſeiner Ankunft in Newyork ver⸗ haften zu laſſen. Der Polizei⸗Inſpector Tanner, der Gold⸗ ſchmidt Death und der Cabman Jonathan Matthews ſind nämlich mit dem nothwendigen Verhaftsbefehl verſehen von Livevpool aus am Bord des Dampfſchiffs City of Mancheſter, das früher in Newyork Lintreffen wird, als das Segelſchiſſ Victorid, nach Newyork abgeſegelt, um den vermuthlichen Mörder gleich nach ſeiner Ankunft verhaften und an Eng⸗ land ausliefern zu laſſen. Aus dieſer Maßregel allein er⸗ giebt es ſich, daß man Nen Zweifel hegt, Franz Müller ſei der wirkliche Mörder.

In Frankreich hegt man ſogar die Vermuthung, daß Franz Müller und Jud, der Mörder des Herrn Poinſot, eine und dieſelbe Perſon ſein möge. Auf dieſe Vermuthung iſt man gekommen, weil der Mörder des Herrn Poinſot demſelben eine goldne Uhr und ein Portemonnaie geraubt hatte. Franz Müller hatte nun früher in London eine goldne Uhr, die ihm übrigens verhaßt war, und als ſie ihm ſpäter verloren ging, wollte er keinen Schritt gethan wiſſen, um wieder in den Beſitz derſelben zu gelangen. Der Haupt⸗ grund iſt aber, das Verbrechen ſei zu ungewöhnlich, als daß man annehmen könne, zwei Perſonen ſollten ganz dasſelbe gethan haben. Volles Licht wird ſich erſt darüber verbreiten, wenn der vermuthliche Mörder nach Europa zurückgebracht worden iſt. Als ziemlich gewiß läßt ſich nur annehmen, daß er der Mörder des Herrn Briggs geweſen iſt, denn am Abend, wo die Mordthat gegen 10 Uhr in der Nähe von Bow verübt worden war, kam er um 11 Uhr in ſeine Woh⸗ nung in Bom ſehr verſtört zurück und gab als Grund davon

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