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ler's reifere Werke, Klopſtock und Leſſing wurden wenigſtens von den Auserwählten ſtudirt. Eine eigen⸗ thümliche Erſcheinung iſt es, daß gerade diejenigen Richtungen und Erzeugniſſe der deutſchen Literatur den meiſten Anklang fanden, welche ihrerſeits engli⸗ ſchen Einflüſſen ihre Entſtehung verdankten. Der Götz und ſeine Nachahmungen waren die erſten, noch nicht gereiften Früchte des Studiums, welches Shakeſpeare in Deutſchland gewidmet wurde; Bürger's Balladen wurden durch Percy's Reliques ins Daſein gerufen, und in Klopſtock's Meſſias vernehmen wir den deut⸗ lichen Wiederhall Milton's. Es iſt als ob in der Literatur, wie im Ocean, jede Strömung ihre Rück— ſtrömung haben müßte, und als ob auf dem großen literariſchen Webſtuhle der europäiſchen Culturvölker die Schifflein unaufhörlich hinüber und herüber zu fliegen beſtimmt wären. Für die Engländer— ins— beſondere für Scott— hat daber das Studium der deutſchen Literatur die eigenthümliche Wirkung ge⸗ habt, daß es ihnen keine fremdartige, vielleicht ſtö⸗ rende Nationalität, ſoudern nur ihren eigenen mo⸗ dificirten und fortgebildeten Volksgeiſt zuführte.“—
„Einzelne wagten ſich ſogar an Kant, und aus einem Tagebuchsbruchſtücke Scott's vom Jahre 1797 ergiebt ſich, daß er ſpäter auch Leſſing's Nathan las. Scott's Lernmethode war auch hier die alte; er küm— merte ſich wenig um Grammatik, wozu es ihm an philologiſchem Sinne gebrach, und drang vielmehr auf praktiſchem Wege in das Verſtändniß der Schrift⸗ ſteller ein. Die deutſchen Balladen, die Ritter- und Räuberſtücke boten Scott ein Analogon ſeiner Gren⸗ zerpoeſie dar; im Spiegel der Fremde erblickte er ſeine eigenen heimiſchen Zuſtände und ſie erſchienen ihm darin nur um ſo romantiſcher. Obenan ſtand ihm der Götz.„In den Raubrittern des Rheins,“ bemerkt Lockhart ſehr richtig,„in ihren wechſelſeitigen Beutezügen, ihren belagerten Burgen und geraubten Heerden, in dem in Schrecken gejagten Biſchofe und dem ohnmächtigen Lehnsherrn, der dieſe wilde Wirth⸗ ſchaft vergebens zu dämpfen ſuchte, trat Scott ein lebendiges Bild von dem Treiben der Grenzer⸗Clans entgegen, das von Kindheit an ſeine Seele erfüllt hatte.“ Der Götz iſt dramatiſirte Zeit- und Sitten⸗ ſchilderung und traf in dieſer Tendenz mit Scott's eigenſtem dichteriſchen Charakter zuſammen.“
In jedem Falle hat der Verfaſſer nicht Unrecht, wenn er mehr als Andere darauf hinweiſt, daß Wal⸗ ter Scott auch aus unſerer deutſchen Literatur man⸗ ches poetiſche Motiv, manche romantiſche Färbung für ſeine Productionen entnommen hat. Man muß aber deßhalb ja nicht glauben, daß er in den Geiſt unſerer
Literatur tief und gründlich eingedrungen war. Auch
Novellen⸗Zeitung.
in ſeinem Verhältniß zu Goethe bildete mehr des Letzteren Berühmtheit, als deſſen richtige Erkenntniß von Seiten Scott's eine beſtimmende Grundlage. Was Elze anlangt, ſo hat er ſich mehr als Eberty auf eine Entſtehungsgeſchichte des Walter Scott'ſchen Talentes und der Scott'ſchen Dichtungen und Romane eingelaſſen, und man muß anerkennen, daß er in Bezug auf das abnorme literariſche Glück des Gefeierten nicht blind urtheilend, ſondern kritiſch unparteiiſch war. Er gebt ebenſo treffend und ſtreng auf die literariſche Speculationswuth ein, mit wel⸗ cher Scott ſein Talent zum Zwecke des Goldmachens ausbeutete. Unglaublich und bedenklich zugleich iſt der Grad, mit dem dies geſchah. Der Dichter war eine durchaus noble, hochſinnige Natur, aber er kam doch wohl nicht zu der Unbefangenheit der Anſchau⸗ ungen, welche ihm ſagen mußte, daß er zu einer an⸗ dern Zeitepoche nicht ein Viertheil von dem Effect gemacht haben würde, welchen gerade ſeine nach Ro⸗ mantik und engliſcher Nationalpoeſie dürſtende Gegen⸗
wart heraufbeſchwor. Nur die vorhandenen Docu⸗
mente zwingen uns, an die Honorare zu glauben, welche Scott für ſeine Schöpfungen empfing. Dabei konnte er es ſeiner reichen Begabung zumuthen, oft Contracte abzuſchließen über Werke, die noch kaum im Keimpunkt vorhanden waren, und die er zuweilen planlos in's Blaue hinein begann und eben ſo, aber immer doch mit Glück beendete.
Uebrigens lag in Scott ein völlig ariſtokratiſches
Grundelement, er war der Verherrlicher des Adels⸗ thums mit poetiſch nationaler, echt ritterlicher Blüthe.
Sehr wahr iſt Elze's Bemerkung, daß Lord By⸗ ron gerade entgegengeſetzte Elemente in ſeinem poeti⸗ ſchen Grundcharakter trug und daß ſich mit deſſen wirkungsvollem Eintreten in die engliſche, ja euro⸗ päiſche Literatur die Begeiſterung für Scott's Muſe bedeutend verlor. Vor den plaſtiſchen Kunſtgeſtal⸗ tungen des Künſtler⸗Poeten zog ſich das mehr nebel⸗ hafte Gebilde der ſchottiſch⸗mythiſchen Heldengeſtalten und ihrer alten Parteikämpfe zurück.
Für Liebhaber der Specialliteraturgeſchichte und Scott's überhaupt wird Elze's Werk durchaus nicht überflüſſig, ſondern nur anregend ergänzend ſein, wenn ſie auch Eberty bereits beſitzen. Auch die Familien⸗ verhältniſſe des Dichters treten durch dieſe neue Bi⸗ ographie noch klarer, freilich aber auch noch erſchüt⸗ ternder in Bezug auf den materiellen Sturz des reichen unglücklichen Dichterclans in's Licht.
Die Vortragsweiſe iſt zwanglos und einfach, und wenn ſie auch nicht geiſtreich und tief einſchneidend wirkt, ſo ſchießt ſie doch durch keinen blinden Enthu⸗ ſiasmus über das Ziel hinaus.
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