Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
523
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Scott hat nie mit der Geſellſchaft gebrochen, und

warum hätte er es geſollt? Das Feld für ſeine Thä

tigkeit und ſeinen Ehrgeiz war ſo es ſich nur wünſchen konnte.

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Wenige Tage nach Scott's Aufnahme in die Fa cultät begannen die Gerichtsferien, und er hatte daher nichts Eiligeres und Beſſeres zu thun, als ſich in Roſebank bei ſeinem Oheim von den Anſtrengungen der letzten Zeit zu erholen. Von hier aus unternahm er einen Ausflug nach Northumberland, der ſich bis Hexham erſtreckte, nachdem er ſchon bei einem früheren Abſtecher mit ſeinem Onkel namentlich das Schlacht⸗ feld von Flodden und ſeine Umgebungen kennen ge⸗ lernt hatte. Ueber die Zuſtände dieſes Landſtriches giebt er in einem Briefe an Clerk anziehende Auf⸗ ſchlüſſe.Die Unwiſſenheit der Bevölkerung, ſagt er unter Anderem,iſt für einen Schotten überraſchend. Bei den Viehhändlern, deren Geſchäft übrigens in einem großartigen Maßſtabe betrieben wird, iſt es üblich, alle Geſchäftsbriefe nach der Kirche zu tragen, wo ſie der Küſter nach dem Gottesdienſte laut ablieſt und nach Umſtänden beantwortet.

Von größerer Bedeutung war bald darauf ein Ausflug, oder wie er es mit dem alten Sdeane drucke nannte, ein Einfall(raid) nach Liddesdale. Scott wünſchte die Burgruinen dieſer Gegend, nament⸗ lich das Schloß Hermitage, kennen zu lernen und Sagen und Lieder aus dem Volksmunde zu ſammeln, wenngleich er an eine Herausgabe der letztern damals noch nicht dachte. Liddesdale war zu jener Zeit noch gänzlich unbeleckt von der Cultur. Noch kein Wagen hatte ſich dort blicken laſſen der erſte war in der That einige Jahre ſpäter Scott's eigenes Gig; kein Gaſthaus war im ganzen Thale zu finden. Mit ſeinem Begleiter, einem Herrn Shortreed, ſtellvertretendem Sheriff von Roxburghſhire, zog Scott daher zu Pferde vom Pfarrhauſe zur Schäferhütte und von dieſer wie derum zum Pachterhofe und fand hier die Urbilder zu ſeinem Charlieshope und zum wackern Dandie Dinmont, die er im Guy Mannering mit ſolcher Na turwahrheit geſchildert hat. Durch ſein ſchlichtes Be nehmen und ſeinen ſprudelnden Humor gewann er ſich allenthalben die Zuneigung der Bewohner, welche anfänglich einen Advocaten aus der Hauptſtadt mit einiger Scheu betrachtet hatten. In jede Lage wußte er ſich zu ſchicken, auf jede Stimmung und jeden Scherz ging er bereitwillig ein. Eines Abends kehrten die beiden Freunde bei einem Bauer ein. Nach dem Abendbrod verſammelte ſich die Familie zu einer Er⸗ bauungsſtunde, welche ein zufällig anweſender Can⸗ didat leitete. Alles war in Andacht verſunken, als der Hausherr plötzlich mit dem Rufe aufſprang:Bei

Vierte Folge.

Gott, da kommt endlich das Faß! Und wirklich brachten zwei Hirten ein Fäßchen Brandy hereinge⸗ ſchleppt, das der Wirth von den Schmugglern am Solway Frith, als der beſten Quelle, für die Gäſte hatte holen laſſen. Die Bibel wurde beſeitigt, das Faß auf den Tiſch gelegt, und die Hausandacht löſte ſich ſchnell in eine Punſchgeſellſchaft auf, an der ſich Jung und Alt bis zum Morgen betheiligte. Scott ſah, wie ſein Reiſegefährte berichtet, außerordentlich ſchwer und dumm aus, wenn er gentlemänniſches Benehmen und ſeine Laune verlie⸗ ßen ihn auch dann nicht. Er kehrte endlich ſo reich nicht nur mit Balladen und Romanzen, ſondern auch mit Kriegshörnern, Sporen und Gebiſſen beladen heim, daß er ſeine Einfälle in Liddesdale ſieben Jahre hindurch wiederholte.

voll war, aber ſein

Auch die Reiſen ins Hochland wurden in ver größertem Maßſtabe fortgeſetzt und überall neue Be⸗ kanntſchaften angeknüpft. Hier erzählte ihm der Groß⸗ vater ſeines Freundes Abercromby von ſeinem Beſuche bei Rob Roy; hier bewunderte er das alterthümliche

Schloß Glammis, die Reſidenz der Grafen Strath more, und fand in dem Schloſſe Craighall(Perthſhire) das Original zu ſeinem Tully-⸗Veolan im Antiquar; hier lernte er in Dunnottar den wirklichen Old Mor⸗ tality, Peter Paterſon mit Namen, perſönlich kennen, hier endlich beſuchte er ſeinechère adorable, wie er ſie ſcherzweiſe nannte, auf ihrem Familienſitze In⸗ vermay. Die auf dieſen Ausflügen eingeſammelten hiſtoriſchen und literariſchen Kenntniſſe vervollſtän⸗ digte Scott zu Hauſe.

Die engliſche Kunſtdichtung nach franzöſiſchen Vorbildern war im Ausſterben begriffen, und ein Still⸗ ſtand im poetiſchen Leben der Nation eingetreten. Der von Percy gehobene Schatz der alten Volkspoeſie hatte zunächſt nur eine Belebung des antiquariſchen Stu⸗ diums und nicht der Dichtkunſt zur Folge. Burns wurde noch nicht begriffen und gewürdigt. Ein äuße⸗ rer Einfluß, ſagt Allan, war offenbar nothwendig, die ſchlummernde Einbildungskraft der Nation zu erwecken und neu zu beleben. Dieſer äußere Einfluß war der deutſchen Literatur vorbehalten. Dem Geſchmacke der Zeit entſprechend fanden zunächſt jene Werke Eingang, welche ſich nach Allan's Worten, mehr an den dn lichen als an den ausſchließlich imaginativen Thei der menſchlichen Natur richteten jene Zauber und Geiſtergeſchichten, jene Werke einer kran rthaften und überſpannten Leidenſchaft, mit Einem Worte die Räuber, der Werther, Bürger's Gedichte, Kotzebue's Schauſpiele und Aehnliches. Allmählich faßten jedoch auch die edleren und reineren Schöpfungen des deut⸗ ſchen Geiſtes hier und da Fuß. Goethe's und Schil⸗

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