wurde durch ſeine Lieferungen an die engliſche Be⸗ ſatzung mit Colonel Macpherſon bekannt, welcher den Oberbefehl bei uns führte. Als er ſich eines Tages in Gegenwart von Lady Macpherſon längere Zeit mit dem Oberſten über unſere glücklichen Familien⸗ verhältniſſe unterhalten hatte, äußerte erſterer den Wunſch, mich und meine ältere Schweſter bald ein— mal bei ſich zu ſehen. Wir machten Gebrauch von der Einladung, die hohe Frau erwiderte unſern Be⸗ ſuch und gewann uns täglich lieber in dem Maße, als wir ihre Zuneigung zu uns erwiderten. Allmäh⸗ lich aber neigte ſie ſich mehr zu mir als zu meiner Schwe⸗ ſter Eudoxia hin, vielleicht weil dieſe mit ihrem gro⸗ ßen glühenden Herzen weniger als ich es vermochte der brennenden Freiheitsliebe, von der wir Beide be⸗ ſeelt waren, ſobald die erſten Freiheitsregungen auf den Inſeln laut wurden, Feſſeln anzulegen. Ich ver⸗ ehrte Lady Macpherſon faſt wie die Mutter, welche uns durch einen frühzeitigen Tod entriſſen war, und willigte ein, eine Zeit lang bei ihr in Sicilien zu verweilen, als der Oberſt dorthin verſetzt wurde. Leider ſtarb dieſer ſchon im folgenden Jahre. Als jetzt Lady Macpherſon Anſtalten zur Rückkehr nach England traf, bat ſie mich, ſie auch dorthin und zwar als ihre Tochter zu begleiten mit vollem Rechte eines Kindes. So verlockend der Vorſchlag war, konnte ich mich bei aller für die vortreffliche Frau gefühlten Liebe nicht dazu entſchließen, indem ich meinen Vater nicht auf immer verlaſſen konnte und mich vor dem Lande fürchtete, von dem man mir oft erzählt hatte, daß nicht einmal die Hälfte des Jahres hindurch die gol— dene Sonne dort zu ſehen ſei.
Es wurde nun beſtimmt, daß ich mit dem erſten nach Zante abgehenden Gouvernementsſchiffe in mein Vaterland zurückkehren ſollte. Ich weiß nicht, wie es gekommen, daß die ſonſt ſo umſichtige Lady mich bei ihrer Abreiſe der Sorgfalt des Ungeheuers Negretti anvertraut hat. Ich weiß mich nur zu erinnern, daß ich den entſetzlichen Betrüger früher einige Male wäh— rend unſerer Spazierfahrten auf dem Corſo geſehen, wo er noch ein zweites großes Kaffeehaus für ſeine Rechnung verwalten läßt, und daß ich einige Worte in griechiſcher Sprache mit ihm redete, deren er voll⸗ kommen mächtig iſt, während wir an ſeiner Thür einige Becher Eis nahmen. Damals erſchien er mir als ein eben ſo artiger als geſetzter Mann. Seitdem iſt er mir öfter in den Alleen auf der Terra Nuova begegnet oder auf den Raſenplätzen vor unſrer Woh⸗ nung, wie ich mich kürzlich mit Macpherſon's beiden lieben Mädchen umhertummelte. Er näherte ſich wohl zunſerem Garten, wo er mit den Kindern ſcherzte und gelegentlich einige griechiſche Höflichkeitsworte an mich
Novellen⸗Zeitung.
richtete, die mir— wesbalb ſollte ich es leugnen?— zur Freude gereichten, weil ich befreundete Stimmen aus der Heimath zu vernehmen glaubte.“(Schluß folgt.)
Literariſche Briefe von Otto Banck. Sir Walter Scott, von Karl Elze. Dres⸗ den, bei Louis Ehlermann. 1864.
Sie werden ſich noch des Werkes von Eberty über den gleichen Gegenſtand erinnern. Es wird ſich ergeben, in wie fern beide verſchieden und neben ein⸗ ander berechtigt ſind.
Um die Tonfärbung kennen zu lernen, wollen wir uns ein Stückchen von Elze's Vortrag gefallen laſſen, zumal dieſes gerade ein gutes Lebensbild vom Weſen und von der inneren Geiſtesrichtung des Dich⸗ ters giebt. Der Verfaſſer fängt mit der Schilderung der Jugend in der Knabenzeit an und geht dann auf die Wanderjahre über. Er ſagt:
„Auf die Lehrjahre folgen nach altem deutſchen Brauche die Wanderjahre. Allein Scott hat ſich trotz der ihm angebornen Wanderluſt nie auf die Wander⸗ ſchaft begeben. Seine Jünglingszeit wird durch keine Bildungsreiſen ins Ausland bezeichnet, etwa nach Art der deutſchen Schriftſteller, denen in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine Reiſe nach. Paris oder Italien als der vollkommenſte Abſchluß ihrer Bildung galt. Die Worte Homer's:„er ſah vieler Menſchen Städte und lernte ihre Sitte kennen“, laſſen ſich bei ihm faſt umkehren; er ſah, bis er ſei— nen Höhepunkt erreicht hatte, keiner Menſchen Städte und Sitten als die ſeiner Landsleute, und wir ſind geneigt, ihm auch dieſen Umſtand als einen Gewinn anzurechnen, inſofern ſeiner Bildung dadurch jene nationale Einheit und Durchdringung bewahrt blieb, welche die Grundlage ſeines ganzen Weſens und ſchrift⸗ ſtelleriſchen Charakters ausmacht. Ueberhaupt verräth Scott's Jünglingsalter in keiner Weiſe den künftigen Dichter, ſondern zeigt nur den jungen Gentleman. Wir ſehen da keine Sturm- und Drangperiode wie bei Goethe, keine gewaltſame Selbſtbefreiung wie bei Schiller, keine jugendlichen Fehltritte und dadurch herbeigeführte Losreißung von Haus und Familie wie bei Shakeſpeare, keine die Schranken überſpringende Eigenwilligkeit und wilde Melancholie wie bei Byron. Alles bewegt ſich bei ihm glatt und eben in dem na⸗ türlichen Geleiſe des geſellſchaftlichen Lebens, und wer das Genie eines Dichters an dem gewaltſamen Durch⸗ bruche ſeines Jünglingsalters erkennt, der muß Walter
Scott allerdings jeden Funken Genie abſprechen.
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