Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
516
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516 Novellen⸗Jeitung.

lich; ich weiß gar nicht, was Sie wollen, und habe zu werden. Je länger ſie darüber nachdachte, um ſo nur ſo viel begriffen, daß Sie mich mit entehrendem bitterer wurde ihre Entrüſtung und ihr Zorn. Verdachte kränkten, der mir ein ferneres Zuſammen⸗ Wie ganz anders hatte ſich da Brenken gezeigt, ſein mit Ihnen unmöglich macht. und wie hatte er ſie geachtet, den ſie ſo höhnend ver⸗ Agnes Lindau hatte ſich während dieſer Worte ſchmäht und deſſen treue Liebe ſie ſo beleidigend von emporgerichtet; dieſe Ruhe Mariannens entflammte ſich geſtoßen hatte! Sein Bild ſtand anklagend neben ſie immer mehr. Mit krampfhaftem Zorne hielt die dem des Prinzen, das ſie haßte, und was jahrelange kleine Hand das Buch umſpannt, welches ihr Mari⸗ treue Verehrung nicht vermocht hatte, das bewirkte anne vor wenigen Augenblicken gegeben hatte. ſetzt ein Augenblick zorniger Aufwallung; dem Prin Es war eine jener neuen Miniaturausgaben mit zen gegenüber, deſſen Sinnentaumel ihr mit entehren⸗ reichem Einbande, Deckel und Decken mit maſſiv gol⸗ den Zumuthungen genahl war, lernte ſie die Hoch denen Verzierungen ausgelegt. Graf Brenken hatte herzigkeit des Grafen ſchätzen und ſeine Liebe verſtehen, es ihr verehrt, und Agnes bewunderte immer die feine die kein Vorurtheil kaunte, ſonderm in dein geliebten Goldarbeit, welche ſich ſo zierlich an den Sammet des Weſen das hochſte Gut des Lebens ſah und achtete. Einbandes ſchmiegte. Sie lernte Schein von Wirklichkeit ſcheiden, und Die letzten Worte Mariannens hatten den Zorn in Gefühl bilterſter Nru beſchlich ſte, Swenn ne der Reigbaren zum höchſten Gipfelpunkte geſteigert. ihrer letzten Unterredung mit dem Grafen Oskar ge⸗ 5 3 G

1 5. 3 5 dachte. Die Unverſchämte, wie ſie meinte, ſtatt ſich zu demü⸗

thigen, wollte noch trotzen, ihr drohen, fortgehen! Sle mußte dieſelbe verwiſchen, mußte wieder gut Ein halbverſteckter Schrei entfloh den bleichen, wuth⸗ machen! Sie wußte, die wahre Liebe verzeiht gern; bebenden Lippen; ſie erhob den Arm mit dem Buche un heule harte ſie erſt verſtehen lernen, was wahre und ſchleuderte es wüthend gegen Marianne. Liebe iſt und bedeutet; und ein unendliches Vertrauen

. zu dem Grafen errichtete ihm einen Altar in ihrer Hervorquellende Blutstropfen zeigten in dem näch⸗ Bruſt. Er konnte der Reuigen nicht zurnen, denn

ten Aunre 3 enaig Stirn di Stene an, er war ja mild und gut, und ſein ganzes Leben ein er Goldverzier e getroffen

wo die ſcha dt e Lar. 6 verzlerung d gopeenten ſtetes Wohlthun geweſen, er konnte ihr auch die Wohl⸗ und verwundet hatte. Marianne ſagte kein Wort; that der Verzeihung nicht verſagen, wenn ſie ihn da⸗ ſie ſchwankte aus dem Zimmer. rum bat.

Hochmüthige Creatur! knirſchte die zuͤrnende Freilich zeigte ſich neben dem Grafen Oskar nog Sängerin hoch aufathmend,ſie konnte es nimmer ver⸗ ein anderes Bild eine ſchöne, männliche Geſtalt, geſſen, daß ihre Ahnen an der Tafel des Königs welche ihr nur zweimal in ihrem Leben erſchienen ſpeiſen durften; und ich ſollte dieſen verjährten Plunder war, und doch einen unverlöſchlichen Eindruck hinter⸗ ebenfalls reſpectiren. Ich haha es iſt zu lächerlich laſſen hatte, drängte ſich an den Platz, auf welchen mag ſie immerhin gehen! ſie im plötzlich erwachten Gefühlstaumel den Grafen

Sie ſank erſchöpft in die Kiſſen zurück. Nachdem Brenken erheben wollte. Aber dieſe Geſtalt war fern, ihr Zorn einen Ableiter gefunden und ausgetobt hatte, hatte nie mehr nach ihr gefragt, gedachte ihrer ſicher ſchwand ihre Aufregung allmählich; ſie wurde ruhi⸗ nicht einmal, und ſie wollte und mußte gut machen, ger und verſank in einen leichten Halbſchlummer. was ſie an Brenken verbrochen; ſie wollte auch Rache

Die eigenen ſtürmiſch wieder aufwallenden Em⸗ nehmen an dem Prinzen, und welche eclatantere pfindungen ſtörten aber dieſen Frieden bald. Die konnte ſie ihm bieten, als wenn ſie ihm als Braut Erlebniſſe der letzten Stunden zogen noch einmal an des reichen und altadeligen Grafen Brenken entge⸗ ihrem Geiſte vorüber, und dieſe Erinnerung und das gentrat?

Nachdenken darüber erfüllten ſie mit Zorn und Be⸗ Ueberlegend ſchritt ſie erregt in ihrem Boudoir ſchämung. Sie hätte weinen mögen und gegen ſich auf und nieder. Eine Fülle von Gedanken und Ent⸗ ſelber im ohnmächtigen Zorne wüthen, ſo unbändig ſchlüſſen beſtürmte ſie, ohne daß ſie doch entſcheidend ſchwoll ihre Entrüſtnng über die verachtende Unver⸗ zu wählen vermochte; ſie wollte handeln; ſogleich ſchämtheit des Prinzen L. Während ſie an ſeine handeln und konnte doch nicht ſo ſchnell mit ſich ſelbſt glühende Liebe geglaubt hatte, die allen Vorurtheilen in das Reine kommen, wo es galt, über ihr ganzes trotzt und mit freudigem Stolze das geliebte Weſen Leben zu entſcheiden.

zum Höchſten zu erheben ſtrebt, hatte er ihr Schimpf Sie hatte Alles um ſich her vergeſſen, achtete und Erniedrigung geboten und ſie feil und fähig ge⸗ nicht auf die vorſchreitende Zeit, dachte nicht an ihr halten, für einen armſeligen Schmuck ſeine Maitreſſe Diner, bemerkte es nicht, daß die Stunde deſſelben

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nun⸗ teine Sie ſtuͤtzte da Hand und ſa Gedanken paf So hört aber ſie achtet ſein können d wollte vichts, dem Grafen immer noch Gnädi die Feder en vernahm, der zen fortgeleb ſich, und ei ſie ſch wirkli Werzei ſer,wenn ie erſchret; der mich we als Unkeru mußte, und umkehren l Agnes begriff ſchn ſchon ſo vie ſes Zuſamn Abex was wie durfte ſchimmen le was konnte Sie üi