Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
508
Einzelbild herunterladen

508

Einer ſeiner drei Söhne, Robert Scott, war eigentlich für das Seeweſen beſtimmt, litt aber gleich auf ſeiner erſten Fahrt Schiffbruch und war nicht wieder zu bewegen, ſich dem verrätheriſchen Elemente anzuvertrauen. Er wandte ſich lie⸗ ber dem minder gefährlichen Landbau zu, pachtete von ſeinem Vetter Harden das Gut Sandy⸗Knowe und reiſte mit einem alten erfahrenen Schäfer Namens Hogg nach einem Vieh markte in Northumberland, um dort den nöthigen Schafbe⸗ ſtand für ſein Gut einzukaufen, zu welchem Zwecke ihm der alte Hogg ſeine ſämmlichen Erſparniſſe von 30 Pfund vor⸗ geſtreckt hatte. Nachdem Hogg von Hürde zu Hürde ge⸗ Zangen war und mit Kennerblicken die beſten Thiere ausge leſen hatte, ſuchte er ſeinen Herrn wieder auf, damit dieſer den Kauf abſchließen ſollte. Aber wer beſchreibt ſein Er⸗ ſtaunen, als er denſelben auf einem ſtattlichen Renner auf und ab galoppiren ſah, den er unte rdeſſen leicht tſinnige r Weiſe für die ſauer erworbenen Spar pfennige ſeines S Schäfers er⸗ ſtanden hatte! Mit dem Schafkaufe war es nun vorbei. Scott fand ſpäter in ſeinem eignen Leben Veranlaſſi ung ge nug, ſich an dieſen Leichtſinn ſeines Großvaters zu erinnern. Es ſteckt im Blute, ſagte er wohl,mein La endkauf und Hausbau ſind auch weiter nichts als ſeine Erwerbung eines Jagdpferdes ſtatt der Schafe. Glücklicherweiſe fand Robert Scott, der ein uinezeichar er Reiter war, bald nachher bei einer Jagd Gelegenheit, ſein Pferd für den doppelten Preis an den Mann zu bniden, n und ging dann im Ernſte an die Bewirthſchaftung ſeines Gutes. In ſeinem Hauſe zu S Knowe verlebte ſein Enkel Walter den größten Theil ſeiner Kindheit, und es iſt nur eine gerechte Dankbarkeit, die ihn veranlaßt hat, den Großvater und ſein Haus in der Einlei⸗ tung zum dritten Geſange des Marmion zu verherrlichen.

Der älteſte Sohn Robert's, abermals Walter getauft, war der Vater des Dichters. Aber nicht nur väterlicher Seits, ſondern auch durch ſeine Mutter war der Dichter guter und poetiſcher Herkunft. Sie war dem Clan Rutherford entſproſ⸗ ſen, einem alten Geſchlecht der Grenzer⸗Lairds, und führte außerdem ihren Stammbaum auf den Grafen von Stirling zurück.

Scott giebt einmal in einem Briefe an Ellis eine ziem⸗ lich humoriſtiſche Charakteriſtik ſeiner dorſahrenMein Großvater, ſagt er,war ein Pferde⸗ und Viehhändler und erwarb ſich ein Vermögen; mein Urgroßvater ein Jakobit und V Verräther(wie die damal ige Zeit es Lenteh und verlor ei⸗ nes. Vor dieſem kamen ein paar halbverhungerte Lairds, welche auf mageren Gäulen ritten, dinter denen noch mage⸗ rere Jagdhunde drein liefen, welche mit Mühe von hundert Pächtern hundert Pfund zuſamm enſcharrten, Duelle ausfoch⸗ ten, ſich die Hüte auf Scandal ſetzten und ſich Gentlemen nannten. Dann kommen wir zu den alten Grenzerzeiten, zum Viehſtehlen, zum Galgen ꝛc., wo, wie ich fürchte, von Ehrlichkeit, wenigſtens im modernen Sinne des Worts, ſehr wenig die Rede ſein kann.

Allein das war Scherz, im Ernſte dachte der Dichter anders. Und wer will es ihm berürgen, daß er ſtolz war auf einen Stammbaum, der ihn als Sprößling der tüchtigſten und beſten Geſchlechter ſeines Vaterlandes aufwies? Spricht ſich doch in der geneologiſchen Verfolgung der Familie keines⸗ wegs blos eitles Behagen und vornehme Abſchließung aus; vielmehr gewäl ihrt die dadurch zum Bewußtſein gebrachte Ste⸗

tigkeit und Dauer des Lebens einen feſten Anhalt im flüchti⸗ gen Wechſel des idiſchen Daſeins. Scott kommt immer wieder mit Selbſtgefühl darauf zurück, daß ſeine Vorfahren zwar nichts weniger als reich geweſen ſeien, daß ihr Blut

Novellen⸗Zeitung.

mann vom

ſes zu er! werben, alle

aber ſtetsgentle gegolten habe, daß ihn ſein literariſcher Freipaß zwar etwas, aber nicht viel über ſeinen Stand er⸗ hoben habe, und bei Gelegenheit ſeiner Adelserhebung daß er ein gutes altes Wappen beſitze. Für den Clan hegte er bis zum letzten Augenblicke eine ſchwärmeriſche Liebe und Verehrung und war dem(Häuptling) Herzoge und ſeiner Familie Ze eitlebens mit aufopfernder Hinge bung zugethan, die von dieſem mit eben ſo edler Freundſchaft erwidert wurde.

Von ſeiner Familie und ſeinem Clan hat Scott's Poeſie ihren Urſprung genommen; auch als Dichter iſt er Clans⸗ Scheitel bis zur Sohle. Er iſt eben ſo ſehr ein Dichter des Geſchlechts als der Oertlichkeit. Die Helden⸗ thaten und der Ruhr m ſeines Clans ſind die Ausgangspunkte ſeiner Poeſie, deren Entwickelung ſich von da aus ſchrittweiſe verfolgen läßt, je nachdem ſich ſein dichteriſcher Geſichtskreis erweiterte. Der Clan, die Marken und Schottland, das iſt die Dreiheit ſeiner Po eſie, deren Verſtändniß und Wür⸗ digung daher durch die Kenntniß dieſer drei Factoren bedingt iſt. Sein ſtet es Streben iſt, den Clan, und durch den Clan einerſeits das Vaterland, anderer Seits ſich ſelbſt zu verherr⸗ lichen. Sein höchſtes Ziel war, als ein Bannerherr ſeines Clans zu gelten, eine neue durch Reichthum und Ruhm glän⸗ zende Aera ſeines Geſchlechtes zu begründen und ſeinem Bildniſſe einen Ehrenplatz in dem Ahnenſaale ſeines Schloſ⸗ Wie unerbittlich war das Schickſal, das Lieblingsh Hoffnungen ſo grauſam vernichtet und dem D ichter nur in ſeiner Poeſie, auf welche er als auf ein Mit⸗ tel zu ſeinem höhern Zwecke geringſchätzig herabſah, die Un⸗

1s

ſterblichkeit gewährt hat! 5.

Die Niederlage des Künigs von Dahomey.

Dieſer ſo viel genannte blutdürſtige Monarch unter nahm im März c. an der Spitze von 10,000 Mann Trup⸗ pen und Amazonen einen Kriegszug gegen die von 200,000 Menſchen bewohnte Stadt Abbeokuta, die von einer 15 eng⸗ liſche Meilen langen Mauer umgeben iſt, um ſich zum Herrn derſelben zu machen. Er führte gleichzeitig drei bronzene Sechspfünder mit ſich, welche die InſchriftMexico 1815 trugen. Am 15. März lagerte das Heer, den König an ſei ner Spitze, bei Owiwi, ohngefähr 12 engliſche Meilen von Abbeokuta. Am 16. März Morgens 6 Uhr unterrichteten wiederholte Kanonenſchüſſe am Aro, einem der fünf Thore von Abbeokuta, die Egbas, daß die Dahomeaner in Sicht ſeien. Der Abas horun hatte alle nothwendigen Vorbereitungen für die Vertheidigung der Stadt getroffen. Abas horun be⸗ deutetDberhanpte in ſeiner buchſtäblichen Meinung aber iſt es eirHimmelskönig, d dem nichts verborgen iſt

Der Feind näherte ſich kühn genug und rückte mit einer 3000 Mann ſtarken Colonne bis 150 Fuß von der Mauer von Abbeokuta vor, die ſich dann ſchnell nach beiden Seiten ausbreitete und raſch nach der Mauer vordrang. Die Egbas eröffneten ſofort gegen die zuſammengedrängten Linien ein heftiges Feuer, das den Feinden ſchnell Stillſtand gebot.

In der vorrückenden Colonne befanden ſich Amazonen, welche tapfer und verzweifelt fochten. Viele dieſer Furien erkletterten die funfzehn Fuß hohe Mauer, doch ſobald ſie die Spitze derſelben erreicht hatten, zogen die Egbas ſie hinab und ſchlugen ſie todt.

Die Dahomeaner wurden gänzlich geſchlagen, und ihre Niederlage war noch bedeutender als die im Jahr 1851 er⸗ littene, 1000 von ihnen wurden getödtet, 2000 gefangen genommen. Sie flohen in zwei Abtheilungen. An der

ie ohlle Füütüinge r

died Bewohne 0

volgege

̈ G

=

was

den ner d auber eres über di bedeutet, Unterſt ben, theils wege

erbaut iſ en Por phyr, 1

ſtand, hinter; 1

4 fflegten. Im Ve ai f dr d

Räh

ſch u aus duen⸗ ten. Aus äuer kerung der jet famen arme Flüc fluchsort zu ſu

müſſen. Di Shüiß nuire ſcheint weder ei marke 1 wiſche von der großen Sicherheit umge

1 Ueber die Frederick Mur Briefe: Ich habe Liwingſtone, 2 unter dem 24 meld di, daß er Begriffſtand, Verſuchz u mac auf ſeine eigne Als er in Shu nes Conſulats Stande das ih Dampfſchiff, portiren. Da die Flüſſe und nem bekannter ins Innere län und womöglic früher unterſuch komme en, und v ſie aus dem Se glüclicher Weiſ ſetzen! laſſen, un der K Katarakte d demacht, ſetzte