Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
507
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Wirthſchft lt ſind. im Sinne dieſes Miß⸗ Zuſtand be⸗ dth ſein, wel⸗ une als einen ſaftlichen Ver⸗ ner nur nach aelten fönnen. ius von Be⸗ iſt, Literatur Lund es fragt Recht fühlen, annlichen Be⸗ lich noch fehlt.

der Zauberer en dieſen Bur⸗ Ziege des Ge⸗ Scokts von den Buecleuchs grünen Korn⸗ ukelm Schikfer⸗ l empol, und nen ſte mit ein⸗ chter in ſeinen machen. unſers Dichters hürdigen Män⸗ der im Liede lt und ſich bei erfreute. 39 Trümmer eines verden, erwarb

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er ſich durch langen Aufenthalt in Frankreich, Deutſchland und Italien eine außerordentliche Gelehrſamkeit, vorzüglich eine tiefe Kenntniß der Aſtrologie, Alchymie und Chiroman⸗ tik, und hinterließ mehrere Werke, die das beweiſen. Das höchſte Anſehen und den ausgebreitetſten Ruhm genoß er als Zauberer und wird ſogar in der göttlichen Komödie des Dante(Geſ. XX) als ſolcher geprieſen:

Der andre dort, der ſo an Hüften ſchmächtig,

War Schotte Michael, der Zauberei

Und jedes Gaukelſpiels vollkommen mächtig.

Das Andenken an ſeine Zauberkünſte, welche er der Tradition zufolge dem Genuſſe von Schlangenbrühe ver⸗ dankte, lebt noch in zahlreichen Sagen fort. Seine Zauber⸗ bücher waren ſo ſchrecklich daß es für Uneingeweihte lebens⸗ gefährlich war, ſie zu öffnen. Einem ſeiner dienenden Gei⸗ ſter wird auch die Spaltung des Eildon-Gebirges in die ge⸗ genwärtigen drei Gipfel zugeſchrieben obwohl dieſe Berge bereits bei den Römern den Namen Trimontium führten.

Zwei andere Clansmänner ſind deßhalb merkwürdig, weil ſie mit demſelben Gebrechen wie unſer Dichter behaftet waren: ſie waren beide lahm. Der erſte derſelben war John, genannt Lamiter. Da er weder gehen, noch reiten konnte, ſo wurde er nach Glasgow auf die hohe Schule geſchickt, um ſich dort dem gelehrten Stande zu widmen. Der zweite Lahme war der Sohn eines Scott's von Harden, William Boltfoot genannt. Er wurde trotz ſeiner Lahmheit ein treff⸗ licher Reiter und Jäger,he did survive to be a man (nach Satchell's Chronik), wie unſer Dichter mit offenbarer Beziehung auf ſich ſelbſt zu wiederholen pflegte. Ueberhaupt erſchien dem Dichter ſein Gebrechen im Hinblick auf dieſe beiden ſagenhaften Clansmänner gewiſſermaßen in einem poetiſchen Lichte; ſie verliehen demſelben einen antiquariſchen Reiz, für welchen Scott beſonders empfänglich war, und tru⸗ gen dadurch weſentlich zu ſeiner Tröſtung bei. Er ſetzte ſogar einen Stolz darein als das dritte Lahmbein ſeines Clans die Gelehrſamkeit des Lamiter und die Reiterkunſt des Bolt⸗ foot in ſeiner Perſon zu vereinigen.

An der Spitze des Clans ſtanden die ſchon erwähnten Scotts von Buccleuch; deren ſagenhafter Urſprung folgender⸗ maßen berichtet wird. Zu den Zeiten Kenneth Mac Alpin's kamen zwei Brüder aus Galloway, die eines Aufſtandes we⸗ gen aus ihrer Heimath verbannt waren, nach Rankelburn im Ettrickforſt, wo ſie der Forſthüter wegen ihrer Geſchicklichkeit im Hornblaſen und in andern Jagdgeheimniſſen gaſtfreund⸗ lich aufnahm. Bald danach erſchien der König Kenneth, um im Forſte zu jagen. Er verfolgte einen ſtattlichen Hirſch bis zu einer Stelle zwei(engl.) Meilen oberhalb der Verei⸗ nigung des Rankelburn mit dem Ettrick. Hier ſtellte ſich das geängſtigte Thier; allein der König, der mit ſeiner Be⸗ gleitung beritten war, konnte ihm wegen des ſteilen Abhan- ges und des Moors nicht beikommen. Da ſprang John, einer der beiden Brüder, welcher der Jagd zu Fuße gefolgt war, in die Schlucht hinunter, ergriff den Hirſch am Geweih, eilte mit ſeiner Beute wieder die Anhöhe hinauf und legte ſie dem Könige zu Füßen. Dieſer benannte die Stelle Buck eleugh(Hirſchſchlucht) und den heldenhaften Waidmann John V Scott von Buck⸗cleugh, und zum Andenken daran führen die V Herzöge von Buccleuch noch heute den Hirſch im Wappen. Früher führten ſie, nebſt andern Scotts, auch das Jagdhorn, V Das

das ihre Ahnen ſo meiſterhaft geblaſen haben ſollen.

Beſitzthum der Nachkommen dieſes Nimrods erfreute ſich ei⸗ V

nes ſtetigen Wachsthums; die Familie gelangte ſpäter zu

Folge. 507 ſten Grafen von Buccleuch vermählte ſich 1663 mit dem Sohne Karl's II., dem Herzoge von Monmouth. Der Reich⸗ tbum der Herzöge von Buccleuch iſt bis jetzt erhalten. Walter Scott's eigener Stammbaum reicht mit Sicher heit bis zu Walter Scott von Harden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hinauf, der unter dem Namen Auld Wat eine hervorragende Rolle in der Geſchichte und Poeſie der ſchottiſchen Marken ſpielt. Er wird übereinſtimmend als ein rauher, aber biederer Recke geſchildert, dem in ſeiner

Frau Marie, der berühmtenBlume von Yarrow, wie aus

der Hand der Dichtung ein Bild ſanfter Holdſeligkeit zuge ſellt war. Dieſe Tochter Philipp Scott's von Doyhope wurde dem Alten Wat 1567 vermählt. Sie war es, welche

Mutterſtelle bei jenem auf einem Raubzuge erbeuteten Kna⸗

ben vertrat, den der Clan an Kindesſtatt annahm und der ſich ſpäter als Dichter zahlreicher Grenzerlieder ausgezeichnet haben ſoll.

Trotz aller Sanftmuth und Liebe war aber auch die Blume von Yarrow vom Geiſte der Freibeuterei jener Zeit angeſteckt, und als einſt ihre Vorräthe zu Ende gegangen waren, trug ſie ihrem Manne und ſeinen Gäſten eine ver deckte Schüſſel auf, welche ein Paar blanker Sporen enthielt eine Mahnung, dieſelben anzuſchnallen und neue Vor⸗ äthe herbeizuſchaffen. Ein andermal hörte Walter Harden en Hirten, der die Kühe austrieb, nach Harden's Kuh rufen. Hardens Kah? wiederholte der alte Grenzer beleidigt; iſt es ſo weit gekommen? meiner Treu, ihr ſollt bald rufen:

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Harden's Kühe! Sofort blies er ſeine Mannen zuſammen,

ſprang in den Bügel und kehrte am andern Tage mit einer Heerde Kühe und einem geſcheckten Bullen heim.

Der Sohn dieſes Ahnherrn, Sir William Scott von Harden, der ſich der beſondern Gunſt Jakob's VI erfreute und deßhalb von Cromwell's Verfolgungen zu leiden hatte, kam auf eigenthümliche Art zu einer Frau. Bei einem Einfalle in das Gebiet des Sir Murray von Elibank wurde der verwegene Jüngling gefangen genommen und in Feſſeln nach deſſen Schloſſe am Tweed gebracht. Der aufgebrachte Baron be⸗ abſichtigte nichts Geringeres als den kecken Angreifer mit dem Tode zu beſtrafen, und ſchon war der Galgen vor dem Schloßthore aufgerichtet. Da legte ſich die vorſorgliche Haus⸗ frau in's Mittel und erinnerte ihren Eheherrn an ihre drei unverſorgten Töchter, von denen namentlich die eine ihrer Häßlichkeit wegen nur geringe Hoffnung auf eine Verheira⸗ thung hegen konnte. William Scott dagegen, ein ſchöner Jüngling aus gutem Hauſe, war keine verächtliche Partie, und nach kurzer Ueberlegung wurde ihm dies Bild der Häß⸗ lichkeit zur Frau angetragen. Der Todescandidat ſoll ſich drei Tage lang beſonnen haben, ehe er die Ehe dem Galgen vorzog und ſich zurgroßmäuligen Grete, wie ſie in der Tradition hieß, begnadigen ließ. Der Ehevertrag wurde ſo⸗ fort auf einem Trommelfell aufgeſetzt und ſoll noch jetzt als ein Familienheiligthum aufbewahrt werden.

Sir William's Söhne und Enkel hatten wenig Glück. Von den letzteren war Walter, der Urgroßvater unſres Dich⸗ ters, der Typus eines Erzjakobiten. Durch ſeine leiden⸗ ſchaftliche Parteinahme für die Stuarts brachte er ſich um ſeinen geringen Beſitz. Er verlor ſein Land, aber behielt ſei⸗ nen Bart, ſagt ſein Urenkel von ihm. Denn ſo groß war ſeine Anhänglichkeit an die vertriebene Königsfamilie, daß er ein Gelübde that, nicht eher ein Scheermeſſer an ſeinen Bart zu bringen, als bis ſie auf den Thron ihrer Väter zu⸗ rückgekehrt ſein würde. Er erhielt deswegen den Beinamen

einer fürſtlich prächtigen Hofhaltung, und die Enkelin des er⸗! Beardie.