Novellen⸗
Es zieht ihn wie ein Zauber Zur Alpe hoch empor,— Da ſteigt aus tiefem Spalte
1 V Die Gletſcherbraut hervor.
Und auf ſein Herz, das warme, Legt ſie die kalte Hand,
Mit ihren kalten Armen
Sie klagend ihn umwand,
Mit ihren kalten Lippen Küßt ſie den Jüngling bang, Mit ihrem Schneegewande Den Todten ſie umſchlang.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Die Stellung der Frauen in Anerika. Von A. Kolatſchek. Wien, bei Schönewerk. 1864.
Nicht zum erſten Mal tritt Ihnen hier ein Au⸗ tor entgegen, der dem Charakter und der Stellung der amerikaniſchen Frauen ſeine Aufmerkſamkeit wid⸗ met. Es haben ſich bereits mit dieſem intereſſanten Capitel deutſche, engliſche und franzöſiſche Federn, darunter viel weibliche, beſchäftigt, und die meiſten von ihnen ſprachen aus mehr oder weniger gründlichen, faſt immer aber eigenen Erfahrungen. Daß bei die⸗ ſen Urtheilen eine Getheiltheit zwiſchen Abſprechendem und Enthuſiaſtiſchem ſtattfinden mußte, verſteht ſich von ſelbſt, und iſt ſchon erklärlich durch das fremde Auge, mit welchem die ganz eigen und ſelbſtſtändig gearteten amerikaniſchen Verhältniſſe angeſehn wurden.
Kolatſchek gehört zu den Enthuſiaſten und zwar ſo ſehr, daß er den Eindruck eines Amerikaners macht, der als Advocat ſeiner Landesſitten auftritt. Dieſer Standpunkt ſchließt natürlich die Möglichkeit aus, der Wahrheit des Urtheils über dieſen Gegenſtand bedeutend näher zu rücken. Dennoch liefert der Ver⸗ faſſer einen ſtofflichen Beitrag, der manches Neue oder neu Zuſammengefaßte enthält und infofern indirect zur Erläuterung beiträgt.
Wir wollen hier einen ſolchen Einblick thun, in⸗ dem wir mit anhören, wie der Verfaſſer, ſeiner Ver⸗ ſicherung nach genau den Thatſachen gemäß, die übliche Knüpfung amerikaniſcher Liebesverhältniſſe, oder vielmehr Ehen, ſchildert:
Ein junger Mann und ein junges Mädchen be⸗ gegnen ſich und lernen ſich kennen. Es zeigt ſich gegenſeitig eine Uebereinſtimmung ihres Geſchmackes, ihrer Bildung und ihres Beſtrebens. Das Fräulein
Sie?— Miß Smith.
Zeitung.
ladet den jungen Herrn ein, ſie zu beſuchen. Der
junge Mann erſcheint zum Thee, und die junge Miß
ſtellt ihn ihren Eltern vor, oder auch nicht, je nach— dem— wenn dieſe nämlich nicht zu Hauſe oder im Empfangszimmer ſind. Man unterhält ſich in unge⸗ zwungenſter Weiſe, und der junge Mann empfiehlt ſich zur gewöhnlichen Stunde. Wenn beim Abſchied Miß Smith bemerkt:„Ich hoffe Sie bald wieder zu ſehen,“ ſo iſt das Verhältniß geknüpft und braucht nur ſeinen Verlauf zu nehmen.
Nun giebt es aber keine wüſten Träume, keine ſchweren Seufzer, keine Sorgen um die Zukunft. Alles iſt ruhig, gelaſſen, durchſichtig wie ein Mär⸗ chen der Amme. Insbeſondere macht ſich der junge Amerikaner keine Illuſion; er kennt den poſitiven Werth der Dinge und hält ſich noch für keinen Adonis, weil ſeine Aufmerkſamkeiten mit Dank angenommen werden. Er ſetzt ſeinen Handel, ſein Geſchäft oder ſeine Studien ungeſtört fort und denkt an ſeine Holde nur in den Stunden der Muße.
Man nennt in Amerika einen beau oder Schö⸗ nen jeden jungen Mann, der einer Schönen huldigt, wäre er auch häßlich wie der Teufel. Das iſt ein Gattungsbegriff.
Der peau, im Beſitze eines Erwerbes, oder der
ſonſt die Mittel zu Nebenauslagen hat, ſchickt ſeiner
belle zuweilen Blumen, neue Muſikſtücke oder andere Geſchenke, die nicht viel bedeuten. Die belle dage⸗ gen ſtickt ihm eine Börſe oder Cravatte und derglei⸗ chen, um ſeine Artigkeit zu erwidern. Alles das hat nicht viel auf ſich. Aber was außerordentlich und über die Begriffe des moraliſchen Europa hinausgeht, iſt, daß die Beiden Spaziergänge und Ausfluͤge un⸗ ternehmen, daß ſie mit einander ausfahren und an einem dritten Orte Milch oder Eis nehmen, ohne daß ein Zeuge zugegen. Und welche Scenen ſie mit einander aufführen— wir zeichnen nach der Natur:
(Erſte Seene. Der Schauplatz iſt eine Stra⸗ ßenecke; der Beau wartet ohne Unruhe und Ungeduld; nachdem Miß Smith auf die Uhr geſehen, nimmt ſie ihren Hut und geht.)
Der Beau. Guten Tag, mein Fräulein, wie befinden Sie ſich?— Miß Smith. Sehr gut, mein Herr, und Sie?— Der Beau. Vortrefflich, ich danke
Ihnen. Sie waren ſehr pünktlich.— Miß Smith. Ich wollte Sie nicht warten laſſen.— Der Beau. Das iſt ſehr liebenswürdig von Ihnen;— immer
Grazie und Güte.— Miß Smith. Wie ſollte man nicht wünſchen, Ihnen zu gefallen? Sie ſind ſo auf⸗ merkſam und ritterlich.— Der Beau. Wohin gehen
Einkaufen, in die zwoͤlfte
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Schweſter.
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