Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
476
Einzelbild herunterladen

O eilt doch nicht ſo ſchnell von dannen, Nehmt mit euch noch ein liebend Wort. Sagt, daß hier ſtille Thränen rannen, Den Lieben mein im fernen Ort;

Daß ich ſo ſehnlich heim verlange, Daß unter fremden Menſchen hier

Novellen⸗Zeitung.

Mein Herz nach ihnen ewig bange, Daß Fried' und Freude mangeln mir!

Sie eilen fort und ziehen weiter, Verkünden nicht das Wort daheim; Der Himmel wird nach ihnen heiter, Doch ich, ich kann es nimmer ſein.

Feuilleton.

Den Freunden der engliſchen Sprache.

Immer zahlreicher wird in unſerer Gegenwart die Kenntniß unſrer Nachbarſprachen verbreitet; die Converſation im Engliſchen und Franzöſiſchen gehört zur Tagesordnung im gebildeten Salon. Noch vor zwei Decennien neigte man ſich ausſchließlich nur dem letzteren zu, und die Muſikdilettan⸗ ten trieben daneben höchſtens etwas Italieniſch, um ein Lied zu verſtehen und ſich muſikaliſche Bezeichnungen zu er⸗ leichtern. Die engliſche Sprache, die ſich immer mehr zu einer herrſchenden Weltſprache in zwei Hemiſphären erhoben hat, iſt jetzt ein Liebling der Mode geworden. 4

Vielen Leſern werden gewiß die gemiſchten Beſtand⸗ theile dieſer Sprache oftmals aufgefallen ſein, und es dürfte ſie lebhaft intereſſiren darüber einige Ergebniſſe zu überbli⸗ cken. J. B. Stallo hat kürzlich in den deutſch⸗amerikaniſchen Monatsheften, die in Chicago erſcheinen, eine beachtenswerthe Betrachtung verfaßt.

Wir wollen daraus einige Hauptpunkte mittheilen, und wenn wir auch dabei das trocken Wiſſenſchaftliche ausſchlie⸗ ßen, ſo dürfen wir doch wohl vorausſetzen, daß einige noth⸗ wendige engliſche Worte jetzt allgemein verſtanden werden.

Die Wiege der engliſchen Sprache iſt bekanntlich eine Inſel im Norden Europas, deren Haupttheil noch jetzt Eng land heißt. Ueber die Urbewohner dieſer Inſel haben wir ſehr unſichere Kunde. Wir wiſſen blos im allgemeinen, daß ſie zu dem einſt weitverbreiteten Stamm der Kelten gehörten. Von der Sprache dieſer Urbewohner finden ſich in dem jetzi gen Engliſch nur noch wenige erkennbare Elemente vor, wie die Namen einiger Flüſſe und Provinzen, z. B. Kent, und einige vereinzelte Ausdrücke, wie flannel, basket, crook c. Ein Gelehrter Garnet zählt mit Mühe 300 keltiſche Wörter auf, von denen viele zweifelhaft und außerdem Provinzialis⸗ men ſind.

Die erſte Miſchung, wovon die Sprache uns Zeugniß giebt, erlitt dieſes keltiſche Urvolk 55 v. Chr. durch den Ein⸗ fall der Römer unter Julius Cäſar. Obwohl die Römer mehrere Jahrhunderte blieben, ſind doch von ihnen wenige Sprachſpuren, wie das Wort colonia, auf uns gekommen. Was an lateiniſchem Element vorhanden iſt, brachten viel⸗ mehr die ſpäteren chriſtlichen Bekehrer nach Britannien.

Die für die Sprache wichtigſte Epoche in der Geſchichte Englands beginnt um die Mitte des 5. Jahrhunderts. Da⸗ mals erſchienen nämlich an den Ufern der britiſchen Inſeln die erſten Horden jener grobknochigen, vollblütigen, blond⸗ haarigen und blauäugigen Geſellen, welche mit ihren Nach kommen unter dem gemeinſchaftlichen Namen Angelſachſen bekannt geworden ſind, einem Namen der noch jetzt für Alles

gilt, was rüſtige, verwegene Thatkraft bedeutet. Die Sage erzählt, daß zuerſt 449 die Jüten unter den Recken Hengiſt und Horſa herüber kamen und ſich in Kent wie auf der In⸗ ſel Wight feſtſetzten. Ihnen folgten die Sachſen aus dem jetzigen Holſtein, dann folgte ein Trupp aus Schleswig, und hinterher ſollen noch in verſchiedenen Zeiten Scandinaven, Frieſen, Deutſche gelandet ſein. Dieſe Einzelheiten ſind indeß nichts weniger als geſchichtlich erwieſen, und für das Urkundliche, das wir darüber beſitzen, iſt der engliſche Wort⸗ ſchatz das einzige Archiv.

Unter der angelſächſiſchen Sprache verſtehn wir die⸗ jenige, welche von den Bewohnern der britiſchen Inſeln, natürlich in wechſelnden Formen, vom 6. bis zunt 11. Jahr⸗ hundert geſprochen wurde. Dieſe Sprache hat in ihren Wurzeln ſowohl als in ihren Endungen die auffallendſte Aehnlichkeit mit den nördlichen Dialekten der deutſchen Sprache(mit dem ſogenannten Platt⸗ oder Niederdeutſch), daraus folgt, daß das Volk, welches ſie einführte, deutſchen (oder ſächſiſchen) Urſprungs, wenigſtens deutſcher Fami⸗ lie, war.

Bei alledem aber unterſcheidet das angelſächſiſche Idiom ſich von den deutſchen Urdialekten durch ſeine vielfach dunkele Etymologie, d. h. dadurch, daß vielen ſeiner Wurzelwörtar die Familienähnlichkeit und der Stammbaum fehlt, durch verſtümmelte Beugungen, durch verworrene Wortfolge. Da⸗ raus ſchließen wir, daß er eine Miſchſprache iſt, die aus dem Durcheinander mehrerer Stämme hervorging. Die deutſchen und ſächſiſchen Elemente aber herrſchen über die ſcandinavi⸗ ſchen vor: daraus geht hervor, daß die Sachſen den Jüten, Frieſen, Angeln an Zahl oder an Intelligenz oder an beidemn überlegen waren.

Für die Angelſachſen und ihre Sprache war es ſchlimm,

daß ſie auf ihrer Inſel von allem Verkehr mit dem europäi⸗

ſchen Feſtlande abgeſchloſſen waren. Sie kamen als rohe heidniſche, abergläubiſche Barbaren herüber, und ihre erſte Beſchäftigung, Kelten todt zu ſchlagen, war eben nicht geeig net, ſie zu humaniſiren. Außerdem waren ſie von Haus aus ein Räubervolk und verſtanden nichts beſſer, als ſich aus den Schädeln ihrer Feinde an deren Blut(?) und aus gro⸗ ßen Humpen an Meth und Bier zu bezechen und dabei ſich weidlich unter einander herumzuraufen, wenn ſie mit ihren Feinden fertig waren. Von ſtaatlicher Ordnung konnte da⸗ bei keine Rede ſein. Mit der eigentlichen ſüdeuropäiſchen Cultur kamen ſie in keine Berührung.

Die Miſſionäre brachten ihnen zwar das Chriſtenthum

und mit ihm einige Keime der Civiliſation, aber ehe dieſe Keime zur Entfaltung kamen, ehe der Angelſachſe ſeiner rohen

ft die eerenen Klä, rfahrenen i il binheit) na uos Land⸗ 1 ins Hiſe Norman

Die

Tefagt, auch

Jeig des Ka ſſutr At moderniſtrlen mannen ha te

ches in den Kreuszt Tankted nach dem W muut wrmänniſch Dieſe Norma goberer nach Eng keichen Schlacht vo gaſchichtlichhen Einz weil es für das; lung von der ort Mormannen zu den Als die herr) Angelſachſen ſtehen Land natürlich den welt. Sie führten walteten das Reich. jochte Volk die Ke

vie Heerden, zahl

das Normänniſch⸗ Gherichtsſaals, de gegen blieb die S Vaadlebens, der 2 werbe, der gewöh Freuden des allgen einer oberflächliche mochbeſtehenden en Rih ſeißt auf en Negiaung govern

wie Wafiſſung con

ſſcher swereign, b fſtanzäſüte Ausdrü cches fühnn die fran Siscount, baron, men nämlih viſgrü ſiſt deutſch geblie Froberer in den des ſächſiſchen He volle. Das eng Harr nennt ſich u tat daß der die Häten vir jetzt ne ern, ſo würden Küeligent, P eräth, der Inhalt ſanöäſſten Namer eutigen Tag bedie