Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
475
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bittlich aus meinen a G 4 Vieles gemildert in meinem Herzen. Doch wenn ich

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ihn niederzuſtoßen.

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2 5*, DSa fl0 lich erfaßt. Da ſon

ich ſei nun

indem er mich 3 meinem ſchwelgk⸗

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ein ſterblicher Menſch, und Strafe und Vergeltung ſtehe in Gottes Hand allein. Ich warf den Dolch hin und ſagte zu dem Elenden:Geh hin und beſſere Dich, und möge Gott Dir Deine Schandthat gnädig noch verzeihen.

Wie ein Verzweifelnder ging er von dannen. Ich habe Nichts mehr von ihm gehört. Bis am Mor⸗ gen ſaß ich wachend an der Leiche meines früh ent ſchlummerten Lieblings. Als ich Maria's Bettvor⸗ hänge öffnete, nach ihr zu ſehen, war auch ſie eine Leiche. Gott hatte ſie von ihrem ſchweren Herzeleid durch einen ſanften Tod erlöſt.

Das Maß meiner Leiden war endlich voll. Die Gruft in der St. Marcuskirche verſchloß nun den Staub all meiner Lieben und Theuren in ihrem Schooße. Tante Roſalie beſchloß ihre letzten Lebens⸗ tage in ſtiller Kloſterzelle. Mich vermochte endlich mein britiſcher Freund zu überreden, daß ich mit nach England reiſte. Ich brachte mehrere Jahre daſelbſt zu und wurde endlich ruhiger.

Schon war ich entſchloſſen, daſelbſt zu bleiben, als mir eines Tages beim Durchblättern einer Mappe voll Naturzeichnungen meines ehemaligen Hofmeiſters das Bild der ſtillen St. Verenaklauſe bei Solothurn in die Hände fiel. Das Bildchen erfaßte mich mit hö⸗ herer Gewalt. Wie eine Eingebung des Himmels ergriff mich plötzlich der Gedanke, nach jenem verbor genen Winkel im ſchönen Schweizerland zu ziehen, und daſelbſt in ſtiller Abgeſchiedenheit in Wehmuth und in gefaßter Hoffnung eines beſſeren Jenſeits meine irdiſche Laufbahn zu beſchließen.

In meinem letzten Willenserlaſſe verſchenkte ich den größten Theil meines Vermögens einem Kranken⸗ hauſe der Vaterſtadt. Dann nahm ich Abſchied von meinem treuen und edelſinnigen engliſchen Freunde, und wandte mich den lieben Schweizerbergen zu.

Ich fand die Einſiedelei von St. Verena leer,

kund bekam ohne Schwierigkeit die Erlaubniß, ſie zu

bewohnen. Unter dem Namen Lorenzo Angelini ſehe ſch mit Sehnſucht dem Endziel meiner freudeloſen irdiſchen Laufbahn entgegen. Die Zeit hat zwar

bedenke, was ich Alles gelitten, was ich Alles verlo⸗ ten, dann kocht es noch immer in meiner alternden Bruſt, und der Orkan der Leidenſchaften will ſich noch nicht ganz legen. Aber dann kommen auch ruhigere Tage, in welchen meine Lieben wie verklärte Geiſter mir erſcheinen, und freundlich mir hinüberwinken in iine andere beſſere Welt. Dann ſtrecke ich wohl meine Arme aus und will ſie umfangen, und ſinke dann mit Thränen der Sehnſucht auf mein dürftig Stroh⸗ lager zurück.

Jolge. 475 So weit geht die Denkſchrift des ſchwergeprüften Dulders. Noch leben in Solothurn und Umgebung Viele, welche den milden und menſchenfreundlichen fremden Klausner gekannt haben. Er war ein hoch bejahrter ſchöner Greis. Voll und lang wallte ſein langer Silberbart auf ſeine braune Kutte herab. Ein ſtiller Gram und fromme Ergebenheit thronten in den edlen Zügen ſeines blaſſen und noch immer ſchönen Angeſichtes. Sein großes braunes Auge funkelte noch hier und da bei belebteren Geſprächen und verrieth, daß er das Menſchenleben im ganzen Umfange kennen gelernt, daß er auf ſeinem Dornen pfade des Lebens auch deſſen Roſen gepflückt habe. Endlich hat auch ihm ſeine Erlöſungsſtunde aus die⸗ ſem irdiſchen Jammerthale geſchlagen, und der lebens müde Greis iſt heimgegangen zu den ihm ſchon lange vorangegangenen Lieben. Seine Aſche ruht in der Todtenkapelle neben den Gebeinen ſeiner Vorgänger und Nachfolger in der romantiſchen Einſiedelei. Sein Name aber lebt noch immer fort im Munde des So lothurner Volkes, das ſein Andenken ſegnet und in hohen Ehren bält.

Gedicht von W. Lies*).

Heimweh.

Dort, wo die Lüfte milder wehen,

In meiner Heimath ſtillem Ort,

Der meiner Kindheit Glück geſehen, Ach, wär' ich nur ein Stündchen dort!

Nur einmal möcht' ich wieder ſchauen Die bunte, blumenreiche Flur;

Die Wälder und die grünen Auen, Ach ja, ein einzig Stündchen nur!

Gern wollt' ich wieder dann entfliehen, Ertragen ſtill der Trennung Schmerz, In weite Fernen wieder ziehen,

Zur Ruhe zwingen dieſes Herz.

Die Wolken eilen ſchnell von hinnen, Mein Auge ſchaut voll Thränen nach, Sie ſehen nicht die Thränen rinnen, Sie hören nicht das ſeufzendAch!

*) Aus: Gedichte von W. Lies.

Erſter Strauß. und Große. 1864. 1

Stendal, Franzen