Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
472
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maleriſche Schlucht, wo jetzt die Einſiedelei ſteht, die ihren Namen trägt, und die ſeit dieſer grauen Vor⸗ zeit immer von Eremiten bewohnt war. Unter der großen Anzahl derſelben, welche nach ihrer Flucht aus dem Weltgetümmel hier ſtille Ruhe und endlich in der Grabcapelle das Ziel ihrer irdiſchen Wander⸗ ſchaft gefunden, verdient die Geſchichte des frommen Bruder Lorenzo eine nähere Betrachtung, der vor mehrern Jahrzehnten lange Jahre hier gelebt hat und deſſen Angedenken noch friſch und geſegnet da ſteht in dem dankbaren Herzen des Volkes in weiter Umgebung rings herum. Wir geben die Lebensge⸗ ſchichte des Klausners in gedrängtem Auszuge nach einer Handſchrift, welche derſelbe hinterlaſſen und überſchrieben hat:

Angelini's Schickſal.

Ich ſtamme aus dem altadeligen Geſchlechte der Mocenigo in Venedig. Vater und Mutter ſind mir frühe geſtorben. Ich kam zu meinem Vormund Pi⸗ ſani, der meine Erziehung überwachte und die Ver⸗ waltung meiner beträchtlichen Güter beſorgte. Im Hauſe deſſelben wuchs ich mit ſeiner holden Toch⸗ ter Maria auf, mit der die innigſte Freundſchaft und bald genug die leidenſchaftlichſte Liebe mich ver band. Als Maria ihr zwölftes Altersjahr erreicht hatte, mußte ſie nach venetianiſcher Sitte zur Voll⸗ endung ihrer Ausbildung in ein dortiges Nonnen⸗ kloſter gehen. Nur einmal in der Woche war mir nun noch geſtattet, in Gegenwart ihres Vaters meine theure Baſe zu ſehen. Der Schmerz der Trennung ließ mich im vollſten Maße fühlen, wie theuer und unentbehrlich mir die Jugendgeſpielin bereits gewor⸗ den war. Nach dem Willen meines Vormundes ſollte ich mit meinem erfahrenen Hofmeiſter auf Reiſen gehen. Unter heißen Thränen nahm ich von Maria, die mir zur Braut beſtimmt war, den zärt⸗ lichſten Abſchied, und es entſpann ſich nun ein Brief wechſel, welcher die glühendſte Sprache leidenſchaft⸗ licher Liebe entfaltete. Ich bereiſte ganz Frankreich und kam nach der Schweiz. Die herrlichen Natur⸗ ſchönheiten dieſes freien Landes feſſelten mich mit aller Macht. Mein Hofmeiſter hatte einen ausge⸗ ſprochnen Hang zur Schwermuth, war aber nebenbei ein ſehr geſchickter Maler, den wildromantiſche Land ſchaftsbilder beſonders anzogen. So kamen wir da mals auch in die maleriſche Einſiedelei der heiligen Verena, und mein Lehrer machte mir denn das von ihm gezeichnete Bild der ſtillen Klauſe als werthes Angedenken zum Geſchenke.

Ueber den Gotthardt kehrten wir wieder nach Ita⸗ lien zurück, und reiſten über Mailand und Florenz nach Rom, wo wir in der ewigen Stadt mehrere Wochen

Novellen⸗Zeitung.

verweilten. In einem Kaffeehauſe der Weltſtadt der katholiſchen Chriſtenheit lernte ich zufällig einen Vet⸗ ter meiner Braut kennen, den venetianiſchen Nobile Adolfo Cornaro. Bald waren wir unzertrenn⸗ liche Freunde. Wir bereiſten gemeinſam Unteritalien, beſuchten Neapel, beſtiegen den Veſuv und gingen hinüber nach Sicilien. Von dort kehrten wir nach zweijähriger Abweſenheit auf dem adriatiſchen Meere nach unſerer Vaterſtadt zurück. Ich eilte ſogleich nach unſerer Ankunft zu meinem künftigen Schwiegervater, Senator Piſani, und dieſer verſprach mir, mich den nächſten Morgen zu ſeiner Tochter ins Kloſter zu begleiten. Es war ein ſeliges Wiederſehen, und ge rührt ſegnete der Vater unſern Herzensbund, indem er zugleich ſeine Tochter aus dem Kloſter nahm. Geräuſchlos, im engern Familienkreiſe, wurde mitten im Gelärme der lauten Faſtnachtsfreuden unſere Trau⸗ ung vollzogen. Mein Freund Adolfo befand ſich als Verwandter Maria's auch dabei. Er ſah ſehr blaß aus und entfernte ſich ſehr bald unter dem Vorwande von Unwohlſein aus der muntern Geſellſchaft. In ſtiller Zurückgezogenheit lebten wir ganz unſerm un⸗ getrübten, jungen, ehelichen Glücke. Wie der Früh ling gekommen war, zogen wir hinüber auf das Feſt⸗ land auf mein reizendes Landhaus, in der Nähe der Stadt Verona. Wir führten daſelbſt ein idylliſches Stillleben und machten nur von Zeit zu Zeit Aus⸗ flüge nach in der Nähe gelegenen Städten, Dörfern und Villen. Die Ausſicht auf Elternfreuden erhöhte wo möglich noch das Glück unſerer ehelichen Zärt⸗ lichkeit.

Mit meinem Freunde Adolfo wechſelte ich hin und wieder Briefe. Sie kamen und gingen immer ſeltener und ſeltener. Nachdem er in düſterer Schwer⸗ muth längere Zeit in Venedig gelebt, verreiſte er nach der Kaiſerſtadt Wien, wo er ſich einem zügelloſen und ausſchweifenden Leben ergab. Im Spätherbſte

beſchenkte mich meine Gattin mit einem wunderſchönen

und geſunden Knaben. Unſer Glück war vollkommen. Nach beendigtem Wochenbette kehrte ich mit Mutter und Kind nach Venedig zurück, um den Winter dort zuzubringen.

Wir mußten im weitläufigen Palaſte des Sena⸗ tor Piſani wohnen, der indeſſen zum Protector von St. Marcus ernannt worden war. Meinen Palaſt hatte ich an einen reichen Engländer Lord Edgecombe vermiethet, der, um ſeines Spleens los zu werden, die berühmten Carnevalsbeluſtigungen von Venedig

mitmachen wollte. Der Brite war Inhaber eines Parlamentfleckens, und konnte als ſolcher fünf Mit- glieder in das Unterhaus wählen. Dennoch war er

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