Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
446
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Capitain Jackſon, einer von Stuart's Adjutanten und gleichzeitig ſein Zögling, folgt ihm ganz würdig in ſeinen Fußſtapfen. Der folgende Beweis ſeiner Kühnheit würde ſelbſt Stuart Ehre gemacht haben.

Capitain Jackſon war gefangen genommen worden; vor den Commandanten der Hauptwache geführt, lud dieſer, der ſich eben zu Tiſche ſetzen wollte, ihn ein, ſein Mahl zu theilen. In dieſem Augenblick kam ein Adjutant des Generals Keyes, des Befehlshabers des vierten Armeecorps des Potomac⸗ heeres, an. Dieſer Officier lehnt die an ihn gerichtete Ein⸗ ladung abzuſteigen und etwas zu genießen ab, nimmt aber ein Glas Cognac an.

Der Gefangne füllt ein Glas, erhebt ſich und reicht es dem Adjutanten; im Augenblick aber, wo der Letztre das Glas ſeinen Lippen nähert, fällt es aus ſeinen Händen, denn Jackſon hat ſich hinter ihm auf das Pferd geſchwungen, ihn mit einem Arme umfaßt, ſich mit der andern Hand des Zau⸗ mes des Pferdes bemächtigt, dem er die Sporen giebt, mit ihm nach den Vorpoſten galoppirt, zwiſchen denen er, von einer Menge Kugeln verfolgt, durchreitet und zu ſeinem General zurückkehrt, dem er einen Gefangnen zuführt.

Der Verluſt Stuart's iſt ſicher für die Conföderation ein ſehr großer Verluſt, doch die Conföderirten werden ihn weit weniger gewahr werden, als den von Stonewall Jack⸗ ſon, denn, wie man ſieht, hat der Erſtere Zöglinge hinter⸗ laſſen, die ihn zu erſetzen im Stande ſind, während ſich für den Letztern noch kein Erſatz aufgefunden hat. C.

Tippo Saib's Grab.

Von demſelben giebt Colonel W. Campbell in ſei⸗ My Indian Journal die folgende Be⸗

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nem Tagebuche: ſchreibung:

Das Grab ſelbſt iſt ein großes hübſches Gebäude

im mauriſchen Styl, das in Säulen von ſchwarzem Mar⸗ mor endigt, über dem ſich eine Art von Minaret erhebt, welches ſehr kunſtvoll gearbeitet und reich vergoldet iſt. Das Innere, welches den ganzen Raum des Gebäudes einnimmt, iſt in einem Muſter von verſchiedenen Schattirungen von Braun augenſcheinlich in Nachahmung von Seiden⸗ Sammet gemalt und harmonirt ſehr gut mit dem feierli⸗ chen Anſehn des Ortes. Es iſt kein Tageslicht zugelaſſen. Es giebt in der That keine Oeffnung, durch die es einen Ein⸗ gang finden könnte, außer dem niedrigen mauriſchen gewölb⸗ ten Eingang, durch den wir in das Innere eingetreten waren. Das Gewölbe wird durch eine Menge goldner und ſilberner Lampen erhellt, in denen wohlriechendes Oel gebrannt wird, welches die Luft ſehr unrein und drückend und folglich ſehr unangenehm macht; dieſe Lampen werden Tag und Nacht brennend unterhalten und von Prieſtern bedient, die zu dieſem Zweck angeſtellt ſind. An einer Seite des Gewölbes be⸗ fandeſich ein Gefäß, worin Weihrauch gebrannt wurde, und in der Mitte erhoben ſich drei Gräber; in einem derſelben ruht Tippo Saib, der am 4. September 1799 bei dem Sturm der Engländer auf Seringapatnam ſein Leben verlor; in dem zweiten deſſen Vater Hyder Ali, und im dritten ſeine Mutter. Jedes Grab war mit einem Leichentuch von ſchwe⸗ rem mit Gold geſtickten Atlas bedeckt, und über allen drei Gräbern war ein mit carmoiſinrothem Tuche und einer dun⸗ keln goldnen Franſe bedeckter Baldachin, und über jedem Grabe und an jeder Ecke des Baldachins hing ein Strau⸗ ßenei. C.

Novellen⸗Zeitung.

Menſchenopfer der alten Mexiraner.

Michel Chevalier ſagt in ſeiner Schrift:Le Mexi- que ancien et moderne:

Es iſt eine Thatſache, daß nie ſo viele Menſchen ge⸗ opfert worden ſind, als unter dem Letzten der Montezumas. Dieſer abergläubiſche Fürſt, der entweder unter dem Ein⸗ fluſſe der Prieſter ſtand, oder von traurigen Ahnungen ge⸗ quält wurde, deren Drohungen er vorzubeugen glaubte, in⸗ dem er die Altäre mit Blut überſchwemmte, ermüdete nie, die Zahl der Opfer zu vermehren. Die Gefährten des Cor⸗ tez hatten die Geduld oder den Muth, die Schädel zu zählen, welche im Innern weniger Tempel als Trophäen aufgeſtellt waren, und bei einer Gelegenheit fanden ſie deren 136,000. Nach der mäßigſten Schätzung wurden zur Zeit der Ankunft der Spanier in Mexico dort jährlich 20,000 Menſchen ge⸗ opfert. Bei der Einweihung des großen Tempels des Got⸗ tes Huitzilopochtli in deutſchen Schriften gewöhnlich, aber unrichtig Vitzliputzli genannt in Mexico im Jahr 1486, dreiunddreißig Jahre vor der Eroberung, wurden 70,000 Opfer eins nach dem andern geſchlachtet, welche ſeit mehre⸗ ren Jahren in allen Theilen des Reichs dazu geſammelt wor⸗ den waren. Dieſe Schlächterei dauerte mehrere Tage lang

V ohne Unterbrechung fort; die Proceſſion dieſer Unglücklichen

bildete einen vier Meilen langen Zug. Die Opfer waren Verbrecher oder Rebellen. Wenn eine Stadt ſich eine Verletz⸗ ung der Treue gegen den Souverain hatte zu Schulden kom⸗ men laſſen, ſo mußte ſie zur Strafe eine gewiſſe Zahl von Männern, Weibern und Kindern liefern. Der Krieg trug am meiſten dazu bei, die für die Opfer erforderliche Men⸗ ſchenzahl herbeizuſchaffen. In einer Unterredung mit Cortez entgegnete der Kaiſer, als er von dem Conquiſtador gefragt wurde, welche Gründe ihn dazu beſtimmt hätten, die Ange⸗ legenheit mit den Tlascalanern, die ſich geweigert hatten, die Scuverainetät Montezuma's anzuerkennen, nicht zu Ende zu bringen,wenn der Krieg aufgehört hätte, ſo würde er in große Verlegenheit gerathen ſein, um die für die Götter er⸗ forderlichen Opfer in genügender Zahl herbeizuſchaffen. Da dieſe Opfer von Nationen geliefert wurden, welche den⸗ ſelben religiöſen Glauben hatten, ſo unterwarfen ſie ſich ohne Klage ihrem Schickſal. Das gemeine Volk betrachtete ſie als an die Gottheit abgeſchickte Boten, von welcher ſie mit Gunſt bewillkommnet würden, weil ſie ihnen zu Ehren gelitten hätten. Es erſuchte ſie, ihre Bitten den Göttern vorzutragen und dieſelben an ihre Angelegenheiten zu erin⸗ nern. Ein Jeder vertraute ihnen ſeine Wünſche an und be⸗ merkte dabei:Da Ihr bald bei meinem Gotte fein werdet, ſo laßt ihn meine Bedürfniſſe wiſſen, damit er ſie befriedigt. Sie ſchmückten ſie und machten ihnen, ehe ſie geopfert wur⸗ den, Geſchenke. In gewiſſen Fällen wurde in dem Tempel ein mit Tanz vermiſchtes Feſt gefeiert, an dem der Gefan⸗ gene theilnahm, und in dem letzten Augenblick wurde ihm die wichtigſte Botſchaft, die er den Göttern überbringen ſollte, mitgetheilt. C.

Misrellen.

Eines der berühmteſten in Madrid befindlichen Gemälde iſt ein Familienbild des Don Diego Velasquez de Silva, welcher, gleich ſeinem Freund Rubens, nicht bles Maler, ſondern auch Staatsmann und Geſandter war. Dieſes Bild, welches den Künſtler und deſſen ſämmtliche Angehörige dar⸗ ſtellt, und unter dem Namendie Familie als ſein aus⸗

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