Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
445
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vierte Holge. 445

has. Kopf von einiger Phantaſie von einer ſeltenen Reich⸗ ten des Herrn Struve, die übrigens mit Einſeitigkeit haltigkeit und Tiefe pſychologiſcher Motive und Con⸗ fenſei des Oceans nur die Vorzüge und diesſeit vor⸗ fliete ſind. ſerrſchend die Mängel ſehn und ſich bei einer unru⸗

Fung ge⸗. 3

Vod Solche Mittheilungen und noch mauche andere higen, oft excentriſchen Art des Denkens und Schrei⸗ 3. deh Schilderungen über amerikaniſches Leben und Treiben bens nicht durch Gediegenheit ſtyliſtiſcher Darſtellung 8 enielt bilden ſicherlich den werthvolleren Kern in den Schrif⸗ auszeichnen können.

ne Feuilleton.

Der General Stuart.

Der kürzlich in Virginien an Wunden, die durch die ertragenen Anſtrengungen ſich verſchlimmert hatten, ver⸗ ſtorbene General der Conföderirten, Stuart, war höchſtens achtunddreißig Jahr alt.

Stuart war von einer mehr als mittlern, edeln und

An dem linken Ufer des Potomac herrſchte Ueberfluß; an dem rechten die bitterſte Noth. General Stuart ſtellte ſich an die Spitze von 500 Rei⸗

tern, ritt an dem Fluſſe hinauf bis an die Furt bei Willi⸗ amsport, wo er auf das linke Ufer überſetzte, Hagerstown

erreichte und bei Frederick in dem Rücken des Centrums der

Armee des Nordens 500 mit Lebensmitteln und Kleidungs⸗ ſtücken beladene Wagen wegnahm. Er wußte verſchiedenen Truppenabtheilungen, die zu ſeiner Verfolgung ausgeſchickt waren, geſchickt auszuweichen, kam drei Tage ſpäter wieder am Potomac an, ſchlug ein feindliches Regiment, das ſich ihm entgegenſtellte, in die Flucht, nahm demſelben zwei Ka⸗ nonen ab und gelangte mit ſeiner Beute glücklich auf das rechte Ufer des Fluſſes zu den Seinigen.

Stuart fühlte ſich nie glücklicher, als wenn es ihm ge lang, den Feind zu myſtificiren. Eine ſich ihm dazu darbie⸗ tende Gelegenheit ließ er ſelten unbenutzt.

Als er ſich eines Tages mit ſeiner Cavallerie in Mar⸗ tinsburg befand, erfuhr er, daß der General Pleaſanton, der 2000 Reiter unter ſeinen Befehlen hatte, ſich mit ſeiner Auf⸗ ſuchung beſchäftige. Er warf einen Mantel, wie die Bun⸗ den Verluſt eines ſolchen Mannes den Conföderirten weniger destruppen ihn tragen, über ſeine Schultern, ſchwang ſich empfindlich machen werden. in den Sattel und ſchlug ganz allein den Weg nach dem

Stuart beſaß nichts; er überließ den ihm von ſeinen Bivouac der Nordarmee ein, deren Feuer er in der Ferne

ſchönen Taille. Seine ganze Perſon trug das Gepräge des

ausgezeichneten Mannes. Sein braunes, mit einem dichten

ſchwarzen Barte eingefaßtes Geſicht athmete die größte Kühn⸗ V heit und durch einen ſonderbaren Contraſt zugleich ein Ueber⸗

maß von Güte. Es war die lächelnde Kraft. Einfach, mit⸗

theilend, familiär, heitern Humors, war er von Jedermann

einen eben ſo wohl von ſeinen Vorgeſetzten, Seinesgleichen und

ſo noch ſeinen Untergebenen angebetet. Gleichwohl verſtand er es, ſich gelegentlich, unter der Herrſchaft der Pflicht, ſtreng zu zeigen. Eiferſüchtig darauf,

das Beiſpiel zu geben und ſeine Perſon zuerſt den Gefahren

g auszuſetzen, vergab er es nie, wenn ſein Corps nicht das

that, was es ihn machen ſah. In ſeiner Schule lernte man

es aut mit leicht; eine ſeiner Expeditionen ſtand an Werth einem Feld⸗ adurch vor zuge gleich. In Folge deſſen hinterläßt er Zöglinge, welche

Razzias zugefallenen Antheil den Wittwen der unter ſeinem Befehl gefallenen Soldaten.

Er war die Vorſehung der Armee; wo er zugegen war, konnte man verſichert ſein, daß ihr nichts fehlen werde. So⸗ bald der Hunger ſich im Lager bemerkbar machte, ließ er das Signal zum Satteln geben, ſprengte mit einigen Hundert ſeiner Reiter fort, umging einen der Flügel des Bundesheeres, ſtürzte ſich auf ihre Magazine, und ehe noch Alarm gegeben wurde, kehrte er ſchon um den entgegengeſetzten Flügel zu den Seinigen zurück.

Seine Unternehmungen grenzen an das Wunderbare. Eine der unglaublichſten wurde während des Feldzugs in Maryland ausgeführt.

Von dem eingebildeten Triumphe bei Antietam be⸗ rauſcht, überließ das Bundes⸗Potomac⸗Heer ſich in Pleaſant

Valley, das ſich zu einem feſtlichen Rendez⸗vous geſtaltet hatte,

allen möglichen Genüſſen. Man kam von Waſhington zu

ſich ganz beſonders um Stuart.

bemerkte.

Im Augenblick, wo er den Rand des von den Bundes⸗ truppen beſetzten Waldes erreichte, ſtieß er auf zwei Officiere, welche abſeits an einer Stelle, wohin die Lichtſtrahlen der brennenden Feuer nicht drangen, plauderten. Stuart redete ſie an; das Glück hatte ihn begünſtigt, denn es war der An⸗ führer der Colonne mit einem ſeiner Adjutanten, auf den er geſtoßen war. Die Unterhaltung dauerte fort und drehte ſ Eine Viertelſtunde verging ſo, dann zog Stuart ſein Cigarrenetui heraus und indem er es den beiden Officieren hinreichte, ſagte er:

Eine Cigarre, meine Herren; ich gebe ſie Ihnen als echte Havannah! 8

Er ſelbſt nahm ebenfalls eine, zog dann ſein Etui mit Streichhölzchen heraus, um eins in dem Augenblick anzuzün⸗ den, wo der Blick der beiden Officiere auf ihn gerichtet war. Er näherte das Streichhölzchen ſeinem Geſichte und beleuch⸗

tereſſant n Vergnügen⸗Partieen dahin; man trank, tanzte und berauſchte tete es; der Bundesgeneral erkannte Stuart und ſtreckte ſeine die belun ſich dort. Das Freudengeſchrei, das auf den Höhen von Hand aus, um ſich des Zaumes von Stuart's Pferd zu be⸗ und beiß Maryland ertönte, drang bis zu den Conföderirten, welche mächtigen, doch ſo raſch die Bewegung auch war, ſo war ſie eitens die ihrerſeits nur ein Gefühl der Aufregung und des Neides da⸗ doch nicht raſch genug; Stuart hatte ſein Pferd ſchon herum⸗ jatütliches rüber empfinden konnten, das bei Leuten, denen es alle zwei gewendet und verſchwand in der Dunkelheit, während er den füür jedn Tage am Brode fehlte, ſehr natürlich war. beiden Officieren noch ein lautesgood night zurief.

ut 1.