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gewaltigen Erdrevolutionen entſtanden, ſo drohend über die Biegungen der Straße, hin und wieder über einzelne Viaducte herab, daß man befürchtet, ſie müß⸗ ten im nächſten Augenblicke unter den donnernd über ſie herabſtürzenden Katarakten einbrechen und das Thal mit ihren Trümmern verſchütten. Tiefe Schluch⸗ ten trennen auch das Thal ſelbſt noch auf kurzen Zwiſchenräumen, ſo daß man endlich auf keine Er⸗ löſung aus dem Abgrunde glaubt rechnen zu dürfen, als wenn man den Weg zurückkehrt, den man gekom— men iſt. Hat man endlich die Ecke einer hohen Fel⸗ ſenwand erreicht, die faſt wie eine Theaterdecoration vorgeſchoben erſcheint, ſo bietet ſich dem Auge des überraſchten Reiſenden eine Art von Weltwunder dar, die erſte der beiden aus der Ferne endlos erſcheinen⸗ den Brücken, die vermittelſt 19 hoch und weitgeſpann⸗ ter Bogen die beiden tiefen Schluchten im Thale überwölben. Darauf erblickt man wieder ein weites Stück der prächtigen Kunſtſtraße, wie ſie über die letzte Brücke führt und dann abermals nach zahlloſen Windungen in einem Felſenlabyrinthe verſchwindet. Erſt nach drei Stunden hat man den Ausgang des Paſſes erreicht, der im Falle eines Krieges zu den ſtrategiſch wichtigſten Punkten in Catalonien gezählt wird. In der Ebene angekommen, führt eine ſchöne, ſteinerne Brücke von 9 Bogen über den in den Kriegs⸗ berichten ſo oft genannten Fluß Llobregat nach dem dicht gegenüberliegenden Moulins del Rey.
Hat man ſich des ſchönen Bauwerkes gefreut, welches, gehörig befeſtigt, als der Schlüſſel und das eigentliche Thor zu der Hochebene von Barcelona be⸗ trachtet werden kann, ſo weilt der Blick mit Entzücken auf dem bezaubernden Landſchaftsgemälde, welches rechts von Esplugas, über das Thal von Hospitalette hin⸗ aus, einem unabſehbaren, mit Wäldchen, Kornfeldern und Weinpflanzungen durchwebten Parke gleicht, der an ſeinem äußerſten Rande durch den Ocean und die Felſenfeſte Monjuy begrenzt iſt.
Wir ritten über die Brücke von Moulins del Rey, die uns vor Jahren, um ſie zu paſſiren, ſo oft Kopfbrechen und Manchem ſelbſt Kopfſchmerzen ver⸗ urſacht hatte, und jetzt wie jede andere ſteinerne Brücke ausſah, nachdem die ſtarken Verſchanzungen, Thore, Redouten und Flankenthürme von ihr ent⸗ fernt waren.
Im Dorfe ſelbſt, das noch allerletzt im Bürger⸗ kriege, als der berüchtigte Graf Espana ſein Haupt⸗ quartier dort hatte, bei ſeinem Abzuge nach Barcelona faſt gänzlich eingeäſchert war, fanden wir in einem ſehr mittelmäßigen Oſtal nur ſehr dürftige Bewir⸗ thung. Wir ſahen uns daher genöthigt, zu unſerem Reiſemagazin unſere Zuflucht zu nehmen, das, Dank
Novellen⸗
Zeitung.
der von Sir Robert dafür ſtets gehegten Sorgfalt, für einige Tage wohl verſehen war. Es reiſt ſich gar ſchlecht mit leerem Magen und leeren Taſchen. Die Hälfte des Vergnügens geht verloren; man muß ent⸗ weder ein caſtilianiſcher Hidalgo oder einer von des Don Carlos ehemaligen Soldaten ſein, um derglei⸗ chen Mängel ſchweigend ohne Murren auf die Dauer ertragen zu können!
Ohne irgend ein Abenteuer verging ſelten ein Tag, zur Zeit, als wir während des Krieges in Spa⸗ nien reiſten; auch jetzt ſollten wir eins erleben, noch ehe wir nach Villanova zurückkehrten.
Wir hatten unſer Mahl eingenommen und ſprachen im Schatten einer Weinlaube die alten und die neuen Zeiten durch, als einer von den beiden ſpaniſchen Officieren, deren Anerbieten uns zu begleiten wir Abends zuvor im Gaſthauſe, wo ſie mit uns ſpei⸗ ſeten, bereitwillig angenommen hatten, auf ein im Hofe immer lauter werdendes Geräuſch horchend, durch den auf den Mund gelegten Finger das gewöhnliche Zeichen zum Schweigen gab. Gleich darauf trat der Padrone de Caſa in den Garten, drehte verlegen die rothe cataloniſche Mütze in den Händen, und es dauerte lange, ehe er vor lauter Eingangsreden zum eigentlichen Zwecke kam. Endlich kam ſo viel heraus, daß ſoeben einige Arrieros flüchtig des Weges von Lerida angekommen wären, denen ein Haufen des berüchtigten Bandenchefs El Monacid ihre mit Baca⸗ lao und Wein beladenen zehn Maulthiere abgenom⸗ men hätte..
Wir waren nicht wenig überraſcht bei dieſer Nachricht, da der Ort, wo die That verübt ſein ſollte, kaum zwei Leguas von Moulins del Rey entfernt war. Wir mußten es den Officieren überlaſſen, welche Maßregeln für den Augenblick zu ergreifen ſeien.
Einer von ihnen war ſchon hinausgegangen, um ſelbſt mit den Beraubten zu ſprechen. Es dauerte nicht lange, ſo hörten wir einen heftigen, mit häufi⸗ gen Flüchen untermiſchten Wortwechſel und gleich darauf ſahen wir den Officier, der einen recht ver⸗ ſchmitzt ausſehenden Landmann am Mantel hinter ſich herzog. Durch die offene Thür bemerkten wir unſern Matroſen von Villanova, der einen andern wild aus⸗ ſehenden Burſchen am Kragen feſthielt.
„Sehen Sie ein wenig auf, Don Pasquale! Er— kennen Sie nicht in dieſem prächtigen Payſano den Sergeant Laguayra, den Spitzbuben vom 2. Bataillon Carriadores de Sevilla, der vor acht Wochen zu dem Brigandenchef El Monacid überging?“ redete der Of⸗ ficier ſeinen Gefährten an.„Hier ſteht er vor Ihnen in eigenſter Perſon, el birbante, um den Spion, den Verräther an den Truppen Sr. Majeſtät zu machen;
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