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ner mit einem ſolchen Probleme abmühen, heißt denn doch einen modernen Don Quixote ſpielen und gegen Windmühlenflügel nutzloſen Krieg führen. Du ſollſt deshalb Deine edlen Gedanken nicht aufgeben, dem Wunſche Deines Herzens nicht Stillſtand gebieten und gleichgültig das leider Unvermeidliche mit anſehen; nein, aber Du mußt Deine Wünſche mit dem Ver⸗ ſtande regeln, darfſt Deine einfache Kraft nicht an einem himmelſtrebenden Felſen verſuchen wollen, ſo lange noch kleinere und größere Feldſteine Dich in nächſter Nähe umgeben. Du wirſt mich verſtehen, Oskar, mein Wunſch läuft mit dem Deines verſtor⸗ benen Vaters zuſammen; mache in Deinem Bereiche glücklich, wo Du kannſt, thue immer das Nächſte, ohne die Kraft am Unerreichbaren zu zerſplittern, und Du wirſt Deiner Pflicht und Dir ſelbſt genug thun. Edle Thaten zieren den Mann, und Werke der Menſch⸗ lichkeit verdienen den ſchönſten Lorbeer; aber mit Wind⸗ mühlenflügeln fechten nur die Thoren, und man be⸗ dauert mit Recht die Kräfte, welche dabei vergeu⸗ det werden, und die an recht Gutes wirken könnten.“
„Du magſt Recht haben, Rudolph, und ich bin Dir dankbar für Deine offene Zurechtweiſung; aber dennoch iſt es ſchmerzlich, nicht überall hülfreich ſein zu können. Ja, wenn ich ein König, wenn ich ein Herrſcher über Millionen wäre!“
„So würdeſt Du vielleicht weniger Gelegenheit zum Glücklichmachen haben, als jetzt in Deinen be⸗ ſchränkteren Verhältniſſen. Des Herrſchers Pflichten ſind gar große und viele, und, Oskar, er kann mit dem beſten Herzen der ſchlechteſte Regent ſein. Ein gutes Herz iſt eine ſchöne menſchliche, doch keine her⸗ vorragende Herrſchertugend. Ein Herrſcher, deſſen Blick über ein ganzes Reich, über viele Millionen Menſchen ſich erſtrecken ſoll, die alle auf ihn ſehen, kann das Wenigſte ſelbſt thun. Räthe und Diener müſſen überall ſeine Werkzeuge ſein, und mit dem beſten Herzen kann er am leichteſten unwürdige Werk⸗ zeuge wählen, kann mit dem redlichſten Willen ſei⸗ nem Volke doch Fluch ſtatt Segen, Unterdrückung ſtatt Erhebung, ſchwerere Tage ſtatt des gehofften goldenen Zeitalters bringen, ohne ſelbſt nur eine Ah⸗ nung davon zu haben. Deshalb, Oskar, haſt Du in Deinen Verhältniſſen, wo Du Alles ſelbſt thun, über⸗ all ſelbſt prüfen kannſt, mehr Gelegenheit, Gutes zu ſtiften, als vielleicht wenn Du eine Krone trügeſt.“
Graf Brenken ſchwieg. Er hatte ſich nach ſei⸗ nem Schreibtiſche gewandt und kramte in den Käſten deſſelben. Löwen trat an das Fenſter und blickte in die Straße der Reſidenz hinab, wo immer Leben und Abwechslung herrſchte.
Novellen⸗Zeitung.
Nach einer Weile fragte Brenken:„Was meinſt Du, Rudolph, wie mache ich die Tour durch meine Güter?“
„Ich dächte, Du begänneſt mit dem Stammſitze und gingſt dann von einem zum andern bis nach Z.,“ entgegnete Löwen.
„Gut, mag es ſo ſein. Wenn es Dir recht iſt, ſo wollen wir morgen früh aufbrechen— nicht wahr, Du begleiteſt mich doch, Rudolph?“
„Darf ich meinen Reiſegefährten im Stiche laſſen? Wenn Du mich nicht fortjagſt, folge ich Dir bis an der Welt Ende. Rudolph von Löwen hat nicht viel mehr zu verlieren als Dich.“(Fortſetzung folgt.)
Spaniſche Küſtenbilder.
Von E. Heuſinger.
(Schluß.)
Links, das erſte hohe ſteinerne Gebäude am Ein— gange von Villafranca hatte mir einen ganzen Win⸗ ter hindurch zur Wohnung gedient. Der Eigenthümer, Don Felipe Ignacio de Moratin, obgleich ein ahnen⸗ ſtolzer, hochfahrender, echt ſpaniſcher Don, hatte ſich mir nach näherer Bekanntſchaft ſtets ſo wohlwollend erwieſen, daß er mich zuletzt ſeinen Sohn nannte.“
Meine Reiſegefährten hatten⸗das Thor noch nicht erreicht, als ich ſchon an der von mir geöffneten Haus⸗ thür den üblichen Gruß:„Ave Maria!“ erſchallen ließ. Erſt als ich den Gruß einige Male wiederholt hatte, erſchien ein in ein ſchwarzes Gewand eingehüllter alter Mann, auf einen Stab geſtützt, auf dem Balcon. Ohnerachtet der ſehr veränderten Geſtalt des einſt ſo ſtattlichen Mannes erkannte ich nach einiger Prüfung meinen früheren Hauswirth an der hohen Stirn und der ſcharfgebogenen Naſe, beſonders an dem ſtrengen Blicke, mit dem er jeden Fremden zu muſtern pflegte, bevor er ihn anredete.
„Don Ignacio!“ rief ich,„kennt Ihr einen alten Freund vom regimento della muerte nicht wieder, der ſo lange Monate Euer Gaſt geweſen?“
„Madre de Dios!“ rief der Greis, indem er die Hände über dem Kopfe zuſammenſchlug, ſo daß der Stab, der ihm zur Stütze diente, zu Boden fiel. „Tu es buelto, mi hijo?“(Du biſt zurückgekehrt, mein Sohn ⁷) 8
Endlich überzeugte er ſich von der Identität mei⸗ ner Perſon an einer Narbe auf der linken Hand, von einer Wunde herrührend, die ich in einem Scharmü⸗
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