Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
437
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ermeſſen, und nun ſtürmte er gänzlich unvorbereitet auf ihn ein. Der freudige Jüngling hatte den ern⸗ ſten Mann in der Fülle der Kraft zurückgelaſſen, ſie hatten beim Abſchiede Beide keine Todesahnung ge⸗ hegt, und nun der Trauernde wiederkehrte, fand er das Vaterhaus verlaſſen, die Dienerſchaft in Trauer, die Gemächer einſam und leer, er mußte in die Fa⸗ miliengruft hinabſteigen und zwiſchen den kalten, me⸗ tallenen Särgen mit den goldenen Namensziffern und Wappenſchildern knieen, wenn er bei den Eltern wei⸗ len wollte.

Als er in das väterliche Haus zurückkehrte und die Lücke fühlte, welche der Tod hier gemacht, lernte er erſt die ganze Größe ſeines Verluſtes begreifen, und er gab ſich rückhaltslos dem unendlichen Schmerze hin. Er wies allen Troſt, jede Theilnahme Fremder zurück; was hatten ſie zu thun mit ſeiner heiligen Trauer? wie ſollten ſie verſtehen können, was in ſei⸗ ner Bruſt tobte? Nur der Freund durfte bei ihm ſein; nur ſeine Nähe, ſeinen Zuſpruch duldete er, nur Lö⸗ wen's Tröſtungen vermochten ihn aufzurichten in die⸗ ſem Leide, unter deſſen verzehrender Gewalt ſeine Jugendfriſche und Geſundheit zum Schatten zu wer⸗ den drohten.

Baron Löwen ſah ein, das konnte nicht ſo fort gehen. Dieſer Schmerz in brütender Unthätigkeit iſt ein ätzendes Gift, welches die beſten Lebenskräfte aus⸗ ſaugt. Oskar mußte eine Beſchäftigung haben, und eine ſolche zu finden, konnte für einen der reichſten Erben im Lande nicht ſſchwer werden. Der verſtor⸗ bene Graf war ein ſehr guter Haushalter geweſen und hatte, trotz ſeiner Stellung bei Hofe, ſeine Güter auch perſönlich nicht vernachläͤſſigt. Die Güter waren nicht verpachtet, ſondern wurden von Rentmeiſtern für den Grafen verwaltet, und dieſer pflegte auf jeder einzelnen Beſitzung wenigſtens einige Tage im Jahre zu verweilen, um ſich über die Zuſtände zu unterrich⸗ ten und mit den Landleuten zu verkehren, welche ihn den Herrn nannten, und die wohl hier oder da eine Bitte, einen Wunſch hegten, welche der menſchen⸗ freundliche Graf nicht gern unerfüllt ließ, ſobald ſie nur irgend billig waren. Der Verſtorbene hatte ein Herz für die armen Leute gehabt, und noch in ſeinen Abſchiedszeilen an den Sohn, welche er mit ſchon unſicherer Hand niederſchrieb, hatte er ſeinem Erben die armen Leute anempfohlen und die Sorge für ſie ihm zur Pflicht gemacht.

Wenn Du Deinen Vater wahrhaft liebſt und ihn noch im Tode ehren willſt, ſagte Löwen zu dem Trauernden,ſo erfülle ſeinen letzten Willen mit Sorgfalt und Treue. Dieſes unthätige Hinbrüten reibt Dich auf, und der neue Reichsgraf von Bren⸗

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ken hat keine Zeit dazu, ſich müßigem Jammer zu überlaſſen. Seine Unterthanen haben das erſte Recht an ihn, Herrſcher betrauern ihre Väter am würdigſten, wenn ſie für das Wohl des ihnen überkommenen Er⸗ bes thätig ſind. Alſo erfülle den letzten Wunſch Deines Vaters, bereiſe Deine Güter, ſetze Dich von ihrer Verwaltung in Kenntniß, und ſieh zu, ob auch den armen Leuten noch ihr Recht geſchieht, nachdem Dein Vater die Augen geſchloſſen hat.

Dieſes ernſte Wort zündete. Oskar richtete ſich empor, und in ſeinen Augen leuchtete ein ſchwärme⸗ riſches Feuer auf.

Ja, Du haſt Recht, Rudolph! rief er und reichte dem Freunde die Hand,ich will hingehen und mei⸗ nes Vaters Willen treu erfüllen; aber Du begleiteſt mich. Du mußt bei mir ſein, mußt mir helfen das Rechte thun! Ich möchte gern recht Viele glücklich machen; ich möchte die ganze Welt glücklich ſehen und jede Thräne trocknen, welche im Elende geweint wird, jeden Seufzer ſtillen, den Noth und Hunger, ſchwere Arbeit und eiſige Winterkälte den ſchutzloſen Armen erpreſſen; aber da mein Arm doch nicht weit reicht, ſo will ich es wenigſtens auf meinen Gütern verſuchen. Ich habe während meiner Jugend ſowohl in der Reſi⸗ denz als auch in der Univerſitätsſtadt viel Elend ge⸗ ſehen, ohne überhaupt oder doch durchgreifend helfen zu können, und es hat mir immer das Herz zerſpren⸗ gen wollen, wenn ich es ſehen und vorübergehen mußte. Ich konnte zu ſolchen Zeiten niemals eine Stunde der Freude rein genießen; im Gegentheil, wenn ſie mir geboten wurde und Freude und Luſt mich um⸗ tobten, ſtand nur um ſo jammervoller das Bild der Armuth vor meiner Seele. Je lauter die Heiterkeit ertönte, um ſo klagender däuchte mir die Stimme des Elends, und ich vermochte mich nicht zu freuen. Ich hätte weinen mögen ja, ich konnte mir nicht helfen, ich habe oft geweint! Ich habe unſern Reichthum und den Glanz verflucht, der uns umgab, und der mir doch nicht die Macht verlieh, das Elend ſtillen zu können! Was war es, wenn ich Einigen half, Einige wenigſtens dem augenblicklichen Elende entriß? Hinter ihnen ſtanden Hunderte, Tauſende, wohl viele Millionen, denen ich nicht helfen konnte, denen kein Menſch half! O, an dieſem Probleme der Menſchen⸗ beglückung habe ich gerüttelt, wie der Gefangene an den Eiſenſtäben ſeines Kerkers, und daß ich nicht da bei wahnſinnig geworden bin, kann ich ſelber kaum begreifen. 4

Du biſt ein edler Schwärmer, Oskar, und Deine Gedanken ſind gut und löblich, ganz des Herzens wür⸗ dig, welches in Deiner Bruſt lebt und liebevoll die ganze Welt umfaſſen möchte. Aber ſich als Einzel⸗