Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
435
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ſcher, während jetzt die letzten Sproſſen unſerer Stämme Knechte der Muſelmänner ſind. O, der Kaiman des Nils iſt weniger grauſam, als die verruchten Beken⸗ ner des Propheten, dieſe Barbaren, welche den ſegens⸗ reichen Strom umwohnen! Sie achten die armen Eingeborenen geringer, als ihre Thiere, und zwingen die elenden Sclaven zu dem Entſetzlichſten. Meinen Mann ſchleppten ſie in den Krieg, aus dem er nicht wiederkehrte; meine Knaben wurden todtgepeitſcht, weil das Blut ihrer Mutter in ihnen rollte, und ſie ſchimpfliche Arbeit weigerten; meine Tochter, o dieſe Blume des Orients mit den Granatlippen und den Augen von Brillanten gefiel unſerm Herrn, der ſie für ſeinen Harem begehrte. Die arme ſchwache Mutter konnte ihm nicht wehren; aber Natina ſelbſt ſtarb lieber, und ich fand ſie mit durchbohrtem Herzen in unſerer elenden Hütte. Jetzt hielt mich nichts mehr im Lande meiner Väter zurück, das mir keine Heimath mehr, nur noch einen Ort der Qual und der Schande bot. Durch meiner Tochter Widerſtand und Tod gereizt, war unſer Herr, der ſtolze Muſel⸗ mann, auch auf mich zornig, auf das alte, elende Weib. Tagtäglich zerfetzte mich die Peitſche des Auf⸗ ſehers, bis ich, in der Verzweiflung Alles wagend, während einer Nacht entfloh und glücklich die Ufer des Meeres erreichte. Während des Tages mich in Verſtecken bergend, war ich jede Nacht hindurch ge⸗ wandert und athmete hoch auf, als ich die endloſen Wogenmaſſen des Meeres vor mir ſah. Italieniſche Schiffer waren die erſten, welche mir entgegentraten; ſie waren eben im Begriffe, an Bord zu gehen und die Anker zu lichten. Auf meinen Knieen beſchwor ich ſie mich mit aus dem entſetzlichen Lande zu neh⸗ men und ſie hatten Erbarmen mit dem Elende der Zigeunerin. In Venedig ſetzten ſie mich an das Land, und ich lebte einige Zeit daſelbſt, den Leuten die Zukunft verkündigend. Ich gehöre zu den weni⸗ gen Geſchlechtern unſeres Stammes, deren Frauen der große Geiſt mit der Gabe der Weiſſagung geſegnet hat, und jedes fremde Schickſal ſteht klar vor mei⸗ nen Augen, ſobald ich die Linien der Hand durch⸗ forſcht habe. Aber in Venedig duldete man die Hei⸗ mathloſe nicht lange ſie mußte weiterwandern; und ſo, ruhelos von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf getrieben, bin ich hierher gekommen.

Arme Frau! ſagte Liſe mitleidig,und müde und verſchmachtet gewiß! Na wartet, ſetzt Euch nur immer hierher und ruhet aus, eine Schüſſel friſche

Milch und ein Stück Brod muß für eine arme Pil⸗

gerin immer vorhanden ſein.

Sie eilte geſchäftig in das Haus, und die Zigeu⸗ nerin ließ ſich mit ſtrahlendem Blicke unter der Linde

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nieder. So freundlich war man der armen Heimath⸗ loſen lange nicht begegnet, ſie fühlte ſich ſchon von den Worten der einfachen Frau erquickt und wartete verlangend auf die verſprochene Labung.

Hans ſaß abgewandt und rauchte ſeine Pfeife. Er ſah in der alten Frau nur die Landſtreicherin, deren verſtecktes Walten die Landleute nur zu oft an ihrem Eigenthum erkennen müſſen, und doch wollte er auch die Liebesthat ſeiner Frau nicht hindern. Er kümmerte ſich alſo gar nicht um die Fremde und ſchaute nachdenklich in das Dorf hinauf. Deſto mehr aber intereſſirte ſich die kleine Agnes für die fremd⸗ artige Geſtalt. Sie hatte Milchnapf und Löffel längſt bei Seite geſtellt, und halb hinter dem theilnahmloſen Vater verborgen, aber doch neugierig mit den dunkeln Augen hervorlugend, beobachtete ſie mit verwunderter Neugier die fremdartige Geſtalt der Zigeunerin.

Liſe kehrte bald ninc und ſetzte einen Napf mit Milch, ein Stück Brod und goldgelbe Butter vor der Zigeunerin nieder. Sie that es mit freudeſtrahlen⸗ dem Blicke; das Elend der Alten, welche ihre Kin⸗ der auf ſo jammervolle Weiſe verloren hatte, rührte ihr eigenes Mutterherz tief, und ihrGott geſegne es Euch! kam aus tiefſtem Herzen.

Die Zigeunerin ließ ſich nicht nöthigen; ſie nach Herzensluſt, und Liſe ſah mit Vergnügen, wie wohl der Armen die gute Speiſe that. Als ſie ge⸗ ſättigt war, erhob ſich die Zigeunerin.

Wenn Ihr ein einfaches Nachtlager auf ſchlich⸗ tem Heu wollt, ſo ſoll es Euch gern gewährt ſein, ſagte Liſe, deren mitleidiger Blick das Alter des Gaſtes ermaß.

Ich danke Euch, gute Frau, ich danke Euch für Alles, was Ihr mir Gutes thatet. Euer Gott wird es Euch geſegnen. Aber hier bleiben will ich nicht, ich bin jetzt geſättigt und neu geſtärkt, und kann wohl noch vor der Nacht die Stadt erreichen, wo ich viel⸗ leicht Verdienſt finde. Gebt mir Eure Hand, daß ich zum Danke Euch weiſſage, und der Geiſt wolle, daß ich viel Gutes aus den Linien leſen und verkündigen kann.

Nein, laßt mich nur! rief Liſe abwehrend, ich habe mit der Zukunft Nichts zu thun und mag für mich Nichts aus ihr vorherwiſſen. Aber meinem Kinde, meiner kleinen Agnes, mögt Ihr es ſagen, wenn Ihr Etwas von ihr wiſſen könnt.

Liſe holte das widerſtrebende Mädchen herbei und zeigte ſeine Hand der Zigeunerin.

Dieſe blickte lange in die ſeltſauf verſchlungenen Linien, und ein mitleidiger Ausdruck überflog ihre ſcharfen Züge.

Muß ich Eurer Barmherzigkeit mit einer ſchlim⸗