Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
431
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Vierte

Der Dolmetſcher der japaneſiſchen Geſandtſchaft.

Pariſer Journale erzählen jetzt die folgende Geſchichte in Bezug auf den Dolmetſcher der japaneſiſchen Geſandt⸗ ſchaft, welche ſich jetzt in Paris befindet.

Franz Bleckman war ein geborner Holländer, doch am Herumſchwärmen großes Vergnügen findend, ſchiffte er ſich an Bord eines nach Batavia ſegelnden Schiffes ein, um dort ſein Glück zu ſuchen. Jahre vergingen, doch da keine Nachricht von ihm einlief, ſo kamen ſeine Freunde zuletzt zu dem Schluß, es müſſe ihm irgend ein Unfall begegnet und er gar nicht mehr am Leben ſein. Sein Vater war in Holland geblieben, doch in Folge deſſen, daß er in ſeinen Unterneh⸗ mungen unglücklich war, begab er ſich nach Paris. Als ihm hier ſeine ſämmtlichen Hülfsmittel ausgegangen waren, ſchrieb er an einen Freund, den er um ein kleines Darlehn erſuchte und von dem er folgende Antwort erhielt:Ich ſende Ihnen das Geld, um das Sie mich gebeten haben, und füge demſelben die photographiſchen Portraits der japaneſiſchen Geſandtſchaft bei. Das Geſicht Eines dieſer Fremden wird Ihnen auf⸗ fallend ſein, denn es iſt ganz das Bild Ihres Sohnes. Der

Vater erkannte die Aehnlichkeit ſofort; die Geſichtszüge wa⸗

ren dieſelben, doch der glattgeſchorne Kopf und die orienta⸗ liſche Tracht machten ihn irre. Trotzdem begab er ſich in den Hofraum des Hotels, in dem die Geſandtſchaft logirt, und war ſo glücklich, gerade zu der Zeit dort anzukommen, als die Geſandtſchaft ausgehen wollte. Er erkannte ſogleich das Original des Portraits und rief aus:Franz, biſt Du es? In einem Augenblick hing der Sohn denn es war wirklich Franz am Halſe ſeines Vaters. Die Geſandten, Zeugen dieſer Scene, waren ſehr davon gerührt, und die Sorgen des alten Bleckman waren ſofort zu Ende, denn ſein Sohn iſt reich und glücklich. C

V Misrellen. V Einem im Verlag von G. Neuſe in Sondershauſen erſchienenen Schriftchen:Goethe und der Fürſt von Deſſau von Dr. Alb. Fränkel, entnehmen wir Folgendes: Nach der unglücklichen Schlacht bei Jena und dem Ge⸗ fecht bei Halle war das benachbarte deſſauiſche Land durch V das Hereinfluthen der Truppen in großer Gefahr und Be⸗ drängniß. Schon hatten die fliehenden Preußen die erſt nicht lange vorher für 80,000 Thaler erbauete ſchöne Elb⸗ brücke bei Roßlau abgebrannt, und von den nachrückenden Franzoſen hatte der Fürſt Franz, wenn nicht den gänzlichen Verluſt ſeines Landes, ſo doch die Plünderung und Verwü⸗ ſtung deſſelben, den Untergang ſeiner mühſam durch mehr als dreißigjährige Arbeit hergeſtellten Schöpfungen mit ziem⸗ licher Sicherheit zu erwarten. Bangigkeit und Zittern er⸗ griff alle Gemüther, Heulen und Wehklagen ertönte in den Straßen und Häuſern, als die Ankunft des gefürchteten Sie⸗ gers durch franzöſiſche Officiere in Deſſau gemeldet wurde. In ernſter und gefaßter Haltung empfing ihn der Fürſt an der Thür des Schloſſes; er trug ſeine Hof⸗Uniform und hatte den ſchwarzen Adlerorden des beſiegten Preußens an⸗ gelegt. Das Geſicht des Kaiſers zeigte einen finſteren und drohenden Ausdruck.Haben Sie ein Contingent zur preu⸗ ßiſchen Armee geſtellt? fragte er in barſch⸗ſoldatiſchem Ton. Der Fürſt fühlte, daß jetzt an jeder ſeiner Antworten das Schickſal ſeines Hauſes und Volkes hänge. Mit ſicherer Stimme, das Haupt aufgerichtet, aber ruhig und ſicher er⸗

Folge. 431 widerte er:Nein!Und warum nicht? fragte der Kai⸗ ſer weiter.Weil man es nicht verlangt hat.Wenn man es aber verlangt hätte?So würde ich es geſtellt haben; Ew. Majeſtät kennen ja das Recht des Stärkeren!

Es muß doch ein eigenthümlich gewinnender Zauber in der ganzen Erſcheinung und Redeweiſe des bereits 66⸗ jährigen Mannes gelegen haben. Denn der im Anfange ſo barſche Napoleon wurde ſofort nach dieſer kurzen Unter⸗ redung milder, heiterer und von der einnehmendſten Freund⸗ lichkeit, ſcherzte mit dem Fürſten wie ein alter Bekannter und lud ihn dringend ein, nach Paris zu kommen, wo ſie fleißig mit einander umgehen und jagen wollten.

Dieſer Einladung leiſtete der Fürſt auch ſpäter Folge, und wurde in Paris während ſeiner längeren Anweſenheit daſelbſt von dem Kaiſer mit Auszeichnung behandelt.

Karl's des Großen Sohn und Nachfolger, Ludwig der Fromme, ſuchte die Normänner, welche er nicht zu beſiegen vermochte, wenigſtens zu bekehren, wozu dieſe ſich denn auch um ſo mehr bereit finden ließen, da er den zu Taufenden immer anſehnliche Geſchenke machte. Nun pflegte man da⸗ mals den Täuflingen, ſie mochten unmündig oder ſchon er⸗ wachſen ſein, weiße Kleider anzuziehen, welche ſie erſt acht Tage nachher wieder ablegten. An einem Oſtertage war in⸗ deſſen die Anzahl jener taufluſtigen Seeräuber ſo groß, daß man nicht weiße Gewänder genug hatte, und daher in aller Eile ſolche machen ließ, die aber freilich nicht zu den ſchön⸗ ſten gehörten.

Ein normänniſcher Edelmann, dem man ein ſolches anlegen wollte, ward darüber ſo erbittert, daß er es zur Erde warf und, wie ein Kärrner fluchend, ausrief:Das iſt nun das zwanzigſte Mal, daß ich mich taufen laſſe; aber noch niemals hat man mir einen ſo ſchlechten Lumpen gebracht!

Von dieſer Art waren ſehr oft die Bekehrungen, deren ſich die Miſſionäre rühmten.

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Vom deutſchen Büchermarkt.

Muſikaliſche Bauernſprüche aus demgroben Tagebuche eines alten Muſikmachers wird ein kleines Büchelchen heißen, das demnächſt an die Oeffentlich⸗ keit tritt und eine rühmlichſt bekannte Autorität im muſikali⸗ ſchen Pädagogenfache von großem Styl zum Verfaſſer hat. Wir theilen hier gern einige uns zugegangene Proben mit und zweifeln nicht, daß manche Leſer den vielgenannten, durch epochemachende Erfolge in ſeinem Gebiete hervorragenden

Altmeiſter errathen werden, um ſo mehr, da er ſich ſtets als

eben ſo originell wie praktiſch erwies. Dramatiſche Geſangsſteigerung. Singen ſchreien brüllen praſſeln! Hier fehlt nur noch das Zukunfts⸗Raſſeln. Die Zahl 40 von Sonſt und Jetzt. Sonſt ſangen die Sänger 40 Jahr, Die Stimmen blieben immer ſchön und klar. Jetzt ach! nach 40 Wochen Sind ſie überall zerbrochen! An die neueſten pedalgefühligen Clavier⸗ peiniger. Warum denn dreſchen mit Bärenkrallen? Oder wieder winſeln und wie die kleinen Kinder lallen?

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