Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
428
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Bis es ſelber lag getödtet.

Wieder lichtet ſich der Himmel; Aus dem ſchwarzen Rauchgewimmel Stiegen Wolken auf, geröthet

Von der Abendſonne Gluth.

Lange hatt' ich ausgeruht,

Sinnend rings mein Auge weidend; Und ich dachte, da wir ſcheidend Fürbaß unſres Weges zogen:

Novellen⸗Zeitung.

Jene wilden Kriegerheere,

Die einſt dieſes Land durchflogen Zahllos wie der Sand am Meere, Was von ihnen iſt geblieben? Staub, vom Sturm umhergetrieben Und verweht durch alle Lande,

All ihr Thun glich dieſem Brande: Trüb wie Rauch blieb nur die Sage Von dem Glanz der alten Tage.

Feuill

Ein tropiſcher Schmuck zur Damentoilette.

Ein neuer Forſchungsreiſender erzählt über dieſen Ge⸗ genſtand ſehr Eigenthümliches und berührt dabei noch eine andere auffallende Erſcheinung, die wir gleichfalls, ſeiner Darſtellung folgend, mit erwähnen wollen. Er befand ſich zu Veracruz und erzählt, daß an der Mittagstafel bei dem Deſſert der Bananen erwähnt worden ſei, daß nach dem Ge⸗ nuß dieſer herrlichen Frucht es der Geſundheit nachtheilig wäre, Rum, Cognac, überhaupt geiſtige Getränke zu genießen und daß unter Umſtänden deren Genuß ſogar einen raſchen

Tod zur Folge haben könne, während Waſſer, ſelbſt in gro⸗ ßer Quantität getrunken, ſich mit der genoſſenen Frucht gut vertrage. Ein recht vorlauter Yankee erklärte dies für

Humbug und wollte es an ſich ſelbſt beweiſen. Als er be⸗ rreits einige Bananen gegeſſen hatte, verſchlang er noch zwei bis drei weitere und verlangte ein großes Glas Rum. Alle Anweſenden baten ihn davon abzuſtehen; aber je mehr man bat, deſto eigenſinniger beſtand er auf ſeinem Willen, ſo daß ihm endlich der Aufwärter eine Flaſche Branntwein hinſtellte, deren Inhalt er theilweiſe hinabſtürzte und dann hohnlachend aufſtand und wegging.

Die Seebriſe fächelte bereits angenehme Kühlung durch die offenen Fenſter, die Sonne war ſchon ſo tief im Weſten hinabgeſunken, daß ihre Scheibe demnächſt den Hori⸗ zont berührte und ihre Strahlen nur noch die Kuppeln und Kreuze der Kirchen vergoldeten. Auch wir erhoben uns vom Tiſche, um auf der Alameda friſche Luft zu ſchöpfen, wenn es eine ſolche in Veracruz überhaupt giebt, und um die ſchwarzen Augen und niedlichen Füßchen der Veracruze⸗ rinnen zu bewundern. Allein dieſen Abend hatten die Da⸗ men für den Naturforſcher einen neuen ganz eigenthümlichen Magnet mitgebracht, über welchen ich meine ſchönen Leſe⸗ rinnen unterhalten und ihnen denſelben zur Nachahmung empfehlen will.

Kaum war die Feuerkugel am Horizont vollends hinab⸗ geſunken, ſo hüllte auch ſchon, wie überall innerhalb der Tro⸗ pen, plötzliche Dunkelheit die Erde in ihren grauen Mantel. Nur während weniger Minuten war es uns heute vergönnt, ein intenſives Zodiakallicht zu beobachten; nach ſeinem Ver⸗ ſchwinden aber feſſelte eine neue Lichterſcheinung, diesmal nicht am himmliſchen Firmament, meine Aufmerkſamkeit. Unter den eleganten Spaziergängerinnen befanden ſich einige,

lleton.

welche ſchon von weitem ſich durch einen eigenthümlichen Schmuck auszeichneten. Sowohl in dem mit natürlichen Blumen und Bändern durchflochtenen rabenſchwarzen Haar als auf den weißen Kleidern trugen ſie kleine, ſo ſtark leuch⸗ tende Gegenſtände, daß man in deren Licht auf mehrere Fuß im Umkreiſe Alles unterſcheiden konnte. Brillanten und an⸗ dere brillirende Steine waren es nicht; hellglühende Kohlen, denen ſie am meiſten glichen, konnten es nicht ſein. Wäh⸗ rend ich mir noch an dieſem Räthſel den Kopf zerbrach, trat ein Bekannter mit der Frage zu mir, ob er mich ſeinen Da⸗ men vorſtellen dürfe. Dadurch machte er mich diesmal wirk⸗ lich glücklich, denn gerade dieſe Damen waren am reichſten mit den mir unbekannten Kleinodien geſchmückt. Die Lö⸗ ſung des Räthſels wurde mir jetzt auf die liebenswürdigſte Weiſe zu Theil.

In der Umgegend von Veracruz findet ſich nicht ſelten ein leuchtender Käfer, von den Spaniern Cucujo genannt, welchen die⸗Damen bereits faſt wie ein Hausthier behandeln und pflegen, um ihn jederzeit zum Putz verwenden zu können. Der Käfer wird von den Indianern eingefangen, indem ſie Abends eine hellglänzende Kohle an einem Stocke in der Luft hin und herſchwenken. Die beim Cucujo, ſo wie bei den meiſten Inſecten ſehr ſcharfen Sehorgane veranlaſſen denſelben, ſich eilends auf einen vermeintlichen Eindringling oder Nebenbuhler zu ſtürzen, und dabei findet er, wie wir dies ja meiſt bei allen blinden Leidenſchaften ſehen, das Grab ſeiner Freiheit in der Hand des Indianers. Hat letzterer Beute genug, ſo bringt er ſie nach der Stadt auf den Markt und verkauft das Dutzend Thiere in der Regel für zwei Re⸗ alen. In den Beſitz der Dame oder ihrer Zofe gelangt, werden die Käfer in eigens dazu gefertigte niedliche Käfige von feinem Draht geſperrt und hier ſorgfältig mit Scheib⸗ chen von Zuckerrohr gefüttert, und auch, was zur Erhaltung ihrer Geſundheit unumgänglich nöthig ſein ſoll, täglich zwei⸗ mal gebadet(wahrſcheinlich um den Morgen- und Abendthau zu erſetzen). Um nun die Thiere endlich ihrer letzten galan⸗ teſten Beſtimmung entgegenzuführen, werden dieſelben Abends in kleine Säckchen von feinſtem Tüll gehüllt und dieſe in Form von Roſen längs des Kleides befeſtigt, oder aber man ſteckt dem Käfer zwiſchen Kopf und Bauchſchild eine Nadel durch, was geſchehen kann, ohne ihn zu verletzen, und trägt ihn ſo als Kopfnadel, um die Mantille zu halten.

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