Vierle Folge. 3 419
vandte mir den Brief offen? Dies allein beweiſt Ihren„Der Verdacht, daß Sie ein Verleumder ſeien, ge⸗ Vorſatz, Kuno bei mir zu verdächigen. Ich frage winnt in meiner Seele immer feſter Fuß.“
Ane?, Sie nochmals, wer übergab Ihnen dieſen 39 und Der Fremde drängte das Mädchen beiſeite und aus welchem Grunde übernahmen Sie die Beſorgung öffnete die Thüre. Es war zu ſpät, Kuno ſtand — eni deſſelben?“. vor ihm.
deren Der junge Herr zuckte die Achſeln.„Wenn Sie„Rabeneck!“ rief der Letztere.„Was thuſt D
Beweiſe verlangen, mein Fräulein, werde ich ſie Ihnen hier?“
rbrechen bringen. Unterſuchen Sie die Taſchen Ihres Bräu⸗„Er hat mir dieſen Brief für Dich gegeben,“
tigams, Sie werden einen Brief finden, welchen nahm Clara das Wort.„Du nirſt bemerken, daß
à. Kuno Kuno geſtern Abend von der Schreiberin dieſer Zei⸗ das Couvert nicht geſiegelt war, ich las das Billet.“
das len empfing.“ Purpurgluth übergoß das Antlitz Kuno's.„Was ahaft„Mein Herr, das Papier iſt geduldig!“ rief das enthielt der Brief?“ fragte er haſtig. Mädchen entrüſtet.„Ich geſtehe Ihnen offen, daß„Die Aufforderung einer früheren Geliebten, ihre die Züge Ihre Bereitwilligkeit, mir dieſe Beweiſe zu ſchaffen, Briefe zurückzuſchicken.“
dohnes mich ebenſoſehr befremdet, wie die Art und Weiſe, Rabeneck verſuchte, auch den Freund beiſeite zu 8 in welcher Sie dieſes Billet in meine Hände ſpielten. drängen, Kuno ſtieß ihn in's Zimmer zurück und Lne ge Gehen Sie, mein Herr, die Falle, welche Sie mir verſchloß die Thüre.„Weiter!“ ſagte er mit eiſiger
Glück ſtellten, war zu plump, ich werde dieſen Brief meinem Kalte.„Was erzählte Dir dieſer Bube noch au—
noch Bräutigam überreichen und ihn ſelbſt um Aufklärung ßerdem?“ 5 3 Ich bitten.“.„Du wirſt mir für dieſe Beleidigung Genugthu— die Liebe„Gegenüber dieſer Anklage fühle ich mich ver⸗ ung geben!“ brauſte Rabeneck auf.
d werden pflichtet, Ihnen die Gründe zu nennen, die mich be—„Genugthuung? Gewiß!“ entgegnete Kuno, deſ⸗ jhel ihr wogen, dieſes Billst vllen in Ihre Hande gelangen ſen Bli lick mit dem Ausdruck der Verachtung das fahle
Ich zu laſſen,“ ſagte der junge Mann mit einer Ruhe, Antlitz Rabeneck's ſtreifte. erfüllſt, welche den Stempel der Ueberzeugung trug.„Dieſer erat Fch ffſräie Maſcfgeſt Der.ſ Kuno Grund iſt einfach der, daß ich Sie zu hoch achte und„Er erbot ſich Tun i6 Waͤhrheit der Prhauptun⸗ 1 ſchätze, als daß ich Ihr Lebensglück einem Wüſtling 1 dnde ſe 1s Wisſadan ne ge ſeßi dt iſſe 5 0 Cldra.„Er ſagte, daß och ge end einen die Mi⸗ aAnrerrut ißen mächle. 5 Brief von Deiner früheren Geliebten erhalten habeſt,
Sahon„Sle bedienen ſich eines ſehr gewagten Aus⸗ der ſich in Deiner Taſche vorfinden müſſe. Auch wollte
t Wr, dmas er mir beweiſen, daß Du den geſtrigen Abend in der Wllets a Die Liebe, nekihe Kuno zu Ihnen heuchelt t, hat Geſellſchaft einiger Damen von zweideutigem Ruf der Ritter Sie verblendet,“ fuhr der Fuumide gelaſſen fort. verbracht hätteſt.“ ſeines.„Werden Sie mir auch dann nicht glauben, wenn ich. 6„.„
es ihr? Ihnen den Beweis bringe, daß Ihr Bräutigam den Fahle Bläͤſſe 4 überzog bie mancen Kuno 5 8
or Ge⸗ geſtrigen Abend in Geſellſchaft einiger Damen von durchſuchtr ſeine Taſchen und fand den bewußten Brleſ⸗
konnte ſehr zweideutigem Ruf verbracht hat?“ deſſen legel noch nicht erbrochen war. An⸗„Mein Herr, bedenken Sie die Folgen Ihrer„Deßhalb alſo lockteſt D dhind das Kaffeebaus?
Weg Anklage!“ rief Clara. Deßhalb zwangſt D Du luich, d* Gehuntsfdier Deines
bten Ein Wagen fuhr in dieſem Augenblick über die Freundes beizuwohnen?“ fragte er.„Was ſoll die—
gheit ver⸗ Straße, er hielt vor dem Hauſe. ſer Breft e aubteſt Du, ſo leichtes Spiel zu haben,
1 Charakter Der Fremde ergriff raſch ſeinen Hut.„Ich werde daß un Dir nicht einmal d die Mühe nahmſt, Alaub⸗
zeilen es Ihnen dieſe Beweiſe ſchaffen,“ ſagte er haſtig,„bis würdi her Beweiſe zu ſammelr 12 Rede, Schuft, hat
dahin leben Sie wohl.“ mein Oheim Dich zu dieſer Schandthat gedungen,
n?“ fugte„Halt!“ rief Clara, indem ſie vor die Thüre oder iſt ſie—“
eſſelten und trat.„Der Wagen Kuno's iſt ſoeben vorgefahren,„Ich habe Ihnen bereits geſagt, daß ich für
Sie werden Ihre Anklage im Beiſein meines Bräu⸗ Ihr bruskes Benehmen Genugthuung verlange“ fiel
mein tigams wiederholen.“ Rabeneck, gewaltſam ſich bezwingend, ihm in’'s Wort.
ach„Mein Fräulein, ich bin jetzt nicht darauf vor⸗ Kuno trat an's Fenſter.„Haſt Du an dieſen
peinlich bereitet,“ ſagte der junge Mann verwirrt,„ſpäter Menſchen noch eine Frage zu richten?“ wandte er ſich klagen.” ſtehe ich gern zu Dienſt.“ zu ſeiner Braut.
Wes„Sie haben nicht den Muth, dem, welchen Sie„Was willſt Du thun?“ fragte Clara beſtürzt. hden Sie anklagen, in's Auge zu ſehen?“ höhnte das Mädchen.!„Meinem Kutſcher Befehl geben, dieſen Schurken


