Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
398
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Das Innere eines japaneſiſchen Hauſes.

InA Lady's Visit to Manilla and Japan le- ſen wir:

Ich erfreute mich einiger Gelegenheiten, die innere Einrichtung eines japaneſiſchen Hauſes zu ſehen. Ein klei⸗ ner, ohngefähr einen Fuß hoher viereckiger Tiſch, der rings umher mit einem etwa einen Zoll hohen Rande eingefaßt iſt, und der auf vier Füßen ſteht, iſt ein ſehr gewöhnliches Mö⸗ bel. Auf denſelben ſind gewöhnlich fünf oder ſechs kleine Schalen geſtellt, welche eingemachten Bambus, Ingwer ec. mit Saucen verſchiedener Art enthalten; alle für viele Euro⸗ päer eben ſo wohl wie für Japaneſen ſehr ſchmackhaft. Wenn ſich die Familie verſammelt und um den Tiſch herumgeſetzt hat, nicht etwa auf Seſſel oder Bänke, ſolche Luxusgegen⸗ ſtände kennt man in Japan nicht und verſteht ſie nicht zu ſchätzen, ſondern auf Matten, welche den Teppich des Fuß⸗ bodens bilden, ſo wirdeſie von einer Magd, auf der ſchwere Arbeiten ruhen, und die alle Haus⸗ und Küchenarbeiten zu beſorgen hat, mit Reis in kleinen Schalen aus einem dam⸗ pfenden Keſſel bedient. Die Kinder rücken gewöhnlich ganz nahe an den Tiſch, und wo wir auch ein ſolches Familien⸗ mahl geſehen haben, ſo ſchienen ſie eine Neigung zu haben, welche wahrſcheinlich durch einen großen Appetit vermehrt wird, mit den Fingern in die Pfanne zu tippen, welche die Magd in der Hand hielt und woraus ſie mit einem Löffel den Reis herausſchöpft, was ihnen nur ſehr ſelten einen Ver⸗ weis zuzieht. Bei einer einzigen Gelegenheit hielt es indeſ ſen das Dienſtmädchen für ſchicklich, ein wenig Autorität zu zeigen. Sie legte den Deckel auf den Keſſel, ſtellte ihn wie⸗ der an das Feuer, und dann führte ſie die widerſpenſtigen kleinen Buben zu ihrer Mutter, auf deren Rücken das Letzt⸗ geborne, ein gut genährter Säugling, von einer langen Binde unterſtützt, die über die linke Schulter geſchlungen war, ſchlummerte. Natürlich machte man keinen Gebrauch von Löffeln, wenn man ſich von den verſchiedenen kleinen Delicateſſen zuholen wollte, die herumgereicht wurden. Die ſpitzen Stäbchen, welche um die Hälfte kürzer ſind als die in China gebräuchlichen, tauchen in die mancherlei Gerichte ein und aus und bringen den Biſſen mit ſich, den der Eigenthü⸗ mer oder die Eigenthümerin des Stäbchens in's Auge gefaßt hat, mag es nun gedämpftes oder gebratenes Fleiſch oder der Fiſch in der nächſten Schüſſel oder eine andere Lieblings⸗ ſpeiſe ſein. In dieſer Art eſſen ſie eine Menge Reis und Fiſch. Eine beſondre Art von Fiſch eſſen ſie ſehr gern roh und zwar mit einem Wurzelgewächs wie unſre Rettige, das ſie ſehr fein geſchabt haben. C.

Ein perſiſcher Schlangenbeſchwürer.

Eaſtwick erzählt in ſeinenThree Years Residence in Persia unter Andern Folgendes:

Eines Tages kam ein berühmter Afſungar oder Schlan⸗ genbeſchwörer, Namens Mirza Kaſim, um ſeine Künſte zu zeigen. Er hatte drei Käſtchen bei ſich, die in Allem zwan zig und einige Schlangen enthielten, und erzählte uns, daß, Eine ausgenommen, alle Af'aa Vipern) ſeien. Die Ausnahme war eine ſehr dünne, drei Fuß lange Schlange mit merkwür⸗ dig großen Augen. Er nannte ſie chirgamar, Sperlings⸗ tödter. Von den Vipern waren einige vier und einen hal⸗ ben, vielleicht ſelbſt fünf Fuß lang, von einer aſchgrauen Farbe mit ſchwarzen Flecken und einem kupferrothen Unter⸗ leibe. Er verfuhr mit ihnen mit großem Vertrauen, ſtrei⸗

Novellen⸗Zeitung.

chelte ſie mit ſeinen Fingern in ihrer ganzen Länge und faßte ſie dann ſo, daß ſie ihren Kopf nicht drehen konnten. Er öffnete dann einer der größten das Maul und zeigte ihre Zähne einen halben Zoll lange gekrümmte Zähne. Die⸗ ſelben tröpfelten Gift aus, das er auf einer Meſſerklinge auffing, bis auf derſelben ſoviel wie der vierte Theil des Inhalts eines Theelöffels voll war. Etwas davon tröpfelte auf den Fußboden, aber den Reſt davon nahm er in den Mund und leckte das Meſſer ab. Er nahm dann einen Vo⸗ gel, riß dem armen Thiere die Federn am Schenkel aus und ließ dann die Schlange in dieſe Stelle beißen. Ich beobach⸗ tete ſein Verfahren ſehr ſorgfältig und ich glaube bin aber deſſen nicht ganz ſicher, daß die Schlange, deren Gift er verſchluckt hatte, dieſelbe war, welche den Vogel biß. Wie dem nun auch ſein mag, der Schenkel des Vogels ſchwoll augenblicklich und er bewegte denſelben, als leide er große Schmerzen daran. Einmal gluͤckte er ein wenig, doch kurz nachher fing er an zu taumeln und ſiel von der Platform in den Garten hinab. Es dauerte keine ganze Minute es fehlten noch einige Secunden daran ſo war er todt. Der gebiſſene Theil wurde ſchwarz. Ich bemerkte, daß ſein Ge⸗ hülfe, welcher die Schlange hielt, ſich vor ihr zu fürchten ſchien und daß er ſie ſchnell fortwarf, nachdem ſie den Vogel gebiſſen hatte. Er war in der That ſo aufgeregt, daß er ſie dicht neben eins der Kinder des Herren Abbott warf, das mehr Muth als der Schlangenbeſchwörer zeigte, und keinen

Verſuch machte, ſich zurückzuziehen. In der Zwiſchenzeit war Mirza Kaſim nicht im geringſten außer Faſſung gebracht und hob mit der größten Kaltblütigkeit die Schlange auf, die ſich ſo giftig gezeigt hatte. Ich ſagte zu ihm:Sie ſind ein Afſungar, ein Zauberer; wenn Ihnen die Wohlfahrt der Menſchheit am Herzen liegt, ſo ſprechen Sie einen Zauber⸗ ſpruch aus, daß alle Schlangen in Perſien ſofort ſterben. Nein, entgegnete er,nicht ſo; denn ſollten die Schlangen ſterben, wie könnte ich mir dann mein Brod erwerben? Er zeigte mir dann ſeine Diplome als Schlangenbeſchwörer, die von den Murſhids oder geiſtlichen Führern des Standes unterzeichnet und vor ſiebenzehn Jahren ausgeſtellt worden waren. Dann erbot er ſich, zwei ohngefähr 14 Jahr alte Knaben, die er bei ſich hatte, von der Schlange beißen zu laſſen. Die Knaben ſchritten mit Widerſtreben vor, um ſich dieſer Operation zu unterwerfen, und entblößten zu dieſem Zweck ihren Arm. Wir hatten natürlich nicht die Abſicht, dieſe Grauſamkeit zu erlauben, aber ich ließ den Mirza die chirgamar oder dünne Schlange, welche die Knaben beißen

war wahrſcheinlich nicht giftig, und ich bin überzeugt, der

ſeiner Sclaven oder Lehrlinge von einer ſolchen beißen zu laſſen. Ich bezahlte ihm fünf Kirans, ohngefähr 4 Schill. 9 Pence für ſeine Leiſtungen, womit er vollkommen zufrieden geſtellt war. C.

Heinrich IV. und der Prior der Auguſtiner.

Heinrich IV. hatte dem Vorſtande der Kaufmanns⸗ innung in Paris geſagt, es liege ihm am Herzen, daß die bei⸗ den Theile der Stadt Paris, in welche dieſelbe durch die Seine getrennt wird, wie zwei Zwillingsſchweſtern behandelt würden.

Für die Verwirklichung dieſes Plans war Alles ange⸗

ordnet worden; es war nur noch mit den Auguſtinermönchen

ſollte, herausnehmen, ſchritt aber dann ein. Dieſes Geſchöpf

Schlangenbeſchwörer würde weder ſich ſelbſt von einer der Vipern beißen laſſen, noch würde er es gewagt haben, einen ſel

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