Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
397
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und der franzöſiſchen Herrſchaft in Algerien den Todesſtoß verſetzen wollen, ſo habe er nicht anders handeln können, als er es gethan habe, und die Regierung erkannte dieſe Behaup⸗ tung für richtig, und um ihm zu beweiſen, daß ſie ſein Ver⸗ fahren für vollkommen gerechtfertigt anerkenne, ernannte ſie ihn am 22. April 1846 zum Brigadegeneral.

Peliſſier blieb als Brigadegeneral vier Jahr lang zur Verfügung des Generalgouverneurs von Algerien und com⸗ mandirte die Diviſion in Oran oder inſpicirte die Truppen.

Am 15. April 1850 wurde er zum Diviſionsgeneral ernannt, blieb aber übrigens in ſeiner bisherigen Stellung, nur daß er wiederholt den Generalgouverneur in der obern Leitung der Colonie vertrat.

Peliſſier war damals 56 Jahre alt und galt für einen der glänzendſten und energiſchſten Generäle der franzöſiſchen Armee. Die Araber fürchteten ihn; die Regierung ſchätzte ihn, ließ ihn aber auf ſeinem Poſten in Algier als den ge⸗ eignetſten Mann, dort große Dienſte leiſten zu können.

Seitdem Abd⸗el⸗Kader ſich ergeben hatte, ſchienen die Provinzen Algier und Conſtantine ſich einer gewiſſen Ruhe

zu erfreuen, doch mit der Provinz Oran war das durchaus

nicht der Fall, denn dort zeigten ſich jeden Augenblick neue Wühler. Einem derſelben gelang es im Anfang des Jahres 1852 einen Theil der ſüdlichen Stämme zu einem Aufſtand zu beſtimmen und in der Stadt Laghouat in der Sahara furchtbare Vertheidigungsmittel zu concentriren. Da die gemachten Verſuche, dieſe Stämme zur Unterwerfung zu be⸗ ſtimmen, ſich als nutzlos herausgeſtellt hatten, ſo bat Peliſ⸗

ſier den Generalgouverneur ſehr dringend um die Ermächti⸗

gung, ſich an die Spitze einer leichten Colonne ſtellen zu dürfen, deren Marſch mit einem Corps unter den Befehlen des Generals Yuſuf combinirt werden ſolle.

Im Monat December erſchienen die beiden Colonnen vor Laghouat, das der Scherif Ben⸗Salem für uneinnehm⸗ bar hielt. Peliſſier hatte ſeine Truppen durch einen der ſchnellſten Märſche nach dem Süden gebracht. Er nahm ſo⸗ fort eine Recognoscirung des Platzes vor und am folgenden Tage befahl er Breſche zu ſchießen und zum Sturm zu ſchrei ten. In einigen Stunden drang das von dem tapfern Obriſtlieutenant Clerk, der ſpäter in der Schlacht von Ma genta ſeinen Tod fand, befehligte zweite Zuavenregiment in die Stadt ein und machte ſich vollkommen zum Herrn der⸗ ſelben.

Als es ſich ſpäter in dem Krimkriege um die Belage⸗ rung von Sebaſtopol handelte, erhielt eliſſier von dem Kaiſer den Befehl, ſich von Oran auf den Kriegsſchauplatz zu begeben. Er traf daſelbſt im Januar 1855 ein, und als Canrobert drei Menate ſpäter den Oberbefehl über das fran⸗ zöſiſche Heer niederlegte, wurde Peliſſier an deſſen Stelle damit bekleidet, der Alles aufbot, ſich zum Herrn von Seba⸗ ſtopol zu machen. Der Sieg von Traktir, die Einnahme eines Theils der vorgerückten Werke der Ruſſen hatten es möglich gemacht, die Approchen dem Malakoff zu nähern, und am 7. September verſammelte Peliſſier einen geheimen Kriegsrath, in dem beſchloſſen wurde, daß am folgenden Tage längs der ganzen Linie ein allgemeiner Angriff von dem größten Theil des franzöſiſchen und des engliſchen Heeres ausgeführt werden ſollte.

Der achte September 1855 war für den Oberbefehls⸗ haber der verbündeten Heere im Orient ein großer Tag. Er beobachtete von dem Mamelon Vert aus den Marſch der Colonnen und ſchickte von dort aus ſeine Befehle ab, als ſein Adjutant, der Obriſt Caſſaigne, einer der glänzendſten

Vierte Folge.

Officiere des Heeres, durch ein Wurfgeſchoß an ſeiner Seite getödtet wurde.

Endlich ſah Peliſſier die franzöſiſche Fahne auf dem Malakoff wehen und die Ruſſen ihre feſten Poſitionen und die ganze Südſeite der Stadt räumen, um ſich auf die Nord⸗ ſeite zu flüchten.

Als dieſer Sieg am 12. September in Paris bekannt wurde, überſchickte der Kaiſer dem General ſofort den Mar⸗ ſchallsſtab.

Nach dem Friedensſchluß in Paris ertheilte der Kaiſer ihm am 22. Juli 1856 den Titel als Herzog von Malakoff, und im Jahr 1858 wurde dem Herzog der Geſandtſchafts⸗ poſten am engliſchen Hofe übertragen.

Am 12. October 1858 vermählte ſich der Herzog mit einer jungen und ſchönen Spanierin, der Tochter des Mar⸗ quis Paniego. Es wurde beſtimmt, daß die mit ſeinem Her⸗ zogstitel verbundene Dotation von 100,000 Fr. dereinſt auf ſeinen älteſten Sohn übergehen ſollte, aber es wurde ihm

nur eine Tochter geboren, die ſein Idol wurde.

Als der italieniſche Krieg beſchloſſen worden war, rief der Kaiſer den Herzog von Malakoff von London ab und vertraute ihm die Vertheidigung der Nordgrenze an, zu wel⸗ chem Zweck er ein Obſervationscorps in Nancy organiſi⸗ ren mußte.

Der Herzog von Malakoff bekleidete dann vom 23. Juli 1859 bis zum 24. November 1860, an welchem Tage er zum Generalgouverneur von Algerien ernannt wurde, den Poſten als Großkanzler der Ehrenlegion. Seine Verwal⸗ tung in Algerien war eine ſehr glückliche, denn erſt in der letzten Zeit ſind Unruhen daſelbſt ausgebrochen.

Der Marſchall Peliſſier war Senator, Vicepräſident des Senats, Großkreuz der Ehrenlegion, Mitglied des gehei⸗ men Raths, Herzog, Generalgouverneur von Algerien, Groß⸗ kreuz des Sanct Ferdinand⸗, Leopold⸗, Bath⸗, Medjidie⸗, des tuneſiſchen Nicham-, des perſiſchen Löwen- und Sonnen⸗, des griechiſchen Erlöſer⸗, des römiſchen Chriſtusordens.

Er zählte in Frankreich zu den tapferſten Soldaten und war einer der ausgezeichnetſten Officiere des Generalſtabs, den dieſer von Gouvion Saint Cyr erſchaffene Armeetheil in ſeiner Mitte gezählt hat. Bisweilen bis zum Exceß hart verhüllte Peliſſier unter dieſer harten Schale doch ein war⸗ mes Herz. Niemand fühlte den Verluſt eines Waffenbru⸗ ders tiefer als er. Wie rein menſchlich er fühlte, zeigte er recht deutlich bei einer Gelegenheit im Krimkriege.

Nach einem nächtlichen Gefechte vor Sebaſtopol kam ein ruſſiſcher Parlamentär, der um eine kurze Waffenruhe bat, um die Todten ſammeln zu können. Da der Feind nicht erfahren ſollte, daß die Arbeiten bereits bis auf 70 Metres vor den Feſtungswerken vorgerückt ſeien, ſo ſchlug der Oberbefehlshaber Canrobert das Geſuch ab, das aber in Folge eines Mißverſtändniſſes von dem dienſtthuenden Obriſt gewährt wurde. Canrobert war darüber ſehr zornig, doch noch weit mehr war es Peliſſier, zu deſſen Corps jener Obriſt gehörte. Derſelbe ſollte ſehr ſtreng beſtraft werden. Als aber unter den Todten, die während der Waffenruhe ge⸗ ſammelt wurden, noch ein Lebender gefunden worden war, ſo ſchwand der Zorn Peliſſier's und er ſchrieb an Canrobert:

Ich habe nicht den Muth einen Fehler zu beſtrafen, der einem Menſchen das Leben gerettet hat. C.