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Vierte
die im Sterbehemde auf dem Bette lag. Mit einem Schrei ſank er vernichtet zu ihren Füßen nieder.— Weinend klammerten ſich ſeine Schweſtern an ihn, hoben ihn auf und ſuchten ihn zu tröſten. Er ſah und hörte Nichts, wie ein Wahnſinniger ſtarrte er ſie an; die Kleine hing ihm am Halſe und küßte ihn; er ließ Alles ruhig geſchehen, dann machte er ſich aus den Umarmungen los, ſah der verklärten Todten ins Angeſicht, küßte ihre kalte Stirn und brach mit
dem herzzerreißenden Rufe:„Mutter, Mutter, nimm
mich zu Dir hinauf!“ vor ihrem Bette zuſammen.
Der Frühling war über die Höhen gekommen
und unterſtützte mit ſeinen Strahlen das Werk zweier
Mädchen, welche täglich die ſpärlichen Blumen auf einem Grabe pflegten. Es war ein einfacher Hügel, geſchmückt mit einem epheuumwundenen Stein. Die Dulderin hatte hier Ruhe gefunden und ihren Segen den Kindern hinterlaſſen. In das kleine Haus war der Friede eingezogen. Carl hatte ſich unter der ſorgſamen Pflege ſeiner Schweſtern wiedergefunden; er hatte gefühlt, daß er nicht allein daſtehe, daß treue, liebende Seelen jeden ſeiner Tritte beachteten, und in dem Gedanken, ihnen Vater und Mutter zu er⸗ ſetzen, hatte er wieder Lebensmuth gewonnen.
Da der Senat im Hinblick auf ſeine Jugend und den Tod ſeiner Mutter die Relegation nicht über ihn
ausgeſprochen, war Hermann bald wieder nach der
Stadt zurückgekehrt. Dort lebte er zurückgezogen ganz ſeinen Studien, die große Welt ſuchte er nicht mehr auf, und der Lockenkopf hatte Herz genug, ihn nicht zu verſuchen. Ueber ſeinem Antlitz lagerte fort⸗ während ein zehrender Schmerz: der Kummer, dem
letzten Rufe ſeiner Mutter nicht gefolgt zu ſein, wollte nicht heilen; er fühlte, daß ihm ein Makel anhafte,
der ihm ewig bleiben werde.
„Louiſe, die mit ihrem Vater wieder in der Stadt war, ſuchte er vergebens zu vergeſſen. Im Anfange ſſchalt er ſich, daß er ſich in dieſem glänzenden Traume, der ja doch in Nichts zerfließen mußte, eingewiegt hatte; aber wenn er zu bemerken glaubte, daß ihr Gruß ver⸗
5 2 e legen und ſchmerzlich ſei, und wenn das Bewußtſein ſeiner geiſtigen Kraft ſich regte, dann zauberte ſich
ſeine Phantaſie ein Bild des Glückes, und mit ver⸗ doppelter Anſtrengung ging er an die Arbeit.
So war der Frühling gekommen, und als Alles um ihn ſich freute, da ergriff auch Hermann eine un⸗ endliche Sehnſucht, wieder glücklich zu ſein. Eines Morgens ließ er ſich Louiſen von B. melden, die ihn freundlich empfing und ihm einen Seſſel neben dem Sopha anwies. Das Blut ſtieg ihm in die Wan⸗
gen, als er die hohe Geſtalt mit dem blühenden Ge⸗
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Folge. 377 ſicht und dem dunkelblonden weichen Haar vor ſich ſah. Sie trug ein einfaches helles Kleid und ein ſchwarzſeidenes Morgenjäckchen.
Mit unſicherer Stimme begann Hermann:„Laſſen Sie mich, mein verehrtes Fräulein, vor Allem für Ihre zarte Sorgfalt um meine Mutter und meine Schweſtern danken. Ich hätte dieſe Pflicht ſchon eher errfüllen ſollen; aber ich wagte nicht vor Sie zu treten, bevor ich ein anderer Menſch geworden.“
Carl ſchwieg eine Weile. Dann fuhr er fort:
„Wenn Sie die Güte haben, mich einen Augen⸗ blick anzuhören, ſo werde ich vielleicht im Stande ſein, mir eine mildere Beurtheilung zu erwerben. Mein Vater war Beamter, der, als das Jahr 1848 alle denkenden und freien Köpfe zum Widerſtande gegen die hergebrachte Ordnung aufrief, in Rede und That ſich der Bewegung anſchloß. Die Folge war der Verluſt ſeiner Stellung und zwei Jahre Gefäng⸗ niß. Die Mutter zog mit uns Kindern in ihren Geburtsort, wo ſie durch Nähen den kümmerlichen Lebensbedarf verdiente. Ich war damals gerade zehn Jahre alt. Da ich Talente zeigte, ſetzte der Pfarrer des Ortes den in der Stadt begonnenen Unterricht fort. Mein Vater war bald aus dem Gefängniſſe entlaſſen worden und ſtarb einige Wochen nach der Rückkehr zu uns. Als ich mein dreizehntes Jahr er⸗ reicht hatte, bezog ich das hieſige Gymnaſium. Bis zum dritten Semeſter meiner Univerſitätszeit war Jedermann mit mir zufrieden; ich arbeitete ſtill und eingezogen. Aber es war dies noch ein Leben der Kindheit; das höchſte Ideal war mir noch immer die glückliche Zufriedenheit in meinem mütterlichen Hauſe. Als dieſer Kreis von Anſchauungen durchbrochen wurde, wie war es anders möglich, als daß ich von den nun folgenden ungewohnten Erſcheinungen betäubt ward? Die Natur und die Menſchheit erſchloſſen ſich mir mit einem Male wie auf einen Zauberſchlag in ihrer unendlichen Mannigfaltigkeit. Das, was mir ſeither als einfache, untergeordnete Schöpfung eines höheren Weſens erſchienen war, gewann jetzt vor meinen Au⸗ ggen ein ſelbſtſtändiges großartiges Leben. Ich ſah, daß es noch andere und herzerhebendere Genüſſe gebe, als täglich ſein Morgen- und Abendgebet herzuſagen, ſeinen feſt geregelten Studien obzuliegen und ſich als Endzweck von Allem eine idylliſche Häuslichkeit vor die Seele zu zaubern. Ich warf mich mit aller Lei⸗ denſchaft in das friſche Leben, und o!l ich war glück⸗ lich, daß ich es nicht ausſprechen kann, als ich ſo eine neue Freude nach der andern koſtete. Aber ich war in meiner Erziehung von Kindheit auf, von Hauſe entfernt, mir ſelbſt überlaſſen geweſen. Lieber Vater, der Du ſchläfſt unter dem armen Hügel, Du hätteſt


