Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
367
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Athem ſtockte, und jeder Anweſende ſandte ſein innigſtes Ge⸗ bet für das Gelingen des Unternehmens zum Himmel.

Das Floß hält die Richtung nach der Klippe. Es nähert ſich reißend ſchnell; Avery hält ſich gefaßt, ihn ermu⸗ thigt die Großherzigkeit ſeiner Retter.

In tiefem Schweigen harrt die Menge. Das Floß hat den Unglücklichen erreicht, er ſpringt er fällt er hält ſich feſt, er iſt gerettet! Ein donnernder Jubelruf aus tauſendfachem Munde zerreißt die Lüfte und übertönt im Augenblick das ſchauerliche Gebrüll der Waſſer, die ihre Beute fordern.

Ueberwältigt von der Wucht ſeiner Gefühle ſinkt der Arme auf die Kniee und hebt mit einem Blick unendlichen Dankes die Arme zum Himmel empor. Doch kaum hat das Floß ſich aufwärts bewegt, als es durch denſelben fatalen Umſtand aufgehalten ward, der vorher den Kahn feſtgehalten hatte. Die Taue hatten ſich um einen Felſen geſchlungen; das Floß bleibt unbeweglich, obwohl man alle Mittel ver⸗ ſucht, die Taue abzuwickeln. Man ſpannt, zwei, vier, zehn, endlich zwanzig Pferde daran; der Stein zittert, wankt, ſtürzt!

Unaufhaltſam ſteigt das Floß aufwärts, kämpft fünf bis ſechs Minuten gegen die Strömung, und wieder ertönt das Jubelgeſchrei der Zuſchauer, das diesmal dem Siege des Menſchen über den Trotz der Elemente gilt.

Ein neues Hinderniß hält plötzlich den Siegeslauf des unverzagten Muthes auf: ein Fall von vier Fuß Höhe, den das Floß trotz aller Anſtrengung der Ziehenden und Avery's verzweiflungsvollen Verſuchen nicht bewältigen kann.

Und wieder ertönt in dieſen Augenblicken höchſter Angſt der weithinſchallende Ruf:Tauſend Dollars mehr für ei⸗ nen weiteren Verſuch der Rettung!.

Und wieder eilt die Locomotive nach Buffalo, ein zwei⸗ tes Lebensboot zu holen. Aber es iſt die höchſte Zeit; die Kräfte des Verunglückten ſchwinden ſichtlich.

Unter reſultatloſen Verſuchen iſt der Tag verſtrichen, die Sonne neigt ſich zum Untergange, und ſeit 32 Stunden ringt Avery zwiſchen Leben und Tod.

Das neue Rettungsboot, von Tauen gehalten, beginnt ſeinen Lauf; mit langſamer Sicherheit nähert es ſich dem Floß; Avery löſt die Bande, die ihn auf dem Floſſe feſthal⸗ ten; ein Augenblick, und das Boot iſt an ſeiner Seite.

In ſtummer Angſt bewacht die Menge jede Bewegung des Jünglings. Zitternd vor Schwäche und Haſt ſtreckt er die Arme nach der rettenden Barke, da hebt ſich das Vor⸗ dertheil des Floſſes, wie von tückiſchen Mächten geleitet, Avery verliert das Gleichgewicht, er taumelt und ſtürzt in die Wirbel.

Mit dem Reſt ſeiner Kräfte ringt Avery mit dem Strom, aber der Strudel erfaßt, überſtürzt und wirbelt ihn dem Ab⸗ grunde zu. Noch hat er ihn nicht erreicht, mit letzter An⸗ ſtrengung erhebt er ſich über das Waſſer: ein letzter Blick nach dem linken Ufer, eine verzweiflungsvolle Gebehrde des Abſchieds, er iſt verſchwunden.

Wem galt der verzweiflungsvolle Scheidegruß? Aller

Blicke wandten ſich nach jener Richtung. Seit dem Morgen hatte hier eine Frau mit ſtarrem thränenloſem Blick den Him⸗ mel um Hülfe angefleht. Im Augenblicke, als den Unglück⸗ lichen die Wellen verſchlangen, ſank ſie zurück: die Frau er⸗ wies ſich als todt, es war des Ertrunkenen Mutter.... .. Die menſchliche Wißbegierde hat ſich für die Frage intereſſirt, wie groß und mächtig die den Niagara⸗ fall hinabſtürzende Waſſermaſſe ſei. Mehrere Gelehrte ſtell⸗ ten daher dahin einſchlagende Beobachtungen an.

Folge. 367

Profeſſor Lyel läßt jede Minute 150,000,000 Kubik⸗ fuß Waſſer hinabſtürzen. Dr. Twight ſagt, die Maſſe be⸗ trage ſtündlich 100,200,000 Tonnen; de Vaup berechnete das Quantum auf 4,480,000,000 Eimer per Tag, alſo ſtündlich 211,000,000 Eimer.

Andere intereſſirten ſich für die Frage, wie bedeutend die Dichtigkeit und Kraft der Waſſermaſſe vor ihrem Abſturze ſei. Eine Meſſung war unmöglich, um aber doch einen Anhaltepunkt zu bekommen, verfiel man auf folgendes Mit⸗ tel: Man kaufte das wegen Schmuggels confiscirte Schiff Detroit, belud es mit Steinen und gab ihm als Paſſagiere einen Büffel, einen Bären, einen Hirſch, einen Fuchs und verſchiedene kleinere Thiere. So bemannt, ſtieß man es ziemlich weit oberhalb der Rapids(Stromſchnellen) vom Ufer. Zuerſt ſchwamm es langſam, d. h. mit einer Ge⸗ ſchwindigkeit von einer halben deutſchen Meile in 15 Minu⸗ ten, dann ſchneller und ſchneller, bis es, in raſender Eile am Hufeiſenfall angekommen, über denſelben hinabſtürzte. Das Schiff hatte einen Tiefgang von 18 Fuß gehabt und war, ohne den Boden zu berühren, über den Abſturz gekom⸗ men. Man hatte die Gewißheit, daß dort die Tiefe wenig⸗ ſtens 18 Fuß betrage. Von dieſer Zeit an ſchätzte man die Waſſertiefe auf zwanzig Fuß, welches der Durchmeſſer einer gewöhnlichen Seewelle iſt. Weder von dem Schiff noch von den Thieren, mit Ausnahme des Fuchſes, deſſen Cadaver unterhalb der Hängebrücke aufgefiſcht wurde, blieb eine Spur übrig.

Ferner ließ ein Amerikaner ein an Eiſendraht befeſtig⸗ tes ſpitzes Eiſengewicht von der Hängebrücke, alſo aus einer Höhe von 225 Fuß in den Strom fallen. Das Gewicht tauchte kaum während einer Secunde unter, kam 100 Fuß weiter ſtromabwärts wieder auf die Oberfläche und ſchwamm auf derſelben wie ein Stück Kork dahin, bis es vom Eiſen⸗ draht feſtgehalten wurde. Das 40 Pfund ſchwere Eiſen hatte durch ſeinen Fall aus einer Höhe von 225 Fuß eine Fallgeſchwindigkeit von 124 Fuß in der Secunde angenom⸗ men und kam folglich mit einer Kraft von 5000 Pfund auf der Oberfläche des Waſſers an; die Gewalt des letztern iſt alſo ſo groß, daß ſie durch ihren Gegendruck das Eiſenge⸗ wicht auf die Oberfläche zurückdrängt.

Eine Waſſerbevülkerung. Die enorme Flußbevölkerung von China, welche nur auf Booten wohnt, welche auf dem Waſſer geboren und er⸗ ogen wird, auf dem Waſſer heirathet, ihre Familien er⸗ Zieht und ſtirbt welche mit einem Worte ihr Daſein auf dem Waſſer beginnt und endigt, und nie ein anderes Obdach hat oder wünſcht, als das Dach ihrer Sampans, und nicht leicht auf etwas anderm, als dem Verdeck derſelben wandelt läßt erkennen, in welchem Grade China über⸗ völkert iſt, und wie wenig es ausreicht die übergroße Zahl ſeiner Bewohner zu ernähren. In der Stadt Canton nimmt man an, daß 200,000 Perſonen auf der Oberfläche des Fluſſes wohnen; die, Boote, zuweilen zwanzig bis dreißig neben einander, bedecken einige Meilen weit das Waſſer und ſehen ihren Bedürfniſſen durch wandernde Verkäufer abge⸗ holfen, die ſich durch jede zugängliche Lücke hindurchwinden. Von dieſer ungeheuern Bevölkerung wohnt ein Theil in ausgeſchmückten Flußbooten, für alle Arten von Erholung und Luſtbarkeiten beſtimmt, für Theater, Concerte, Schmauſe⸗ reien, für wollüſtige Genüſſe, für einſame und geſellige Ver⸗