dor 7, 1 der Liebe
ſtellen de ung. Auf n goldenen gen Buſen, n, Augen, dem, Thrä⸗ dann von nen, Ban⸗ ral Amors, ag es ge⸗ ⸗Ihr von Eis dieſe
ar, daß
in dem bl
auch einem jdiche, ſei⸗
wenn Taſſo ffen entneh⸗ an wachte? ene Freiheit,
re liegt im hann's Pandolfine,
lo⸗
jum des
Sie il
—
Vierte
Punkt zu erörtern, das iſt ſeine Narrheit. Verſteht man unter Narrheit völligen Wahnſinn, dann war Taſſo niemals ein Narr. Er ſchrieb in ſeinem Gefängniß Briefe und Verſe ſowie mehrere moraliſche Abhandlungen, und abgeſehen viel⸗ leicht von einigen Abſchweifungen, iſt es unmöglich, darin etwas Unvernünftiges zu entdecken, man könnte ſogar ſeine Dialoge faſt zu vernünftig finden. Die Lehren des Ariſto⸗ teles und Plato ſind mit ſcholaſtiſcher, ja ein wenig pedan⸗ tiſcher Breite, aber mit ſtrenger Logik auseinandergeſetzt, und ſeine Bemerkungen von einem feinen Geiſt dictirt, der vollkommen Herr ſeiner Ideen iſt. Allein er litt an Hallu⸗ einationen, er glaubte an die Dämonen, an welche das ganze Alterthum geglaubt hatte und deren Exiſtenz von allen Platonikern der Renaiſſance wie von ihren Vorgängern in Alexandrien als ein Glaubensartikel betrachtet wurde. Hier⸗ auf läßt ſich die ganze Narrheit Taſſo's reduciren, und es hat ſich in ſeinem Leben ſo Manches zugetragen, was zur Erklärung dient, daß ſein Geiſt von düſtren und ſchaurigen Gedanken heimgeſucht werden konnte.
Taſſo verdankte die eine Hälfte ſeiner traurigen Schick⸗ ſale ſeinem Charakter, die andere der Herrlichkeit ſeines Ge⸗ nies. Die Gefangenſchaft hatte ſich der Dichter durch ſeine Bizarrerien, ſeine Unbeſonnenheiten und ſeine Anſprüche
zugezogen, womit er den Herzog Alphons quälte, und ihn
peinigten wieder die Chicanen, mit welchen die römiſche In⸗ quiſition ſein Gedicht verfolgte. Man darf Taſſo nicht den Helden gleichſtellen, welche er beſungen hat. Michelet ſagt irgendwo, der Künſtler müſſe zwei Naturen, die des Mannes und die des Weibes, in ſich vereinigen. in unſerem Dichter die weibliche Natur zu ſehr vor. Er ſtrebte nach Glanz und Ruhm, ſein ruheloſer und kindiſcher Ehrgeiz verlangte nach ſteter Anbetung, ohne daß er dieſe durch Anſtrengung und Dankbarkeit zu verdienen ſich be—
mühte. An dem Hofe von Ferrara anfänglich umſchmeichelt
und gehätſchelt, betrachtete er dieſe Gunſtbezeigungen als ſei— nem Genie gebührende Huldigungen, begehrte er deren im⸗ mer neue, ohne zu bedenken, daß ſie auch durch neue Leiſtun⸗ gen erworben werden müßten. Taſſo befand ſich daſelbſt in einer Lage, welche ſehr viel Klugheit erforderte, denn er wollte zwei Rollen ſpielen, die an ſich ſchon nicht leicht durch⸗ zuführen ſind, die Rolle des Müßiggängers und des Privile⸗ girten, während es ſchon eines außerordentlichen Taktes be⸗ durft hätte, um ſich die Gunſt ſeines Gebieters zu erhalten, oder den Neid zu entwaffnen, den ſein herausforderndes Glück erregt hatte. Aber er vermochte dies nicht, denn ihn
beherrſchte ein ungemeſſener Ehrgeiz, der ihn gegen die „Ich will Dir ein
Rathſchläge der Vorſicht taub machte. Geheimniß anvertrauen,“ ſchreibt er an einen Freund,„ich bin ehrgeizig, das iſt meine einzige Schwäche. lancholiſcher Humor iſt die Hauptquelle meiner Leiden, und dieſe Melancholie entſtammt meinem Ehrgeiz. Ich kann nicht an einem Orte leben, wo die Vornehmſten mir nicht
den erſten Platz einräumen oder mich ihrem Range nicht
wenigſtens gleichſtellen. Mein heißeſter Wunſch iſt, nichts zu thun und dann von meinen Freunden geſchmeichelt, von meinen Dienern gut bedient, von meiner Umgebung gelieb⸗ koſt, von meinen Gönnern geehrt, von den Dichtern gefeiert zu werden und von dem Volke mit Fingern auf mich gewieſen zu ſehen.“ Allerdings ein naives Geſtändniß! Wie man hieraus erſieht, beſteht nach ſeiner Meinung das Privilegium des Dichters darin, daß alle Welt für ihn vorhanden ſei, er aber Niemand angehöre. Eine vortreffliche Maxime, ſo lange es ſich nur um die Rechte des Talents handelt. Taſſo
Offenbar herrſchte
Mein me⸗
volge. 365 wollte aber nicht allein von ſeinem Talent nur nach Belieben Gebrauch machen, er wollte auch gaſtlich aufgenommen, ernährt, bezahlt, mit Eleganz und Luxus umgeben ſein, mit einem Worte, er wollte empfangen aber nichts gewähren, er verſtand jedoch nicht, ſolche Anſprüche mit einer gewiſſen Grazie und anſcheinender Beſcheidenheit zu umkleiden und war dagegen linkiſch, launenhaft und zudringlich. Die Adler ſind eben ſchlechte Fußgänger.
Daß auch er ein ſchlechter Fußgänger war, bewies Taſſo, indem er eine Thorheit beging, welche verhängnißvoll für ihn werden ſollte. Da er ſich nicht verhehlen konnte, daß er ſich Feinde am Hofe gemacht hatte, und daß der Herzog in⸗ folge der immer wiederkehrenden Anliegen, mit denen er ihn beläſtigte, aufgebracht gegen ihn war, verließ er ſeinen Ge⸗ bieter plötzlich und ſetzte ſich in Unterhandlungen— mit wem? Mit dem Nebenbuhler, mit dem Feinde des Herzogs Alphons, mit dem Großherzog von Toscana. Der Hof von Toscana ſollte die Frucht der Wohlthaten des Hofes von Ferrara pflücken. Das Gedicht, für welches Alphons ſo große Opfer gebracht hatte und das ihm den Beifall ganz Italiens erwerben ſollte, ſollte einen Anderen berühmt machen? Der Zorn des Herzogs iſt begreiflich. Die Unterhandlun⸗ gen ſcheiterten jedoch, und Taſſo kehrte nach Ferrara zurück, um nach Wiederholung früherer Scenen von Neuem zu flie⸗ hen und abermals zurückzukehren. Jetzt kannte man ihn aber nicht mehr, und ſeine Briefe an den Herzog blieben ohne Antwort. Nun machte er ſeiner Wuth in einem Strom von Beleidigungen Luft; er verwünſchte alle Fürſten und Fürſtinnen, die er einſt in ſeinen Verſen vergöttert hatte, und rief auf dieſe Undankbaren, dieſe Verruchten die Rache
des Himmels und den Fluch der Muſen herab. Damit er⸗ trotzte er ſich allerdings eine Antwort des Herzogs, ſie lautete kurz und bündig:„Man bringe ihn in das Irrenhaus!“ Von nun an darf man in Taſſo nicht mehr allein das Opfer ſeiner unglücklichen Gemüthsart und des Zornes eines beleidigten Fürſten erblicken; er war zugleich das Opfer der Zeit, in welcher er lebte. Sechzig Jahre früher würde ihn Leo X. gekrönt haben, aber Taſſo, dem Glauben und der Idee nach ein Zeitgenoſſe von Vida, Raphael und Caſtiglione, ihm war es beſtimmt, in dem Italien zu leben, was es durch die Inquiſition, das Concil zu Trient und die Geſellſchaft Jeſu geworden war. Die Renaiſſance war von der Kirche vervehmt, als ihr jüngſtes Kind das Licht der Welt erblickte, und es mußte der gleichen Schmach unterliegen, die man ſei⸗ ner Mutter angethan hatte.
Taſſo hatte ſein„Befreites Jeruſalem“ im Jahre 1575 vollendet, und da er das Privilegium des Papſtes erlangen wollte, lag ihm daran, zu wiſſen, ob das Gedicht nichts ent halte, woran die Kirchenfürſten Anſtoß nehmen könnten. Es wurde einem Reviſionsrath vorgelegt, in welchem ein Geiſt⸗ licher, Silvio Antoniano, die wichtigſte Perſon und ein wahr⸗ hafter Inquiſitor war. Er verſchonte weder den Plan, noch die Charaktere, noch die Situationen, noch die Hauptepiſoden des Gedichts. Alles Uebernatürliche darin empörte ihn, am ſtrafbarſten aber ſchien es ihm zu ſein, daß Ungläubigen Tu⸗ genden und chriſtlichen Rittern Schwächen und Laſter beige⸗ legt waren. Taſſo ſuchte vergeblich die Einwürfe ſeines Richters zu entkräften; bald verſtand er ſich zur Abänderung und Weglaſſung anſtößiger Stellen, bald lehnte ſich ſein Stolz gegen dieſe blinde Tyrannei auf, ſeine Aufregung ſteigerte ſich von Tag zu Tag, und er ward endlich die Beute firer Ideen. Der Geſandte Toscana's am Hofe zu Ferrara, Maffeo Veniero, ſchrieb zu dieſer Zeit an den Großherzog


