Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
361
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Vierte Folge,

wiſchen zeige⸗ vi ſtreichs zu ihr eilen, ihr zuDu biſt ſo gut, Vater. Hermann ſteht ſo un⸗ züßen fallen und Deine gluͤhende Liebe ausſprechen. endlich hoch über den andern jungen Männern der

reund! Du nimmſt Dir Alles Stadt, er iſt ſo reich an Gemüth und hohem Sinn,

das daß ich oft ſelbſt fürchte, mich zu täuſchen und ſeinen Abend derflie⸗Leben in reichem Maße, aber ich ſorge dafür, daß Aufmerkſamkeiten zu viel Gewicht beizulegen. Und doch zall; hahe mir Rein Humor immer der gleiche bleibt. Wenn ich nur ein ſolcher Mann mir genügen. geködert, die klrchten muß, daß irgend eine Sache mich zu tief Als eben der Wagen auf dem holperigen Wege ſt vun wieder vickt, mache ich mich raſch los. Habe ich eine Nacht um eine Waldecke bog, traf eine klagende Stimme unte Hofräthin durchgeſchwärmt, ſo erhole ich mich den nächſten Mor⸗ das Ohr der Reiſenden. Der Herr öffnete das Wa⸗ rem Ginschen gen durch einen Spazierritt und bin ſolid, um Geiſt genfenſter und befahl dem Kutſcher zu halten. Da Wenn mir der Leichtſinn ſtand am Waldrande ein kleines Mädchen, das wei⸗ ann ſtudire ich ein paar Tage, nend und vor Froſt zitternd einige Reiſer ſich in den

zu wirſt wohl jetzt ſporn

er und fuch⸗ ie Tag das Doch laß das, lieber F aͤrmn gemacht, A ſehr zu Herzen. Sieh mich an, ich genieße

meine feinſten und Körper zu erfriſchen. ne, Du weißt, iberdrüſſig wird, da ten hie und da um der Maſchine wieder Lebenskraft zu geben. Ge⸗ Arm legte. 1 enſchen fälen üllt mir eine Dame, ſo mache ich ihr den Hof; ſieWas iſt Dir, liebe Kleine? fragte theilnehmend Aber Du der Herr, indem er aus dem Wagen ſprang, und als

Sei

treten. Pah ſtt glücklich, und ich habe mich amüſirt. 8 dieſes Volt liſt ſo der richtige deutſche Jüngling. Vor einem das Mädchen ihn furchtſam anſchaute, ſprach er: u ſein. Aber Jahre noch ſaßeſt Du Tag und Nacht hinter den ohne Sorgen, komm her und ſage mir, warum Du t ein Geſcht? Büchern und warſt auf dem beſten Wege, ein ver⸗ ſo ſpät noch hier im Walde biſt. uckter Profeſſor zu werden. Ein glücklicher ZufaliAch Gott, mein Bündel Holz und mein Kopf⸗ ſere werthe Geſellſchaft, und nun tuch! O Herr, ich fürchte mich in den Wald zu gehen. keit gerade ſo ernſt auf, wieWo biſt Du denn her, Kind? 147

3eues brachte Dich in unſere w zduiſe um Bet aßteſt Du die Liederlich Später lernſt Du FräuleinAus dem nächſten Dorfe, eine Viertelſtunde von und da habe ich gegen Abend

jun von früher das Studium. n hate von B. kennen, und jetzt verzehrſt Du Dich als ein hier. Wir ſind ſo arm,

berliebter Thor. Daher habe ich ein friſches Geſicht Holz geſammelt, um der Mutter eine warme Stube und immer munteren Sinn, und Du ſiehſt jeden Tag zu machen. Die Schweſter konnte gicht mitgehen, ſie Wohin ſoll das füh- mußte bei der Mutter bleiben: Drinnen im Walde

Äter, ſetz

48 Du glender und abgehärmter aus. deß ten? Sei mal vernünftig, Carl, undverdiilerr Dir habe ich noch ein Bündel Holz und mein Kopftuch Dein junges Leben nicht mit Grillen. liegen, ich wollte es ſuchen und da iſt es finſter ge⸗ Vo b 1Adolf, ich werde dieſes Leben aufgeben und worden. Ach Herx, ich friere und ich fürchte mich.

.lnir das Mädchen zu verdienen ſuchen. 2 G 3

icj 1 Da kannſt Du Dich gleich heute Albend aus⸗ Der alte Herr nahm das Kind an der Hand, ſchenge e. 1. e hob es in den Wagen und befahl dem Kutſcher, die lriche t 1 Prechen: s wird Der ne Einladuns Non der Fian Reiſer obenauf zu legen. Die junge Dame nahm echt an. Beneralin von T. zukommen, bei welcher lebende Bil⸗ V das Kind zu ſich auf den Schooß, umhüllte es mit der aufgeführt werden. Fräulein von B., die eine einem warmen Tuche und ſprach ihm tröſtend zu: wird

nd der n

6,

time Magdalene darſtellt, läßt Dich bitten, für den daraufWir gehen mit Dir zu Deiner Mutter, ſie

folgenden Geſang die Begleitung zu einigen Schu⸗ 1 3 derbo 7. 5 ſſchmerzlich auf Dich gewartet haben.

bert'ſchen Liedern bereit zu halten. Sie iſt von Dei⸗...

ekan nem Clavierſpiele entzückt. Darauf wandte ſie ſich mit einem bittenden Blicke

nich' zulerl. zu ihrem Vater. Dieſer nickte.Dank, guter Vater,

itte h ſprach ſie und drückte ihm die Hand.

rde Ein Reiſewagen fuhr langſam durch eine reizloſe Nach kurzer Zeit fuhr der Wagen in das ärmliche

Gegend, deren Hügel, öde und unfruchtbar, nur bis⸗ Dorf. Die Häuſer lagen zerſtreut, faſt jedes einzeln,

e von einem Garten umgeben, an den ſich

ſie be u4 nicht weilen einige zwerghafte Tannen trugen und in deren zur Hälft uſchildern, flachen Thalgründen ſich kleine Buchenwälder aus⸗ Stall und Scheune anſchloß. Etwa in der Mitte alle die dehnten. Die Landſchaft, von zahlloſen herbſtlichen des Dorfes war eine größere Gruppe dieſer Gebäude, Fäden überzogen, lag in dem Mondſchein ſo friedlich wo ſich ein Wirthshaus, die Schule und neben der 8 Ortes, das mit

du ein w⸗ alles Getriebe der Welt mit ſeinen Kirche, gleichſam als der Palaſt de braunen Läden verſehene Pfarrhaus befanden. Am

4 da, nS man Freuden und ſeinem Kummer vergaß. deſſen Wirthshaus hielt die Kutſche, und von dort führte Schulter ſich eine junge Dame lehnte. Ich werde Dir kein Hinderniß in den Weg zu einer am Ende der Häuſergruppe gelegenen ein⸗ legen, wenn er um Dich wirbt. Du weißt, daß ich ſtöckigen, mit Stroh bedeckten Hütte. über Standesunterſchiede hinwegſehe. Als das Mädchen die Thüre öffnete, erhob ſich

In dem Wagen ſaß ein älterer Herr, ar das Mädchen die Fremden durch ein enges Gäßchen