Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
359
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nur dem Manne, den ich jetzt zwar aufs Tiefſte verach⸗ tete, den ich aber einſt nur zu ſehr geliebt und ihm ver⸗

traut, das irdiſche Verderben bereitet und dadurch ein

gewiß unſchuldiges Weſen, ſeine jetzige Frau, unglück⸗ lich gemacht. Für meine Perſon entſage ich allen An⸗ ſprüchen an Deinen Vater; nur in dem Falle, daß ich Dich, mein geliebter Sohn, wieder erhielte, werde ich Alles thun, um Dir Deine angebornen Rechte zu verſchaffen.

Empfängſt Du jemals dieſe Schriftzüge, dann unterlaſſe nichts, um Deinen Vater zu Deiner recht⸗ mäßigen Anerkennung zu zwingen. In den beige⸗ ſchloſſenen Papieren, Deinem Tauf⸗ und dem Trauſchein Deiner Eltern, ſind Deine rechtlichen Anſprüche be⸗ gründet. Hierbei muß ich noch erwähnen, daß, als ich mir die oben angeführten Beſcheinigungen von dem Geiſt⸗ lichen, der die beiden heiligen Handlungen vollzogen, erbat, er mir ſagte, daß vor drei Jahren, genau einen Tag nach Deinem Verſchwinden, dieſelben Papiere durch einen Abgeſandten des Baronets Hugh Carlton on ihm gefordert ſeien. Er yalte e, oyne Arges zu denken, aus dem Kirchenbuche ziehen und dem Zu welchem Zwecke dies

rueſchehen ſein mag, kann ich nicht ergründen.

Daß Alles, was ich niedergeſchrieben, der treuen eeahrheit gemäß iſt, dies ſchwöre ich bei dem heiligen geinigen Gotte.

Der Vater im Himmel möge Dich ſegnen, wie ich Dich geſegnet!

Stockholm im März 183*.

Deine treue Mutter

Antonie Carlton, geborene Nordſtern.

1 Mit tiefer Bewegung hatte Hedwig das Vor⸗

Ende geleſen; ſie gab es ihrem Vormunde empfing darauf den Brief Toni's. Aus erwähnen wir nur die Angabe, wie er zu den agen ſeiner Mutter gelangte. die Polizei erfuhr ich, daß eine Baroneſſe erlton vor fünf Jahren hier verſtorben ſei, mir ihre innegehabte Wohnung angegeben. gab mich ſofort dahin, fand ſie glücklich und in dem Hauſe die Tochter der Frau, bei der je unglückliche Mutter ſo viele Jahre gewohnt, in deren Armen ſie geſtorben.

Llls ich mich als den Sohn derſelben zu erkennen

n wurde die Frau mittheilend und erzählte

won meiner theuren Mutter, doch hebe ich

Mittheilungen nur hervor, daß dieſelbe

viel gelitten, lange krank gelegen und daß

1 kleines Capital ganz aufgezehrt worden

c zum Arbeiten unfähig geworden, ſo

Hungertode erlegen ſein, wenn nicht

Vierte

Folge. 359

die Barmherzigkeit der Mutter der Frau, die mir

dies mitgetheilt, ſie davor geſchützt hätte. Dieſelbe hat meine Mutter bis zum Tode gepflegt und ſie auch beſtatten laſſen. Seit einem Jahre iſt dieſe würdige Frau auch heimgegangen. Ihre Tochter er⸗ bot ſich, mich nach dem Kirchhofe zu führen. Dies dankend annehmend, iſt es mir vergönnt geweſen, am

Grabe meiner ſo ſchwer geprüften, theuren Mutter

zu knieen; recht innig habe ich an demſelben gebetet und mir ihren Segen vom Himmel herab erfleht.

Auf ihren einfachen Grabhügel habe ich eine Marmortafel mit ihrem Namen legen laſſen. Die Koſten, die die brave Wirthin meiner Mutter wegen gehabt, habe ich wieder erſtattet und noch ein Ge⸗ ſchenk zum bleibenden Andenken hinzugefügt. Hiermit wirſt Du, beſter Vater, gewiß einverſtanden ſein. Recht bald erwarte ich Antwort auf dieſen Brief, worin Du mir gewiß Deinen Willen ſagſt, ob ich von hier aus gleich nach England gehen, oder erſt zu Dir nach Reichheim zurückkommen ſoll.

Als Hedwig auch dieſen Brief geleſen, ſagte ihr der Paſtor, daß er Toni ſchreiben und ihn bitten würde ſogleich nzurückzukommen, da er annehmen dürfe, daß er bereits die Nachricht von dem Tode ſeines Pflegevaters und Onkels erhalten; daß ſeine Entge⸗ gennahme des Teſtamentes deſſelben nothwendig ſei, damit er dann auch ſo lange in Reichheim verweile, bis Mittheilungen von Lord Elgin eingetroffen. So⸗ bald dieſe gekommen, dann ſolle er nach England gehen, um ſeine Rechte zu verfolgen und ſeine Güter in Beſitz zu nehmen.

Das junge Mädchen ſtimmte den Abſichten ihres Vormundes vollkommen bei, und ein wirklicher Freu⸗ denſtrahl fiel in ihr Herz, als ſie gedachte, daß ihr theurer Bruder bald zurückkehren würde.

(Schluß folgt.)

Pflicht und Liebe.

Eine Erzählung von

Gottfried Kaufmann.

Die Herbſtſonne ſchien warm durch die Fenſter 1 in einem Hauſe der Vorſtadt, als ſich daſelbſt noch ſchläfrig ein junger Mann von ſeinem Bette erhob. Er rieb ſich mißmuthig die Augen und ging, wie um ſich zu beſinnen, im Zimmer auf und ab. In dem⸗ ſelben lagen unordentlich auf einem Geſtell mehrere Bücher, an den Wänden hingen und in der Ecke