ots bei nir zte ich erſt kannte ich ber Alles; o dazumal win ſänem en!
Glück und tin Fami⸗ fuͤhlte mich mein Wohl Strapazen bei ſeiner
Dein Vater gedrüͤckt. zuerſt in M haben, unden, die d liebevol, ere Verbin⸗ ſtets Aud⸗ heiligſten könnte, um Du hatteſt Naun aber⸗ etten Hin⸗ Ehe im em Herzen lrmen; ich Du meine
rte endlich riefen, in n gebeten, dir nach Hattin, zu war liebe⸗ rauen, daß eine, eine n. Gegel g oft Ill ener Pudi
Vierte Folge. 357
Mir waren die Stunden während Eures Fortſeins recht langſam vergangen, eine unerklärliche Trau⸗ rigkeit beherrſchte mich, wohl eine bange Ahnung des Entſetzlichen, was mir ſo nahe bevorſtand!
Ungewöhnlich lange blieb mein Mann dieſen Tag fort; es war bereits neun Uhr Abends, und ich war noch allein. Meine Angſt ſtieg auf's Höchſte, wer kann mein Entſetzen ſchildern, als endlich Dein Vater mit bleichen, entſtellten Zügen und mit dem Aus⸗ rufe: ziſt Anton hier?⸗ in mein Zimmer geſtürzt kommt! Auf meine Verneinung iſt er wie außer ſich; ich bekämpfe meine namenloſe Angſt, um ihn zu be⸗ ruhigen, endlich ſammelt er ſich ſoweit, daß er mir in abgebrochenen Sätzen mittheilt: daß er mit Dir vor das Thor gegangen ſei; es hätte dort eine Ge⸗ ſellſchaft Seiltänzer und Kunſtreiter ihre Künſte pro⸗ ducirt; Du hätteſt dieſe zu ſehen gewünſcht, er wäre deshalb näher mit Dir an den Circus herangetreten, hätte Dich feſt an der Hand gehalten, Rudi wäre ſeitwärts ſtehen geblieben. Als er gekommen, wären noch nicht viel Zuſchauer geweſen, doch die hätten ſich bald vermehrt und zwar in einer ſolchen Weiſe, daß ein ſtarkes Gedränge entſtanden. Er hätte Dich eben auf den Arm nehmen wollen, um Dich beſſer ſchützen zu können, als er gefühlt, daß Deine Hand aus der ſeinigen geglitten. Er hätte ſich jetzt ſo ſchnell, wie er wegen des Gedränges gekonnt, gebückt, um Dich aufzuheben, doch wer beſchreibt ſein Entſetzen, als er Dich nicht mehr ſieht, Du von der Stelle, wo Du geſtanden, verſchwunden biſt! All' ſein Rufen, Schreien, Toben wäre vergeblich geweſen; die Volks⸗ menge hätte ſich bei ſeinen Ausrufungen abwechſelnd getheilt, doch die Maſſen wären ſo groß geweſen, daß ſie nach einer augenblicklichen Theilung gleich wieder wie Wogen zuſammengeſchlagen wären. Rudi, der auf ſein Rufen ſich zu ihm gedrängt, hätte nun mit ihm vereint Alles durchſucht, durchforſcht, doch Alles wäre vergeblich geblieben. Rudi ſuchte jetzt noch immer; er ſelbſt wäre in der Hoffnung, ihn vielleicht ſchon zu Hauſe zu treffen, hierher gelaufen. Nach dieſer oft von Wehklagen unterbrochenen Erzählung erfaßte mich eine wahre Verzweiflung. Ich ſtürze aus dem Hauſe; durchirre die Straßen, jeden Men⸗ ſchen nach unſerem Anton fragend, anrufend; mein Mann folgt mir; endlich ſehen wir Rudi kommen; auf den ſtürze ich zu, dies und ihn nach meinem Kinde fragen, iſt das Werk einer Secunde. Sein Suchen war auch erfolglos geweſen. Er hatte, wie er ſagte, mehrmals die Polizei aufgeboten unſerem Kinde nachzuſpüren. Die Nacht war hereingebrochen, wir mußten unſere Wohnung ohne unſer Kind auf⸗
ſuchen!
Am andern Tage war ich in einem ſolchen Zu⸗ ſtande, daß der Arzt für meinen Verſtand fürchtete. Mein Mann und Rudi ſuchten nach Dir; Du warſt und bliebſt verſchwunden! Meine Geſundheit wurde ſo ſchlecht, daß der Arzt auf eine Entfernung von
Stockholm drang. Mein Mann villigte hierein und
ſagte mir, wir wollten zu einem ſeiner Freunde auf's Land.
Nach drei Tagen befand ich mich auf einem an⸗ geblichen Gute mit großen, unheimlichen Gebäuden in einer öden Gegend, nicht weit von dem brauſenden Meere gelegen. Die vermeintlich befreundete Familie war ſehr artig, ſorgſam und freundlich gegen mich, doch ich konnte kein Zutrauen zu ihr faſſen. Mein Mann war ſehr niedergeſchlagen, voller Liebe und Zärtlichkeit, er verließ mich nur, wenn er ſeinen täg⸗ lichen Spaziergang machte. So waren wohl acht Tage vergangen; mein Gatte hatte mich zu der ge⸗ wohnten Zeit verlaſſen, da aber mehrere Stunden über ſeine gewöhnliche Zurückkunft verſtrichen waren, und er noch nicht kam, ſo wurde ich unruhig. Lange hatte ich jedoch noch nicht in der Sorge verlebt, als der Hausherr zu mir kam und mir einige Zeilen von der Hand meines Mannes brachte. Durch dieſelben benachrichtigte er mich, daß er wichtige Briefe aus ſei⸗ ner Heimath erhalten; er müßte gleich reiſen, und um uns beiden den Schmerz des Abſchieds zu erſparen, ginge er heimlich, bald käme er jedoch wieder, um mich dann nach Schottland zu holen; ich möchte ihn bei ſeinem Freunde erwarten.
Nach dieſen Mittheilungen ergriff mich die größte Verzweiflung; ich wollte augenblicklich fort, dies ließ mein Wirth aber nicht zu.
Nachdem ich tagelang geweint, geklagt, gejam⸗ mert hatte, überkam mich ein Stumpfſinn, der mich monatelang umfangen hielt. Dieſer wich allmählich, und mit der klaren Beſonnenheit vermochte ich auch erſt meine Lage klar zu überſchauen. Mein Mann war weder zurückgekehrt, noch hatte ich eine Zuſchrift von ihm erhalten; dies flößte mir Mißtrauen ein, aber beſonders die Veränderung des Benehmens mei⸗ ner Wirthe. Sie waren zwar höflich, doch kalt, ge⸗ meſſen und ließen mich oft tagelang ganz unbeachtet. Als ich ihnen erklärte, ich wolle nach Stockholm zurückkehren und meinen Gemahl dort erwarten, er⸗ öffnete mir der vermeintliche Freund, daß er dies nicht zugeben dürfe, da mein Mann dies nicht wolle. Da ich aber meine Abſicht abzureiſen nicht aufgab, ſo ſagte er mir endlich in kurzen, ſtrengen Worten:
Dies Quälen von Ihnen iſt nicht länger zu ertragen. So wiſſen Sie denn; Sie befinden ſich nicht in dem Hauſe eines Freundes Ihres Mannes,


