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Ronellen⸗Jeitung.
Wir dürfen es nicht indifferent und müßig der wird eine beſondere Section des Vereins die umfäng⸗
Zeit überlaſſen, von ſelbſt herſtellen.
daß ſich dieſe nothwendigen Factoren liche geſchäftliche Führung dieſer Seite der Vereius⸗ Kein gebildeter Menſch, der es thätigkeit in die Hand zu nehmen haben, etwa nach
wirklich mit dem Fortſchritt der Cultur und mit der Vorgang der Autoren in Paris. Der geſetzliche Schutz geiſtigen Bluthe ſeines Vaterlandes aufrichtig meint, dafür iſt durch Herſtellung eines allgemeinen deutſchen,
darf bei der Löſung ſolcher Lebensfragen den theil⸗ überhaupt alle Intereſſen der Bühne in das Auge nahmloſen Zuſchauer bilden, ſobald er nur irgend eine faſſenden Theatergeſetzes zu erſtreben, und wird ſich
Kraft zu fördernder Mitwirkung in ſich fühlt.
Kraft aber wird dann ſofort auch dem Laien verlie⸗ die deutſchen Regierungen wenden. ferner der käuflichen Kritik entgegen treten und die gute in ihrer Wirkſamkeit unterſtützen; er will in Ver⸗ bindung mit den Bühnendirectionen das Virtuoſen⸗
hen, wenn ſich zur Organiſirung der zu unternehmen⸗ den Culturarbeit ein Verein gebildet hat!, dem der Laie nur beizutreten braucht, um ſeine bei'm Unſach⸗ kundigen an ſich todtliegende moraliſche und materielle Macht durch Beitritt zu einem ſolchen Verein wie mit einem einzigen magiſchen Zauberſchlage lebendig werden und den Bach zum ſegensreichen Strome an⸗ ſchwellen zu ſehen.
Ich laſſe hier wörtlich die Einladung des Dres⸗ dener Shakeſpeare⸗Vereins folgen, wie ſie das Comité ain kurzer Faſſung erlaſſen hat und ohne weitere In⸗ terpretation der eigenen Einſicht und intelligenten Antheilnahme des Publicums überläßt. Sie lautet:
„Den wachſenden Mißſtänden gegenüber, die am deutſchen Theater herrſchen und das Schickſal der neuen dramatiſchen Production von Tag zu Tag un⸗ günſtiger geſtalten, wird die Nothwendigkeit energi⸗ ſcher Abhülfe längſt von Allen, die ein Herz für die Sache haben, auf das Tiefſte empfunden. Angeſichts der bevorſtehenden Shakeſpearefeier lag der Gedanke
Dieſe zu dieſem Behufe mit Vorſtellungen und Geſuchen au
Der Verein will
thum in ſeinen Ausſchreitungen bekämpfen, allen Un⸗ gehörigkeiten in Darſtellungen claſſiſcher Werke ent⸗ gegenwirken u. ſ. f.
Die Mittel hierzu können in erſter Linie nicht pecuniäre ſein. Sie liegen vor Allem in der Würde, der Wahrheit und dem Rechte der Sache, die der Verein mit nationalem Sinn vertritt, in der Zahl und Thätigkeit ſeiner Mitglieder, die ſich in Erkennt⸗ niß und Schätzung des Vereinszweckes zu gemeinſamem Handeln an einander anſchließen.
Das ſind die Grundſätze und Abſichten des Shakeſpeare⸗Vereins, welche hoffentlich in ganz Dentſch⸗ land Anklang und Förderung finden werden.
Indem wir die Ehre haben, Ihnen dieſe Mit⸗ theilungen zu machen, laden wir zum Beitritt ergebenſt ein. Wir brauchen nicht beſonders hervorzuheben, daß nur durch allgemeine Betheiligung der Träger
nahe, daß mit einem Unternehmen in dieſem Sinne und Förderer dramatiſcher Kunſt das hohe und ſchwie⸗ im Intereſſe jener Kunſt, in welcher Shakeſpeare ſo rige Ziel des Vereins zu erreichen iſt, und erſuchen Großes geleiſtet, die Jubelfeier des unſterblichen Dich⸗ Sie, falls Sie unſerer Einladung Folge zu leiſten ters in Deutſchland am würdigſten zu begehen ſei. geneigt ſind, durch Zuſchrift an einen der Unterzeich⸗ Dieſer Gedanke, der auch ſchon in der Preſſe(nament⸗- neten Ihren Beitritt zum Shakeſpeare⸗Verein zu er⸗ lich durch einen Aufruf von Otto Banck in der Wiſ⸗ klären. Die erſte Generalverſammlung, welcher weitere ſenſchaftlichen Beilage der Leipziger Zeitung) begei⸗ und definitive Beſchlußfaſſungen vorbehalten bleiben, ſterten Ausdruck gefunden, wurde im Literariſchen wird im Laufe des Sommers in Dresden ſtattfinden
Verein zu Dresden vielſeitig erörtert, und führte eudlich, auf Beſchluß des Letzteren, zur Conſtituirung eines Shakeſpeare⸗Vereins durch die Unterzeichneten, deſſen Zweck und Einrichtung in den beifolgenden Grundzügen dargelegt iſt.
Der Verein erſtrebt Hebung der deutſchen Bühne mit allen ihm zu Gebote ſtehenden Mitteln, alſo neben Herſtellung eines gediegenen Repertoirs vor Allem auch Förderung der Intereſſen und Rechte der deut⸗ ſchen dramatiſchen Autoren und Tonſetzer. Der Ver⸗ ein will die Theaterdirectionen, von denen einige
und die ſpecielle Einladung dazu von den Unterzeich⸗ neten ausgehen.“ Der die Geſchäfte dieſes Vereins leitende und
nach außen vertretende Vorſtand beſteht aus neun
Mitgliedern: Hermann Hettner; Carl Banck; Graf
W. Baudiſſin; Advocat Edmund Judeich; Kapellmei⸗ ſter Julius Rietz; E. Düboc(Robert Waldmüller); Feodor Wehl; Wilhelm Wolfſohn; Rudolph von Rei⸗ biſch(Rudolph von Zeitz). Jeder, der ſich für die ſchöne Aufgabe des Vereins intereſſirt, kann, weß
des er immer ſei, Mitglied deſſelben werden, und
bereits die Tantième eingeführt haben und andere 1 n weiteſten Kreiſen die Betheiligung annehm⸗ dazu geneigt ſind, zu einer gemeinſamen Annahme barer zu machen, und ferner auch in Anbetracht der dieſer nothwendigen Einrichtung zu beſtimmen ſuchen. Thatſache, daß die gewichtigen Zwecke nur durch die Sebald dies in möglichſter Ausdehnung erreicht iſt, moraliſche Druckkraft einer großen für ein und die⸗
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