Vierte Folge.
d. d 6„„.,.... 2 uli hatten in der letzten Zeit bedeutend abgenommen, und⸗ Sein Freund, Profeſſor Schweiger, jetzt in Mün⸗ Bende er war feſt überzeugt, daß ſeine Erdenlaufbahn nicht ſchen, war mehrere Jahre in England Erzieher bei
mehr lange währen würde. den Söhnen eines Lord Elgin geweſen. Von Schwei⸗ 4 und Er bat nun den Pfarrer ihm ſeinen Rath hin⸗ ger wußte er zwar weiter, daß der Lord kränklich und iund der
ſichtlich des Handelns wegen Toni zu geben. Nach vielfachem Ueberlegen kamen die beiden Männer über⸗
häufig ſehr verſtimmt geweſen. Konnte dies doch nicht vielleicht der vermeintlich im Duell gefallene
bämuth ein, Toni zuerſt nach Stockholm zu ſenden. Dort Lord Elgin ſein?
les wit⸗ ſollte er nachforſchen, ob ſeine Mutter noch lebe; dort War hierzu freilich immer eine Moͤglichkeit vor⸗
N. Id würde er auch wohl erfahren können, ob dieſelbe wirk⸗ handen, ſo mochte Weimuth dieſe doch nicht ſeinem
Mitthei⸗ lich als die Gemahlin ſeines Vaters, des Sir Hugh leidenden Freunde ausſprechen. Erſt wollte er an
recht Carlton, anerkannt und ihm nach England gefolgt ſei, den Profeſſor ſchreiben und ihn um nähere Details
erſchöpft denn bis zur Zeit, wo Walther ſein Vaterland ver⸗ über die Familie Elgin, bei der er geweſen, bitten. Auf
ſchaute, ließ, hatte Hugh ſeine in Stockholm geſchloſſene eheliche ſeine an Walther gerichtete Fragen hatte er erfahren,
rAugen Verbindung mit keiner Sylbe erwähnt. Während Toni daß es noch mehrere männliche Glieder der Elgin's nach Schweden ginge, wollte Walther nach England an[außer ſeinem Freunde, und zwar eben ſo reiche und an 1
ehr viel ſeinen Bruder ſchreiben; ſollte aber dieſer Brief wirk⸗ Rang gleich geſtellte, gegeben, ſo daß ſeine aufge—
ſchwer lich ein Reſultat erzielen, ſo mußte er durch eine ſtiegene Hoffnung ſich ſehr leicht als trügeriſch erwei⸗
welchen ſichere Perſönlichkeit ſelbſt übergeben werden, und dies
ale
eug ge außerdem ſein Teſtament machen, und zwar doppelt zur Ausführung gebracht, den Brief geſchrieben und nden zu ſollte es vom Gericht ausgefertigt werden. Eine zur Poſt geſendet, als des Abends ſein Freund Schwei⸗ 6 en, daß Ausfertigung deſſelben ſollte Oskar Weimuth mitneh⸗ V ger unerwartet in ſein Studirzimmer trat. So groß pyf liegt, men, um dieſelbe bei der betreffenden Behörde in wie die Ueberraſchung, ſo groß war auch die Freude, ngſt ver⸗ England niederzulegen; das Duplicat ſollte bei'm Ge— jetzt eine doppelte, nein ich möchte ſagen eine drei⸗ Gnade richt über Reichheim ad depositum verbleiben. Nachdem fache, als der Profeſſor ſagte: it aher, dies von beiden Männern berathen und beſchloſſen„Lieber Weimuth! willſt Du mich während mei⸗ eht, hat worden, ſuchten ſie die Ihrigen auf und verlebten den V ner Ferien behalten? Ich hatte Dir ſchon längſt einen e Ihre Reſt des ſo wichtigen Tages in einer ungetrübten
Sie auch n Segen
ſollte der Sohn des Pfarrers ſein. Walther wollte
Freude.
Toni, der am folgenden Morgen durch ſeinen
ſen konnte. V Der Pfarrer hatte am Morgen ſeinen Vorſatz
ſolchen Beſuch, wie Du weißt, zugedacht, doch meine
vielen literariſchen Arbeiten haben es mir nicht ge⸗ ſtattet. Doch, theurer Freund, ich komme nicht allein,
ich, daß Onkel von allem Beſchloſſenen unterrichtet wurde, er⸗ V ſondern bringe noch zwei junge Herren Beſuch kle That klärte ſich mit den Maßnahmen ganz einverſtanden. mit, denn denke Dir, als ich auf einer Stakton, wohl ergeſſen, Nachdem alle Vorbereitungen zu ſeiner Reiſe vollen— die Hälfte des Weges zwiſchen München und hier,
öge Sie
ten kan ſollten für alle Fälle in den Händen von Walther der Thür des Poſthauſes ſaß, kommt eine elegante
93 Hur verbleiben,— ihm auch anempfohlen war, ſich nicht Extrapoſt angefahren. Kaum habe ich meinen Blick
it alein ſogleich mit ſeinen Anſprüchen an die Behöͤrde zu wen⸗ neugierig auf den Wagen gerichtet, um mir die dar⸗
geyiin den, ſondern zunaͤchſt auf Privatwegen nach der nö- inſitzenden Herren zu beſchauen, als ich den freudigen
von Nn thigen Auskunft über ſeine Mutter zu forſchen, reiſte Ausruf: Beſter Profeſſor Schweiger, ſind Sie es denn
üihte er mit den innigſten Segenswätnſchen all der Seinen, wirklich?« höre, und ſchon ſpringt einer der jungen
nglan, vor Allem aber denen ſeines Pflegevaters ab. Derſelbe Herren aus dem Wagen und mir in die Arme, und
worden war bei'm Abſchiede tief bewegt und gerührt. Meh⸗ es iſt kein anderer als mein geliebter Zögling William
Reinn tere Male rief er Toni zurück, um ihn in ſeine Arme Raleigh mit ſeinem Vetter Hugh Carlton. Dieſe
Brude zu ſchließen, bis er ihn endlich mit einer herzlichen Beiden wollten eben zu mir nach München reiſen; deh Umarmung entließ. ich wollte natürlich umkehren und die Reiſe zu Dir
ng Da der Paſtor Weimuth ſeinen Freund und auf ein ander Mal verſchieben, doch dagegen wider⸗ 5
10 hedh Gönner körperlich ſich ſchnell verändern ſah, Dr. Grün ſetzten ſich die jungen Herren. William ſchlug vor,
1 mum auch bedenklich ſchien, ſo wollte der edle Mann gern mich zu begleiten; er meinte, es wäre herrlich, daß
bten die letzte Unruhe, die noch immer auf Walther's Seele es ſich gerade ſo träfe mich auf dem Wege zu Dir
. Amt lag, ganz fortnehmen. Hierzu war er vielleicht be⸗ zu finden, da er längſt gewünſcht, den würdigen Paſtor
naſte zufen. Weimuth zu Reichheim, von dem ich ihm ſo viel er⸗
e
det, er ſeine Legitimations⸗Papiere in gerichtlich vi⸗ dimirter Abſchrift empfangen,— denn die Originale
einige Stunden, um die Ankunft einer andern Poſt zu erwarten, mich aufhalten mußte und gelangweilt vor


