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Ein Stück raliforniſches Leben.
Das„Graham Haus“ in San Francisco iſt als die Heimath reicher Spieler bekannt; darunter gab es vor Kurzem zwei, welche durch ihre Kühnheit und Kaltblütigkeit ſelbſt unter ihren Genoſſen ſich einen Ruf erworben hatten. Dies waren ein Buckliger Namens Briggs und Joe Baſſet, ein alter Zögling der Vicksburger Schule.
Eines Nachmittags, da ſie zur Verdauung ihre Cigarren rauchten,„verglichen ſie ihr in der Bank deponirtes Gutha⸗ ben mit einander“ und fanden, daß Jeder von ihnen für un⸗ gefähr 120,000 Doll. in ſofort benutzbarem Goldſtaub gut hatte. Der Wein ſchien Beide mehr als gewöhnlich unter⸗ nehmend gemacht zu haben, und ſo erließ Briggs an Baſſet eine Herausforderung, die mit gleicher Sorgloſigkeit von die⸗ ſem angenommen wurde. Es wurde beſchloſſen, nach einem Pharozimmer oben zu gehen, dort ſollte Jeder eine Anwei⸗ ſung auf die Summe, die er in der Bank hatte, niederſchrei⸗ ben, die 240,000 Doll. ſollten dann in rothen Marken in gleiche Hälften vertheilt und dann ohne Unterbrechung ſo lange geſpielt werden, bis ſämmtliche Marken in der Hand des Einen oder des Andern ſein würden. Mit dem größten Gleichmuth und der gemüthlichſten Laune zogen ſich ſofort Beide in Geſellſchaft einiger auserwählten Freunde gleichen Schlages in die Stille eines abgelegenen Gemaches zurück, und nachdem ſie einen guten Vorrath Brandy, Cigarren und Speiſen beſorgt hatten, vollzogen ſie die erforderlichen Schrift⸗ ſtücke, theilten die roſenfarbigen Marken, nahmen ihre Sitze an entgegengeſetzten Seiten des Tiſches ein und eröffneten den außerordentlichen und ſicherlich anziehenden Kampf,— einen Kampf, der ſolche Meiſterſtücke des Gedächtniſſes, der Umſicht, des Scharfſinnes, der Selbſtbeherrſchung und Ent⸗ deckung ſchlauer Züge, ſolche feine Finten, Ausfälle und Deckungen, hitzige Angriffe und wohlgeordnete Rückzüge her⸗ vorrief, wie ſie das Glück und den Ruf eines Generals oder Fechtmeiſters gemacht haben würden.
Das erſte Ausgeben der Karten fand um 5 Uhr Nach⸗ mittags ſtatt, und das Spiel dauerte mit wechſelndem Glück die ganze Nacht hindurch. Am Ellbogen eines Jeden ſtand ein mäßig mit Brandy gemiſchtes Glas Waſſer. Keiner von Beiden rauchte; eine Dampfwolke zwiſchen ihnen wäre ein eben ſo ſtrafbarer Verſtoß geweſen, als die Sonne in den Augen eines Duelliſten. Zehn Uhr des nächſten Morgens fand ſie noch immer auf ihren Plätzen— Beide waren etwas bleich und überwacht, aber bei alledem ſehr ruhig aus⸗ ſehend.
Briggs hatte eintauſend Dollars übrig von Allem, was er in der Welt beſaß. Die Karten wurden wieder ausgege⸗ ben. Der Tiſch, an welchem ſie ſaßen, ſtand nahe bei der Thüre des Zimmers, und gerade als Baſſet, an dem die Reihe abzugeben war, ſeinen Zug überlegte, trat Einer aus der Geſellſchaft herein und ſtellte ſich hinter ihn. Briggs ſah ſeinen Gegner von unten auf mit einem Blicke an, dem das leiſeſte Zucken nicht entgehen zu können ſchien. Ohne das Herantreten des neuen Ankömmlings zu bemerken, ohne eine Miene zu verziehen oder auch nur einen Finger zu regen, ſagte Baſſet„ſechstauſend Dollars“ an.„Nehmt das Geld,“ ſagte der Bucklige, ihm ſeinen Reſt ohne zu ſpielen hinſchiebend,„ich wußte im Voraus, wie Eure Karten ſtan⸗ den. Hättet Ihr von dem Mann hinter Euch Notiz genom⸗ men, ſo möchte ich die mir fehlenden 5000 Doll. geborgt und ein wenig länger angehalten haben; aber als ich ſah, daß Ihr nicht über Eure Schultern ſaht, noch Eure Karten
Folge. 335 vor den fremden Blicken verbargt, da wußte ich, daß Ihr eine ſichere Hand hattet. Gute Nacht!“ Damit ſtürzte er ein Glas Brandy hinunter und ging ſo ruhig zu Bette, als ſei ſein Verluſt ein Dudeldei geweſen.
Einige Tage darauf legte der Bucklige fünfzig von Baſſet geborgte Dollars in der für einen Minenarbeiter erforderlichen Ausſtattung an und begab ſich nach den Wä⸗ ſchereien, wo er in einem Monat als ein hülfloſer Armer
ſtarb.(S. Bl.)
Bühmiſche Chriſtusſagen. Die Kindesſeele. 8
Es war einmal eine arme Mutter, die hatte ein einzi⸗ ges Kind. Allein das gute Kind lag zu Tode krank, empfand einen brennenden Durſt und begehrte zu trinken. Die Mutter ging daher zum Brunnen, un friſches Waſſer zu holen. Als ſie mit dem gefüllten Kruge zurückkehrte, begeg⸗ nete ſie in der Hausflur einem wunderſchönen fremden Kinde, das war ganz weiß gekleidet und hatte ein Krönlein von leuchtenden Sternen auf dem Haupte. In der Hand hielt es ein goldenes Töpfchen, das mit einer ſilbernen Stürze zu⸗ gedeckt war. Sie erſchrak, konnte kein Wort ſprechen und eilte, von einer ſchlimmen Ahnung getrieben, in das Zimmer zu dem Bette ihres lieben Kindes. Allein das lag ganz ſtill und ſanft, denn es war todt. Da weinte die gute Mutter und errieth nun, das fremde Kind ſei der heilige Chriſt ge⸗ weſen, der in dem goldenen Töpfchen die Seele ihres Kindes in den Himmel trug. Sie eilte in den Hofraum zurück, doch das Kind mit dem goldenen Töpfchen war nirgends mehr zu ſehen— es mußte ſchon im Reiche der Seligkeit angekommen ſein. Das war immerhin ein ſchöner Troſt für die arme, verlaſſene Mutter.
Jeſus und die Biene.
Die Biene war von jeher ſehr arbeitſam. Selbſt an den Feſttagen, wo alle Thiere feierten, gönnte ſie ſich keine Raſt und ſammelte aus den duftenden Blumenkelchen den ſüßen Honig, bis der rauhe Winter ſie in ihr ſtilles Häuschen verſchloß. Da kam einmal das ſommerliche Feſt der Him⸗ melfahrt des Herrn, das von der ganzen Natur in ſtiller An⸗ dacht geheiligt wurde. Nur die Biene flog geſchäftig von Blume zu Blume. Aber dieſer ungehörige Fleiß erregte das Mißfallen des Heilands, der alsbald durch einen Engel die Biene in den Himmel rufen ließ. Als nun die Biene vor dem Sonnenthron des Weltheilands erſchienen war, hielt ihr dieſer mit milden Worten den argen Fehler vor, und ſie gelobte, nie mehr an einem Feiertage Honig ſammeln zu wol⸗ len. Allein nur zu bald vergaß ſie in ihrem Arbeitseifer der göttlichen Mahnung und ihres Verſprechens und baute auch an hohen Feſttagen ihre ſchimmernden Honigzellen. Da ſandte der Herr Jeſus abermals einen Engel zu ihr hinab und ließ zu ihr ſagen:„Biene, falls du noch an einem Fei⸗ ertage arbeiten wirſt, ſoll ſich der goldene Honig im rothen Klee in ſchwarzes Gift verwandeln, und du ſtirbſt hernach eines kläglichen Todes!“ Der Engel ging zum Herrn Jeſus zurück; doch was that die Biene? Noch immer iſt ſie an Sonn⸗ und Feiertagen fleißig; allein eingedenk der Drohung Chriſti meidet ſie behutſam den rothblühenden Klee am Felde und ſaugt nur aus dem weißblühenden Klee den ſüßen Saft.
Alfred Waldau.


