Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
321
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jeden Freitag.

Leipzig, am 20. Mai 1864.

Geſellſehaft.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Schickſalswege.

von

Agnes Leſſad.

(Fortſetzung.)

Die Monate Juni und Juli waren vergangen, die Ernte faſt vollendet, doch Hedwig's Kräfte waren nicht zurückgekehrt. Ihr Ausſehen wurde immer zar⸗ ter, ihr Auge immer leuchtender in verklärendem Glanze, ihre Stimme immer matter und ſchwächer, ein beängſtigender Huſten quälte ſie häufig und ließ Walther's Beſorgniß auf's Höchſte ſteigen.

Dr. Grün, der ſich noch immer bemühte, Eduard auf ſeine verzweiflungsvollen Fragen Troſt, woran er ſelbſt ſchon lange nicht mehr glaubte, einzuſprechen, ieth jetzt vor dem Eintritt des Winters ein milderes Klima aufzuſuchen und ſchlug zu dieſem Zwecke die Inſel Madeira vor.

Eduard erklärte ſich gleich bereit. Wozu wäre er auch nicht bereit geweſen, wenn es ſich um das Wohl ſeiner Hedwig handelte?

Hedwig war aber nicht dazu zu bewegen; ſie wollte bei ihrem Kinde, in ihrem Reichheim bleiben. Sie ſprach und bat ſo eindringlich, daß ſie dort keine Ruhe finden könne, daß Grün es für das Beſte hielt, hierüber kein weiteres Wort zu ſagen. Hedwig ahnte ſchon lange, daß ihr Leiden ein unheilbares ſei; jetzt wurde es ihr zur Gewißheit, und ſie fühlte, daß ihre Zeit auf Erden nur noch eine ſehr kurze ſein würde. Dieſer Gedanke beängſtigte ſie nicht, nur eine unend⸗ liche Traurigkeit überfiel ſie, wenn ſie ibres geliebten Mannes und Kindes gedachte. Wie gern wäre ſie noch bei ihnen geblieben, hätte für ſie geſorgt und gewirkt! Wie ſchön hatte ſie es ſich ausgemalt, ihr Töchterchen zu erziehen, ihr die erſten Worte zu leh⸗ ren, in ihr das Gute zu kräftigen, das Böſe zu er⸗ ſticken, ſie zu unterrichten, in ihr die ſchlummernden Talente zu wecken und auszubilden! Und nun ſollte

ſie ſo bald ſcheiden, ihre Hedwig, ihren Eduard auf