Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
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/ Viele haben behauptet, daß ſowohl die Kaiſerin Eliſa⸗

ſth mit dem Grafen Raſumowsky, als die Kaiſerin Katha⸗ ina mit dem Grafen Orlow vermählt geweſen ſeien. in dieſen Gerüchten Wahres i*ſt, geht aus folgender Erzäh⸗ llung des ehemaligen Miniſters der Aufklärung, des Grafen Uwarow hervor, deſſen Gemahlin die Tochter eines Neffen jenes Günſtlings der Kaiſerin Eliſabeth war:

Als Graf Orlow, von der Gunſt Katharina's getragen, den höchſten Gipfel irdiſcher Macht und Ehre erreicht hatte und ihm kaum noch etwas zu wünſchen übrig blieb, ſpielte er bei ſeiner Gebieterin wiederholt auf das geheime Ehebünd⸗ niß der Kaiſerin Eliſabeth mit dem Grafen Raſumowsky an und behauptete, daß Letzterer im Beſitz darauf bezüglicher Documente ſei. Katharina, welche ihrem Geliebten keine Hoffnung auf Gewährung ſeiner deutlich verrathenen Wün⸗ ſche machen wollte, jedoch auch zu zartfühlend war, um ihn durch eine entſchiedene Weigerung kränken zu wollen, ent⸗ wickelte die ganze Feinheit ihres Geiſtes, um auf gute Art aus dieſer Alternative zu kommen. Als einſt Orlow wieder auf dieſen Gegenſtand zu ſprechen kam, ſagte ſie:Ich zweifle doch an der Wahrheit der ausländiſchen Berichte über jene Ehe, wenigſtens weiß ich von keinen ſchriftlichen Be⸗ weiſen dafür; übrigens iſt ja Raſumowsky noch am Leben, ich werde mich bei ihm ſelbſt erkundigen laſſen, ob er wirklich, mit der Kaiſerin verheirathet war. Am andern Tage ließ

Katharina den Grafen Woronzow kommen und befahl ihm, einen Ukas zu entwerfen des Inhalts, daß ſie zum Andenken an ihre in Gott ruhende Tante, die Kaiſerin Eliſabeth, für recht und billig erachte, dem dieſer angetraut geweſenen Für⸗ ſten Raſumowsky den Titel Kaiſerliche Hohheit zu verleihen, welchen Tribut ihrer ehrfurchtsvollen und dankbaren Ge ſinnungen ſie ihm hiermit kundgebe und zu gleicher Zeit zur öffentlichen Kenntniß zu bringen befehlen werde. Von die⸗ ſem Preject ſollte Woronzow den Grafen Raſumowsky be⸗ nachrichtigen und ihn bitten, ihm alle auf dieſen Gegenſtand bezüglichen Documente, die er in Händen habe, auszuliefern, damit auf deren Grundlage ein rechtskräftiger Act in geſetz⸗ licher Form zuſammengeſtellt werden könne. Graf Woron⸗ zow hörte dieſen Befehl mit höchſtem Erſtaunen an und machte ſchon Miene, ſich eine Meinungsäußerung darüber zu erlauben; aber Katharina, als ob ſie dies nicht bemerkte, wie derholte mit ernſtem Tone den Befehl, verbeugte ſich mit der ihr eigenen Anmuth und verließ das Zimmer, den Gra⸗ fen in völlig rathloſem Erſtaunen zurücklaſſend. Da er in⸗ deſſen fand, daß ihm nichts übrig bleibe als Gehorſam zu

leiſten, fuhr er nach Hauſe, den Ukas zu entwerfen, und be⸗

gab ſich mit demſelben zu Raſumowsky, den er am lodernden Kamin auf einem Armſeſſel ſitzend und in der Bibel leſend fand. Nach den gewöhnlichen Begrüßungen erklärte Wo⸗ ronzow dem Grafen discurſive die wahre Urſache ſeines Be⸗ ſuches. Raſumowsky nahm den Entwurf, durchlas ihn, ſtand

Perlmutter kingelegtes Käſtchen von Ebenholz, öffnete dieſes mit einem ſorgfältig verwahrten Schlüſſel, nahm aus einem geheimen Fache in roſafarbenen Atlas gewickelte Papiere heraus, entfaltete ſie, legte den Atlas wieder in das geheime Fach und begann die Papiere mit ehrfurchtsvoller Aufmerk⸗ ſamkeit zu leſen. Alles dies geſchah in tiefem Schweigen. Endlich nach vollendeter Lectüre küßte er die Papiere, erhob

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vierte Folge.

Was

mit der Armee in und bei es die Witterung zuließ, Quartier ſtieß, mit dem General von Ziethen ſpazieren. An einem Nachmittage kam ei Rücken auf den Zaun geſ Bauer, der ihm nachrief:Meine Rüben! Der König fragte den Bauer, was er wolle, und da dieſer erwiderte:

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gung an den Kamin, warf die Papiere in das Feuer, ließ ſich auf den Armſeſſel nieder und ſagte nach einer Pauſe: Ich war nichts weiter als der treuergebene Diener Ihrer Majeſtät der hochſeligen Kaiſerin Eliſabeth Petrowna, die mich über meine Verdienſte mit Wohlthaten überhäuft hat. Ich habe nie vergeſſen, aus welch niedrigem Stande ich durch ihre mächtige Hand zu den höchſten Ehrenſtellen emporge⸗ hoben wurde. Ich habe ſie angebetet als huldreiche Mutter von Millionen ihres Volkes und als wahre Chriſtin, und mich nie auch nur im Gedanken erkühnt, in nähere Bezie⸗ hungen zu ihrer kaiſerlichen Erhabenheit zu treten. Hundert⸗ fältig demüthige ich mich in der Erinnerung an die Vergan⸗ genheit, lebe in der Zukunft, welcher Niemand zu entrinnen vermag, und in Gebeten an den Allgütigen. In Gedanken küſſe ich ehrfurchtsvoll die Herrſcherhand der jetzt regierenden Kaiſerin, unter deren mächtigem Scepter ich am Abende meiner Tage die mir vom Throne huldreichſt erwieſenen Gna⸗ denbezeigungen ruhig und ſorglos genießen kann. Sollte auch einſt das, wovon Sie mit mir geſprochen, ſtattgefunden haben, ſo ſeien Sie überzeugt, Graf, daß ich nie die Citel⸗ keit beſitzen werde, etwas einzugeſtehen, was dazu dienen könnte auf den unvergeßlichen Namen der erhabenen Mo narchin, meiner edelmüthigen Gönnerin, einen Schatten zu werfen. Jetzt ſehen Sie, daß ich keine Documente mehr be⸗ ſitze; melden Sie dies der allergnädigſten Monarchin, und möge ſie geruhen, mir, dem Greiſe, der keine irdiſchen Ehren⸗ bezeigungen begehrt, auch fernerhin ihre Wohlgewogenheit angedeihen zu laſſen. Leben Sie wohl, erlauchter Graf. Möge Alles, was zwiſchen uns vorgefallen iſt, ein Geheim⸗ niß bleiben, und mögen die Menſchen übrigens ſagen was ſie wollen, und wenn es wirklich Vermeſſene giebt, deren Ehr⸗ geiz die höchſte Staffel irdiſcher Größe zu erſteigen trachtet, ſo iſt es unſererſeits Pflicht, Alles zu vermeiden, was ſie in dieſen Beſtrebungen beſtärken oder den Vorwand dazu leihen könnte.

Woronzow begab ſich vom Grafen Raſumowsky gera⸗ den Wegs zur Kaiſerin und berichtete ihr ausführlich das eben Erlebte. Die Kaiſerin hörte ihm aufmerkſam zu, ſah Woronzow mit einem vielſagenden Blicke an, reichte ihm die Hand, die er ehrfurchtsvoll küßte, und ſagte ernſt und würde⸗ voll:Wir verſtehen einander; eine geheime Ehe hat ſelbſt zur Beſchwichtigung eines beunruhigten Gewiſſens nicht ſtattgefunden. Das Gemunkel und Gerede darüber war mir ſtets in der Seele zuwider. Der ehrwürdige Greis iſt

meinen Wünſchen zuvorgekommen, aber ich hatte dies von

der den Kleinruſſen eigenen edlen Selbſtverleugnung er⸗ wartet.

Graf Orlow zog ſich bald nach dieſer Begebenheit vom

Hofe zurück, verfiel in Melancholie und endete kurz darauf ſein Leben.

e.

Als Friedrich der Große im Winter des Jahres 1761 Strehlen cantonnirte, ging er, wenn täglich in dem Garten, der an ſein

n Soldat mit einem Sack auf dem prungen, und hinter ihm her ein

der Soldat hat mir den Sack mit Rüben geſtohlen! rief

h der König dem Soldaten zu:Halt! gab ihm einen Auguſt⸗ die thränenbenetzten Augen ſehnſuchtsvoll zu den Heiligenbil⸗ d'or, und bef

dern empor, bekreuzte ſich, trat mit ſichtbarer Gemüthsbewe⸗ ben.

ahl ihm, die Rüben dem Bauer wieder zu ge⸗ Indem der Soldat die Rüben dem Bauer hinreichte,