Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
313
Einzelbild herunterladen

ine feſte dieſer

amerhin

hierüber à Geſicht en.

henhaͤnde 2 haben ungen? Förſter, eine Ver⸗ haben,

ſo eine och!

chte mir ſing daun umal zu⸗

af' wich, nhund in es fein

t; ſeine ne Zwei⸗ ich offen⸗ im ſie an

zmlicher. lte War nuch Trö⸗

ich konnte enden, N jrworkng Gexübeit nit unter e, Troſt iten W⸗

in di gehal⸗ .

itt ni arrüstl⸗ Bmel

ihm geholfen, wenn er zu mir gekommen wäre 1 d mir ſeine Noth geklagt hätte! Was nützt uns

Vierte

In der Thür des Gerichtshauſes trat mir der Commandeur der Schützengilde entgegen. Ich konnte nicht ausweichen, obgleich ich das gern gethan hätte, um eine Erklärung zu vermeiden.

Sagen Sie mir, guter Herr Aſſeſſor, redete mich der Mann an,iſt es denn wirklich wahr, was der Förſter ſagt, hat der Kerl geſtohlen?

Ich entgegnete ihm, daß, wenn er meinen Wirth meine, der Förſter ihm keine Unwahrheit geſagt habe.

Die Schande, die große Schande!

Das war Alles, was der Mann erwiderte, er konnte Nichts weiter herausbringen.

Die Nachricht, die er von mir erhalten, hatte ihn in ſo tiefe Betrübniß verſetzt, daß die Sprache erſtickt wurde.

Ich nahm ſeinen Arm und führte ihn fort.

Nach einiger Zeit, während welcher er ſich etwas beruhigt hatte, ſagte er:

Lachen Sie nicht über mich, Herr Aſſeſſor; halten Sie mich auch nicht für weich, ich kann ſonſt einen guten Puff vertragen. Es würde mir auch gar nicht ſo nahe gegangen ſein, wenn mich perſönlich ein Leid getroffen hätte. Aber daß unſere Gilde ge⸗

Holge. 313

denn der Erlaß der Strafe? die verlorene Ehre wird ja dadurch nicht wiedergegeben. Hier, in Neitzſch, müſſen Sie wiſſen, wird noch Etwas auf Ehre und auf Unbeſcholtenheit gehalten. So viel iſt ausgemacht, wir können mit dem Manne nicht mehr verkehren.

Dieſer beſtimmten Erklärung vermochte ich Nichts entgegenzuhalten, ich bemerkte nur noch, daß ich mei⸗ nen Wirth veranlaſſen wolle, ſeinen Austritt aus der Schützengilde ſogleich anzuzeigen, erhielt darauf aber zur Antwort, daß eine ſolche Anzeige die Ausſtoßung nicht verhindern könne; die Geſellſchaft werde am Abend darüber entſcheiden, und in dieſem Jahre, ſeit dem Beſtehen derſelben zum erſten Mal, den Auszug ohne König halten.

Für mich blieb Nichts zu thun, und doch hätte ich wenigſtens dasWir können mit dem Manne nicht verkehren, dieſen Bannſpruch, ſo gern und ſelbſt mit Aufwendung von Opfern beſeitigt.

Dieſe Unterhaltung hatte viel Zeit fortgenom⸗ men; es war bereits Mittag, als der Commandirende mich verließ.

In meiner Wohnung, wohin ich mich ſogleich begeben hatte, wurde mir nach kurzem Aufenthalte ganz unheimlich. Kein Menſch ließ ſich ſehen und

ſchändet iſt, unſere Schützengilde, die nun ſchon über zwei Jahrhunderte mit Ehren beſtanden hat, in wel⸗ cher nach Ausweis unſerer Bücher noch nie ein räu⸗ diges Schaf geweſen iſt, das hat mich fürchterlich gepackt. Muß mir, gerade mir das begegnen! Muß mein Name neben dem eines Diebes genannt und ſo für ewige Zeiten aufgehoben werden! Sehen Sie, Herr Aſſeſſor, ich bin ſeit elf Jahren Commandiren⸗ der und habe ſeit dieſer Zeit für die Geſellſchaft wie für meine leiblichen Kinder geſorgt. Und nun, nun ernte ich ſolchen Dank! Ich wollte mich noch beru higen, wenn der Dieb ein gewöhnliches Mitglied wäre, aber der König, Herr Aſſeſſor, bedenken Sie doch, es iſt ja der König! O, die Schmach, o, die Schande! Was ſoll ich nun anfangen? Guter Herr Aſſeeſſor, rathen Sie, helfen Sie mir!

Das war leichter geſagt, als gethan. Und den⸗ noch wollte ich den Verſuch machen. Ich ſtellte das Vergehen als ein leichtes dar, erwähnte die große Noth, in welche mein Wirth durch die lange Krank⸗ heit ſeiner Mutter, alſo unverſchuldet, gekommen ſei, daß die Strafe noch gar nicht feſtſtehe, der Erlaß der⸗ ſelben erwartet werden könne, und dergleichen mehr.

Meine Bemühungen hatten indeß keinen Erfolg, der Commandirende erklärte:

Dieb bleibt Dieb, mögen auch Umſtände die That entſchuldigen. Du lieber Gott, wie gern hätte

hören, und ſelbſt auf mein wiederholtes Rufen eine Klingel gab es nämlich nicht gab weder mein Wirth noch das Mädchen eine Antwort.

Ich war allein im Hanſe; nein, nicht allein, die alte Frau war ja auch noch da, ſie konnte der Erde noch nicht übergeben ſein.

Die Nachbarn konnte ich nicht rufen und fragen. Das würde Aufſehen erregt haben, und dies wollte ich eben vermeiden. Ich ging daher bald wieder fort und nach dem Gaſthof, wo ich zu Mittag, doch geſchah das mehr aus Gewohnheit als aus Be⸗ dürfniß.

Meine Unruhe ließ mich aber auch hier nicht lange verweilen, ſie trieb mich nach meiner Wohnung zurück.

Hier war noch Alles, wie ich es kurz vorher ver⸗ laſſen, die Thüren verſchloſſen, kein Zeichen von Le⸗ ben wahrzunehmen.

Dieſe Stille in dem alten großen, weitläufigen Hauſe war unerträglich. Es war nicht Furcht, was ich empfand, es war ein Gefühl, als ob jeden Augen⸗ blick an der Stelle, die ich gerade eingenommen hatte, ein Donnerſchlag eintreffen oder ein anderes Schre⸗ cken erregendes Ereigniß ſich verwirklichen müſſe.

(Fortſetzung folgt.)