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Der König hatte viele Vorrechte, namentlich im Laufe eines ganzen Jahres den Vorſitz bei allen Berathungen, das Anordnen der Feſtlichkeiten, die Controle über die Vermögensverwaltung und derglei⸗ chen mehr.
Man wird es daher auch erklärlich finden, daß, ſo lange dieſe Vorrechte Geltnng hatten, dem In⸗ haber derſelben im Orte eine gewiſſe Bedeutung bei⸗ gelegt wurde.
Der Zufall hatte mich in dem Hauſe des„Schü⸗ tzenkönigs“ Wohnung nehmen laſſen.
Mein Wirth war ein junger ſtrebſamer Hand⸗ werker, dem Anſcheine nach wenig mit Glücksgütern geſegnet. Er war nicht verheirathet, er ſtand allein, er ſorgte aber mit einer wirklich rührenden Sorgfalt für ſeine alte gebrechliche Mutter, die ſelten das- Bett verlaſſen konnte. Er ſchien nur für die Mutter zu leben, nur darauf bedacht zu ſein, dieſer Freude zu machen, ihr Alles an den Augen abzuſehen, alle ſeine Wünſche ihr zum Opfer zu bringen, und ſich unausſprechlich glücklich zu fühlen, wenn er Anerken⸗ nung erntete, wenn er durch einen freundlichen Blick, durch ein Lächeln, durch einen Händedruck für ſeine Mühen und Aufopferungen gelohnt wurde.
Eine ſolche Innigkeit, eine ſo Alles verleugnende Kindesliebe hatte ich noch nicht kennen gelernt.
Ich machte aber gleichzeitig noch eine andere Bemerkung. Der Mann, welcher der Mutter gegen⸗ über ſich ſtets ſanft, nachgiebig und aufopfernd zeigte, wurde in dem Verkehr mit Andern leicht leidenſchaft⸗ lich erregt und ſelbſt bei ganz geringfügigen Anläſſen zum Zorn gereizt.
Einige Male war ich Zeuge, daß er ſich über äußerſt unbedeutende Vernachläſſigungen ſeines Dienſt⸗ mädchens ſo in den Zorn hineinredete, daß er zuletzt die Sprache verlor, in convulſiviſche Zuckungen ge⸗
vierte Folge.
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haben, und der König dieſes Feſtes zu ſein, für deſ— ſen Dauer alles Erreichbare in ſich faſſen.— Am Freitag vor Pfingſten war ich nach dem Mittageſſen von Hauſe fortgegangen.
Ich hatte mir die Waldung als Ziel geſteckt, und wollte einige Stunden darin verweilen, um von dem Rumoren und Spectakeln in der Stadt Nichts mehr zu hören.
Nachdem ich lange hin- und hergelaufen und müde geworden war, warf ich mich unter eine alte ſchattige Eiche zur Erde nieder und ließ meiner Phantaſie freies Spiel.
Mutter und Schyweſtern, die ich ſo lieb hatte und die ſo fern waren, ſtanden mir vor der Seele, und all' die glücklichen Stunden, die ich in ihrer Gemeinſchaft genoſſen, kamen mir in klare Erinnerung. Dies ſehnſüchtige wundervolle Träumen, zu welchem die tiefe Einſamkeit des Waldes hinführt, hatte mich mit magiſcher Gewalt unter der alten Eiche feſtge⸗ halten und Alles vergeſſen laſſen. Es bedurfte einer gewiſſen Aufwendung von Kraft, mich davon loszu⸗ reißen, zum vollen Bewußtſein zu kommen und den Rückweg anzutreten.
Etwa fünf Minuten vor der Stadt kam mir der Gerichtsbote entgegengelaufen. Er war faſt athemlos und rief, als er von mir noch weit ent⸗ fernt war:
„Ach, Herr Aſſeſſor, wir haben Sie ſchon über⸗ all geſucht. Kommen Sie ſchnell, ein Unglück—*
Ich war erſchrocken und ließ den Mann nicht ausreden..
„Was,“ unterbrach ich ihn,„iſt denn geſchehn?“
„Ich weiß es nicht,“ war die Antwort.„Der Förſter iſt außer ſich, er ſpectakelt in Einem fort, er ſchreit ohne Aufhören: der Millionenhund iſt ver⸗ loren, er muß krepiren.“
rieth und gewiß nur durch mein Hinzukommen von Gewaltthätigkeiten abgehalten wurde.
Die Zuneigung, die ich für ihn bereits gefaßt hatte, wurde durch dieſe Wahrnehmungen um Vieles verringert, ohne daß ich eigentlich wußte, wie es kam.
Vielleicht war es nur Verdruß über die Täuſchung,
die mir geworden war, über das Auffinden von groben Fehlern da, wo ich ſie nicht geſucht und er⸗ wartet hatte.
Schon lange vor Pfingſten beſchäftigte ſich Groß und Klein mit dem Feſte, das heißt mit den Feſt⸗ lichkeiten, welche die Schützengilde alljährlich zu ver⸗ anſtalten pflegte.
In Neitzſch wurden alle Kräfte, die man kannte und über die irgend wie verfügt werden konnte, auf⸗ zeboten. Das Feſt mußte daher den größten Werth.
„Aber ſo ſagen Sie doch,“ unterbrach ich ihn von Neuem,„weshalb der Förſter ſpectakelt; er muß ſich doch darüber ausgeſprochen haben.“
„Kein Wort hat er geſagt; er will mit Ihnen reden. Bei dem furchtbaren Schimpfen überkam mich eine Angſt, daß ich fortgelaufen bin, um Sie zu ſuchen. Aber ein Unglück iſt jedenfalls paſſirt, das iſt gewiß.“
Da ich von dem Manne Nichts erfahren konnte, beſchleunigte ich meine Schritte.
Im Gerichtszimmer traf ich den Förſter, einen alten, derben, körnigen Jäger, deſſen Wörterbuch voller Fluchwörter ſein mußte, wenigſtens machte er von ſolchen Wörtern einen äußerſt umfaſſenden Ge⸗ brauch. Auch diesmal war es ſo.
„Kreuzmillionen Donnerwetter,“ ſchrie er mit


