Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
281
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Vierte Folge.

henden, dann gewöhnlich mit ihm ein Bündniß ſchloſſen und

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Das unbekümmerte, immer heitere Waldleben, das dieſe Schaar in fortdauernden Kämpfen mit dem Schickſal und ihren an Maſſe und Macht überlegenen Feinden führte, charakteriſirt die Poeſie des unge⸗ zwungenen Naturzuſtandes im Gegenſatz zu dem Hof⸗ und Beamtenleben im heuchleriſchen Zwing-Uri der Fremdlingstyrannei, im Königsgebiet der Normannen⸗ ſöldner.

So ſah das Volk in Robin Hood's Thaten und Leben die Menſchenrechte und ſeine alte angeerbte Stammtüchtigkeit und rechtliche Landesherrſchaft ver⸗ herrlicht, und man feierte das Andenken eines Cha⸗ rakters, der den Begeiſterungs⸗ und Verzweiflungs⸗ muth hatte, dem Wogenſchlage der Gewalt einen letzten Damm entgegenzuſetzen. Das Volk folgte dabei einem richtigen Inſtinct, denn dieſes kühne Beiſpiel trug wohl in ſeinen moraliſchen Wirkungen nicht wenig dazu bei, daß man nach und nach ge⸗ neigter wurde, Reſpect vor der Kraft des ſächſiſchen eigentlichen Landesſtammes zu bekommen.

Die Robin⸗Hood⸗Balladen ſind werth, in weiten Kreiſen geleſen zu werden. Vorläufig verbietet mir der gemeſſene Raum mehr als eins dieſer Lieder hier als Probe mitzutheilen, vielleicht findet ſich aber ſpä⸗ ter noch ein Plätzchen zum Nachtrag für ein anderes, da die geehrten Leſer ſich kaum an einer friſcheren Lectüre erfreuen können.

Hier ſei nur die ſehr poetiſche Romanze ange⸗ führt, welche uns die Geburt Robin Hood's ſchildert. Um Raum zu ſparen, ſind die im Engliſchen vier⸗ zeiligen Strophen in zweizeilige verwandelt:

Willie war ſtark von Gliederbau und edler Ahnen Sohn, Zum Grafen Richard kam er einſt und dient' um Koſt und Lohn.

Graf Richard hat ein Töchterlein, wie eine Lilie zart, Sie ſchloſſen ihren Herzensbund nach echter Liebesart.

Es fiel auf eine Sommernacht, das Laub war ſchön und licht, Da traf Willie ſein Fräulein hold allein in Waldesdicht.

O Willie, mein Gewand iſt eng, das ſonſt mir war ſo weit, Fort iſt mein ſchönes Wangenroth, mein Stolz zu andrer Zeit.

Erfährt mein Vater nur ein Wort, was zwiſchen uns geſchehn, Er äße nicht und er tränke nicht, bis er Dich hängen geſehn.

Doch komm zu meinem Kämmerlein, wenn ſich geneigt der Tag, Und nimm in beide Arme mich, daß ich nicht fallen mag.

Und als der Tag zur Neige ging, er kam zum Kämmerlein, Da blickte ſie zum Fenſter aus im hellen Mondenſchein.

Sie ſchlüpft ins Kleid von Scharlach roth, wohl ohne Furcht und Harm, Und Willie, ſtark von Gliederbau, hob ſie in ſeinen Arm.

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Sie gingen in den grünen Wald, und eh' die Nacht entflohn, Gebar ſie zwiſchen grünem Laub ihm einen ſchmucken Sohn.

Die Nacht verſtrich, der Tag begann, die Sonne brach hervor, Da fuhr Graf Richard aus dem Schlaf und raffte ſich empor.

Er rief nun ſeine rüſt'gen Leut', wohl einen, zwei und drei: Was iſt's mit meiner Tochter lieb, daß ſie nicht kommt herbei?

Ich träumte böſen Traum heut' Nacht, Gott geb', es ende gut! Ich ſah im Traum die Tochter lieb, ertränkt in der Salzſee Fluth.

Doch ob ſie krank ſei, ob ſie todt und ob ſie ſei geraubt, Ich ſchwör' den Eid und halt' ihn treu, All' hängt Ihr Haupt an Haupt!

Sie ſuchten hier, ſie ſuchten dort, ſie ſuchten auf und ab; Und fanden ſie, wie im grünen Wald dem Kind die Bruſt ſie gab.

Er nahm das Knäblein auf den Arm und küßt's mit zärtli⸗ chem Muth:

Und hängt' ich Deinen Vater gern, doch blieb' ich der Mut⸗ ter gut!

Er küßt es aber⸗ und abermal:Ich heiße Dich Enkelein, UndRobin Hood im grünen Wald, das ſoll Dein Name ſein.

Manch einer ſingt vom Gras, vom Gras, manch einer vom Korn im Feld,

Manch einer ſingt von Robin Hood, weiß nicht, wo er kam zur Welt.

Das war nicht in der Hall, in der Hall, im Saal von Far⸗ ben bunt,

Es war im lieben grünen Wald, wo die Lilien blühn in der Rund'.

Ich bemerke, daß dieſes Lied keines von den be⸗ liebteſten beim Volke iſt, denn in den Kreiſen der Menge wird man immer mehr auf ſolche Balladen halten, in denen die Schwerter klingend Streich auf Streich ertheilen, Ströme Blutes fließen und eine Fülle von romantiſchen Thaten geſchehn. Dennoch zeichnet ſich dieſes Gedicht durch große Friſche und einfache Zartheit aus und entbehrt des Redepathos, welches oft durch ſeine vielen ſtereotypen Wiederho⸗ lungen den Nichtkenner des Volksliedes ermüdet oder gar verletzt.

Es war und blieb eine Lieblingsidee des engli⸗ ſchen Volkes, daß Robin hochadliger Abkunft ſein ſolle, und wenn dieſe auch in jenem Gedicht beibe⸗ haltene Faſſung nun längſt als unhiſtoriſch widerlegt zu ſein ſcheint, ſo iſt doch des Helden Geburt bis jetzt dunkel geblieben, und wir können uns eine poe⸗ tiſche Auslegung darüber recht wohl gefallen laſſen, zumal die vorliegende ihn immer noch von väterlicher Seite dem Volke zuerkennt.

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