Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
275
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ihm wohl der Gedanke ſelbſt nach England zu gehen und ſich die mütterliche Vergebung zu erflehen; doch wie dieſer Gedanke gekommen, mußte er ihn auch bannen und ſich ſagen, welches Elend er durch dieſen Schritt über die Seinen und ſich bringen würde. Es blieb ihm daher nichts übrig als auszuharren.

Der Pfarrer ahnte gleich dem Doctor, daß Wal⸗ ther ein Geheimniß belaſte; er wagte ſelbſt als Seel⸗ ſorger nicht, dieſen Schleier zu heben; er hoffte, daß durch die Gnade Gottes ſchon der geeignete Zeitpunkt eintreten und Eduard ihm ſein Vertrauen ſchenken würde.

So verging der Winter; er war ungewoͤhnlich kalt. Eduard's Geſundheit litt ſehr darunter; die kalte Jahreszeit verſchwand aber auch, und mit der Frühlingsſonne erwachte wieder die Thätigkeit auf Feld und Wieſen, in Wald und Flur.

Walther nahm zwar ſeine Beſchäftigung wieder auf, doch Alle, die ihn im vorigen Jahre hatten wal ten und ſchaffen ſehen, bemerkten eine bedeutende Ver⸗ änderung. Er war in Allem ſchlaff, ſorgte wenig, ob die von ihm aufgetragenen Arbeiten vollbracht wurden oder nicht; er konnte ſich ganze Tage in ſei nem Zimmer aufhalten und ließ nur Johann vor ſich; dieſer mußte auch alle ſeine Geſchäfte beſorgen; er that nichts als Sinnen und Grübeln; ſein Körper litt immer mehr.

Dr. Grün erklärte an Eduard es für durchaus nothwendig, daß er eine Veränderung der Luft vor⸗ nehmen müſſe. Er rieth ihm entweder nach der Schweiz oder nach Italien zu gehen.

Ohne viele Einwendungen entſchloß ſich Walther zu einer Reiſe nach erſterem Lande. Er ging aber nicht zu einem beſuchten Curort der Schweiz, ſondern ſuchte eines von den vielen ſchönen Thälern auf, wo⸗ Hier fand er nur einige Fremde vor, die, um eine Milchcur und eine kräftige Gebirgsluft zu genießen, dorthingekommen waren.

Wenn auch die Bequemlichkeiten für die Gäſte hier etwas beſchränkt waren, ſo hatten ſich doch ei⸗ nige dort Angeſeſſene entſchloſſen, während der wär⸗ meren Jahreszeit einige Räume zu vermiethen.

Eduard nahm ſolche in einem Hauſe, welches an einem hohen Berge und etwas von den andern Woh⸗ nungen entfernt lag; er fühlte ſich von der einſamen, wild romantiſchen Lage deſſelben angezogen. Um wo⸗ möglich mit keinem der Fremden in Berührung zu kommen, wollte er nicht in dem Gaſthofe, wo für die Gäſte ein table d'hoôte eingerichtet war, an derſelben theilnehmen; er ließ ſich von ſeinem Wirthe ſpeiſen, und konnte nun ganz ungenirt ſeinen Gewohnheiten nachgehen.

Folge 275

Acht Tage mochte er ſchon dort verlebt haben, als er eines Nachmittags einen weiteren Ausflug als gewöhnlich unternommen. Auf dem Rückwege ſchlug er einen andern Weg ein; er glaubte, daß er auf dieſem das Thal auf der entgegengeſetzten Seite, wo ſein Haus lag, gewinnen würde; betreten hatte er ihn noch nie. Dieſer ſchmale Fußſteig führte längs der ſchroffſten Felſen; unter ihm rieſelte ein Wald⸗ bach, deſſen Waſſer in großer Geſchwindigkeit von Stein zu Stein ſprang, als wenn er Eile hätte den Ausgang zu gewinnen. Die Schlucht hatte ein echt romantiſches, wildes Ausſehen; ſie wurde immer enger, da die jenſeits des Baches gelegenen Felſen immer höher und ſteiler wurden; das Rauſchen des Baches war hier viel mächtiger, lauter und wilder; er ſtürzte über Steingerölle, Baumwurzeln und Stämme, Wellen und weißen Schaum bildend, dahin.

Eduard blieb auf der engſten Stelle der Schlucht eine Weile ſtehen und betrachtete das neben ihm rauſchende Gebirgswaſſer; ſeine Gedanken mochten recht, recht trübe ſein; er ſah ſo traurig und unglück⸗ lich aus.

Lange ſollte er aber ſeinen Betrachtungen nicht nachhängen, denn ein nicht fernes Weinen eines Kin⸗ des ſtörte ihn aus ſeinem Grübeln; er ſah ſich um, und wirklich nicht weit von ihm ſaß ein kleiner Junge, auf den Raſen dicht an dem Felſen gedrückt, und weinte bitterlich. Einige Schritte von ihm ſtand ein Hüttchen, es war nur klein und niedrig, ſah aber in ſeiner Dürftigkeit reinlich und ordentlich aus; die kleinen Fenſter waren rein gewaſchen und funkelten jetzt in den letzten Strahlen der Abendſonne.

Walther trat zum Knaben und ſah, daß er ein bildhübſcher, kaum ſechs Jahre alter war. Bei dem Herantreten des Fremden ſah er auf, und ſeine gro⸗ ßen jetzt ſo thränenſchweren Augen ſchauten ihn etwas ängſtlich an; im Augenblick ließ er aber wieder das Köpfchen ſinken und weinte noch heftiger. Eduard neigte ſich zu ihm und fragte ihn freundlich, warum er ſo weine. Der Knabe konnte kaum vor Schluchzen die Worte:mein armes liebes Mütterchen! hervor⸗ bringen.

Nur mit Mühe gelang es Eduard aus den ab gebrochenen Worten des Kindes zu verſtehen, daß ſeine Mutter ſehr lange krank wäre, heute wäre es aber ſehr ſchlecht; auch erfuhr Eduard auf ſeine Fragen, wer bei ſeiner Mutter ſei, daß ſie ganz allein in der Hütte wohnten. Seit einiger Zeit wäre eine liebe, fremde Dame oft zu ihnen gekommen; die wäre jetzt auch bei ihr.Die iſt ſehr gut und ſorgt ſehr für uns, ſagte der Kleine verſtändig.

Nach dieſen Ausſagen wollte Eduard, bei ſeiner