ſamen. pe vor thsbe⸗ ungen von da die tt mit rcken
ten, zu ehmlich ich ge⸗ tel iſt. welche n, ein Körper höher n und Gat⸗ Frau, ohne theit n. nſich en, ſo hricht
Inblich nöden welche kende Selll
liche
Co⸗
zurcht crei⸗ wand einen r mit deut⸗ wir olera
alfen
evon vieles eben⸗
Uierte
die Gemüther, zerbrach die gebrochenen Herzen noch mehr und wies auf den Tod und die ewigen Strafen hin. Die ſchon von Gewiſſensbiſſen gefolterten Einfältigen, die armen Leichtgläubigen, die ſchwachen Frauen zerſchmetterte er. Die Furcht ſteigerte nun die Peſt. So Mancher, der ganz in der Stille zu Hauſe geſtorben wäre, wußte ſich nicht mehr zu be⸗ herrſchen. Man ſah verzweifelte, wüthende Menſchen, welche ſich ſchon verdammt glaubten, ſich aus dem Fenſter ſtürzen. Viele arme verlaſſene Geſchöpfe wurden in ihren Häuſern, wo Alles geſtorben war, von ſolcher Furcht befal⸗ len, daß ſie in ihren Lumpen, ihren Leichentüchern heulend, weinend auf die Plätze ſtürzten. Dieſer ſchreckliche Zuſtand kam am 20. Auguſt zum Ausbruch. Ueberall erblickte man wandelnde Geſpenſter, das war ein neues Unglück. Dieſe Ver⸗ laſſenen, welche nicht wieder in ihre mit Todten gefüllten Häuſer zurückkehrten, blieben die Nacht den kalten Nieder⸗ ſchlägen und den Unbilden des rauhen Klimas der Provence ausgeſetzt. Die Beulen brachen nun nicht mehr auf, und der Tod war ihnen gewiß. Sie verlangten, daß man ſie aus Barmherzigkeit Nachts in die Kirchen aufnehme, wo ſie Schutz gegen die Winde gefunden hätten, aber die Geiſtlich⸗ keit und der Biſchof trugen Bedenken, dieſelben durch Auf⸗ nahme dieſer Kranken, die bald dem Tode verfallen waren, zu entweihen. Zuweilen traf man eine gegen eine Thür gelehnte unbewegliche Figur, einen in dieſer Stellung vom Tode ergriffenen Körper, der über ſeine traurige Verlaſſen⸗ heit nachzudenken ſchien.
Im Auguſt und September drängte ſich die Maſſe in dem einzigen und engen Zufluchtsorte, im alten Hosſpital, zuſammen. An den Thüren mußte man ſich ſchlagen, um hinein zu kommen. Niemand verließ es lebendig. Dieje⸗ nigen, welche die Kranken pflegten, machten ſich, da ſie alle ſterben ſahen, kein Gewiſſen daraus, um eher in den Beſitz der Verlaſſenſchaft zu gelangen, den unvermeidlichen Tod etwas zu beſchleunigen. Der Krankenwärter wurde Mörder.
Eine ungeheure Mordthat kam vor. Man hatte 3000 verlaſſene Kinder im Findelhauſe untergebracht. Hier wie im Hospital zeigte ſich die barbariſche Speculation auf den Tod: die 3000 Kinder ſtarben den Hungertod!
Die gemeine Selbſtſucht hoffte dieſen Heerd des Schre⸗ ckens abzuſperren und abzugrenzen. Sie wollte eine Stadt der Peſt preisgeben, um dadurch das Uebrige zu retten. Da⸗ mit begnügte ſich dieſe aber nicht; ſie flog über die Geſund⸗ heitcordons hinweg. Schon im Auguſt zog ſie in Aix ein, im Herbſt in Toulon. In der letzteren Stadt ſtarben von 35000 Einwohnern 3000!
Der Tod wüthete im Herbſt in Marſeille und im Win⸗ ter zu Toulon ſo ſtark und es waren ſo viel Leichen zu be⸗ erdigen, daß man kaum an die Lebenden dachte. Das Be— gräbniß war die große öffentliche Angelegenheit. Man mußte den Beiſtand der Galeerenſelaven in Angriff nehmen. So kam über Marſeille vielleicht eine noch ſchrecklichere Plage als die Peſt ſelbſt. Dieſe verderbten rohen Menſchen, trun⸗ ken von der unerwarteten Freiheit, führten während zweier Monate ein ſchreckliches Schauſpiel auf. Es war die Herr— ſchaft der Galeerenſclaven; dieſe neu Hinzukommenden brach⸗ ten zu dem furchtbaren Unglück noch etwas Schlimmeres hin⸗ zu: eine teufliſche Luſtigkeit. Da ſie gute Freunde des To⸗ des und Vettern der Peſt waren, ſo hatten ſie keine Furcht, vielmehr war dieſe Zeit ein Feſt für ſie. Die Peſt beobach⸗ tete Rückſichten gegen ſie und befiel nur ſelten ſo luſtige Menſchen. In Toulon trugen ſie prächtige Kleider, von Ketten war keine Rede mehr. Die Stadt war ihnen auf
— 4 —.
Folge. 269
Gnade und Ungnade preisgegeben und ſie hatten überall Eintritt. Mit den Körpern rafften ſie alles hinweg, was ihnen behagte. Die Verlaſſenen, welche zurückblieben, fürch⸗ teten weniger die Peſt, als die Luſtigkeit der Strafgefangenen; dieſe betrachteten jene Säumigen als Faule, welche ſich nicht zum Appell ſtellten. Ein Sterbender that Einſpruch, bat ein wenig zu warten.„Ach was,“ ſagte ein Galeeren⸗ ſclave,„wenn man auf die hören wollte, ſo würde man kei⸗ nen einzigen Todten bekommen.“
Ungefähr im November verſchwand die Krankheit in Marſeille wieder.
Im Ganzen hatte ſie zwei und ein halbes Jahr in Frankreich gewüthet. Man wußte, was ſie in den Städten Marſeille, Toulon, Aip verſchlungen hatte; aber ihre grau⸗ ſamen Thaten in der Mitte Frankreichs hütete man ſich wohl zu erkunden, denn die Peſt war gerade damals in mehr als einer Beziehung eine politiſche Zuchtruthe, die Tochter ein⸗ geniſteten Elends und neuer Noth, der krankhafte Rückſtand angeſammelter Leiden und Verzweiflung.
Eine Frau, welche die Epidemie floh und die gefährliche Reiſe von Marſeille nach Paris unternahm, entwarf einen gräßlichen Bericht von dem, was ſie geſehn. Um dem Ge⸗ ſundheitscordon zu entgehn, vermied ſie die Städte und wan⸗ derte durch das flache Land. In den Bergen des Gevaudan, in den Thälern der Auvergne, des Limouſin fand ſie in mehr als zwanzig Dörfern keine lebende Seele. Ueberall unbe⸗ grabene Todte. Da ſie Niemand fand, der ſie beherbergen konnte, ſo ging ſie in die leeren Häuſer und fand zuweilen Brod in denſelben. Ein offenes verlaſſenes Pfarrhaus zeigte ihr einen ſeltſamen Anblick: der Pfarrer war in ſei⸗ ner Amtstracht, aber verweſt; die Magd lag auf einem an⸗ deren Bette in demſelben Zuſtande. Im Schranke befanden ſich 500 Livres in Gold. 6.
Aus der amerikaniſchen Gegenwart.
Es iſt eine auffallende Erſcheinung, daß ſich während des furchtbaren Krieges, der Amerika zerfleiſcht, das commer⸗ eielle Leben in ſeiner nordiſchen Hauptſtadt Newyork auf eine fieberhafte Weiſe geſteigert hat.
Bekanntlich iſt der Broadway die Hauptſtraße jener Metro⸗ pole, und hier fluthet das Leben von mehr als einer Million Menſchen zuſammen, denn Niemand, den Geſchäfte oder Ver⸗ gnügen hinaustreiben, kann dieſen Weg vermeiden. Dieſe Straße giebt der Stadt ihren eigenthümlich amerikaniſchen Charakter; Alles iſt großartig in ihr, wenn auch dabei die Schönheit oft in den Hintergrund tritt. Da ſind Läden, welche nicht blos Erdgeſchoß, Hof- und Flurräume, ſondern das ganze erſte Stock eines großen Häuſervierecks einnehmen. Der Gaſthof Aſtor⸗Hotel iſt eine Welt im Kleinen. Er ent⸗ hält 500 Zimmer, elegante Läden, ein eigenes Telegraphen⸗ büreau und eine Druckerei. Alle großartigen, dem öffentli⸗ chen Leben gewidmeten Gebäude befinden ſich in dieſem Stadttheil.
Aber alle dieſe ſchönen koloſſalen Häuſer ſind nur der Rahmen für das lärmende Leben, welches ſich zwiſchen ihnen entwickelt und den eigentlichen Charakter der Straße aus⸗ macht. Den Stolz des Broadway bilden die Omnibus, die⸗ ſes eigenthümliche Inſtitut der Muſterrepublik, welches ſich nirgends ſo in Blüthe befindet, wie hier. Sie ſind geſchmack⸗ los luſtig mit allerlei Bildern, Seeſtücken, Landſchaften und
4


