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Eine Wlochenchronih für
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Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
Leipzig, am 22. April 1864.
Titeratur, Nunst, ſchöne Tiſſenſchaſten und Geſellſchaft.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Tblr.
Schickſalswege.
Novelle von
Agnes Leſſad. (Fortſetzung.)
William war der Lebhafteſte, es war faſt, als wenn er ſeinen Zorn in Wein und Unterhaltung er⸗ ſticken wollte, leider ſollte dies aber nicht ſein. Denn plötzlich fing er Edward an zu necken, und unbegreif⸗ licher Weiſe in Hinſicht ſeiner Heirathsideen. Bei den erſten Angriffen verhielt ſich Edward ſehr ruhig,
nahm die Aeußerungen als Scherz, doch da ſein Freund nicht aufhörte, im Gegentheil immer bitterer wurde, wurde auch Edward in ſeinen Erwiderungen beſtimmter; ſo ſteigerte ſich die gegenſeitige Heftigkeit in einem Grade, daß die anweſenden Herren ſich be⸗ mühten die Beiden zu beruhigen, doch dies gelang
nicht; William ſchien hierdurch nur noch aufgeregter
zu werden, Edward hatte ſich noch immer in der Gewalt,
wenngleich ſeine Stimme bei jedem Worte mehr bebte. Um den Streit mit ſeinem ihm noch theuren Freunde mit einem Male abzubrechen, ſtand er auf und ver⸗ ließ den Saal, er hoffte ſo William Zeit zu laſſen, ſich zu berühigen, doch hierin ſollte er ſich irren. Bei Raleigh brachte es nur das Gegentheil hervor, er ſprang auf und eilte Richton nach. Der alte Lord Elgin, ſchon ſchwach und ſtumpf, wollte jetzt dem Sohne folgen, doch dies verhinderte der Bruder Edward's, er beruhigte den alten Herrn durch einige Worte und eilte ſtatt ſeiner den Streitenden nach.
Kaum hatte er aber das Zimmer verlaſſen, ſo mäßigte er ſeinen Schritt, in ſeinem Innern begannen un⸗ heilvolle Leidenſchaften zu arbeiten, die Mißgunſt, der Neid, die immer in ſeinem Herzen gegen die Bevorzugung ſeines Bruders als Erſtgebornen ge⸗ ſchlummert, erwachten, und in einem Augenblicke wuch⸗ ſen die neidiſchen Gefühle zum Haß und ein ſchwarzer, dunkler Plan entſtand plötzlich in ſeiner Seele. Wie er ihn zur. Ausführung bringen ſollte, war ihm frei⸗ lich jetzt noch nicht klar, ſo viel aber ſchien ihm noth⸗


