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Vierte Folge. 255
die Kugel hatte den obern Theil des Beinknochens an der Stelle feiner Verbindung mit dem Becken zerſchmettert und war tief im Leibe ſtecken geblieben.
Ein Zaun wurde raſch zuſammengebrochen, um den Schlitten die Möglichkeit zu geben, bis auf den Schauplatz des Kampfes zu gelangen; die Verwundeten wurden behut⸗ ſam jeder in den ſeinigen gehoben, und im Schritt ging es der Stadt zu.
Schon auf dem Wege ließ der heftige Schmerz Puſchkin ahnen, daß ſeine Wunde gefährlich ſei; aber er blieb kalt⸗ blütig und berieth ſich mit ſeinem Secundanten über die Mittel, den erſten Schreck ſeiner Frau zu mildern.
Drei Aerzte erſchienen bald nach einander an dem La⸗ ger des Verwundeten. Unter dieſen war auch der kaiſerliche Leibarzt Arendt, der Puſchkin ein beſonderes Zutrauen ein⸗ zuflößen ſchien. Der Poet hielt ihn zurück und bat um ei⸗ nen entſcheidenden Ausſpruch; er müſſe wiſſen, wie es um ihn ſtehe, um einige nothwendige Verfügungen zu treffen. „Unter ſolchen Umſtänden,“ erwiderte Arendt,„muß ich Ihnen erklären, daß Ihre Wunde ſehr gefährlich iſt, und daß ich faſt gar keine Hoffnung auf Ihre Geneſung habe.“
— Schon in den nächſtfolgenden Stunden füllte ſich Puſch⸗ tin's Haus mit theilnehmenden Freunden, die daſſelbe bis ziletzt beſetzten und nur auf kurze Augenblicke verließen. Eine ſhmerzliche Aufregung durchzuckte die ganze große Haupt⸗ ſudt; ein Jeder wollte wiſſen, was zu hoffen, was zu fürchten war, und man konnte ſich nur mühſam durch das Gedränge vir der Wohnung des Dichters einen Weg bis an die Thür bihnen, um eine Kunde von ſeinem Befinden zu erlangen. Aüch die kaiſerliche Familie gab vielfache Beweiſe ihrer Theil⸗ nahme an der traurigen Begebenheit, und Arendt überbrachte
Den mit dem Tode Ringenden einen eigenhändig mit Blei⸗
1 ſtift geſchriebenen Zettel des Kaiſers Nikolaus.„Lieber
1 Freund, Alexander Sergejeowitſch,“ ſchrieb ihm der Mo⸗
narch,„wenn uns nicht beſchieden iſt, uns auf dieſer Welt wiederzuſehen, ſo nimm meinen letzten Rath an, ſuche als
1 Chriſt zu ſterben. Um Weib und Kinder habe keine Sorge,
3 ich nehme ſie unter meine Obhut.“
Und Puſchkin bereitete ſich in der That als Chriſt zu
dem großen Augenblicke des Scheidens aus dieſem Leben vor.
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Bald in Ausbrüchen der Verzweiflung, bald durch mo⸗
man, ſagen die Leute, und ihr abgeſtumpftes Intereſſe wird rege; ſie beobachten und ſchwatzen in den Tag hinein; in ihrem Sinn iſt der Roman mit Inbegriff der ſchönſten Auf⸗ tritte à la Paul de Kock fertig, ehe die junge Frau noch eine Ahnung von der Vorrede hat. Aber die Augen ſollen ihr ſchon geöffnet werden: der père noble des Drama's tritt auf in der Geſtalt eines holländiſchen Diplomaten und flü⸗ ſtert:„Rendez-moi mon fils; er iſt verloren in der Blüthe ſeiner Jahre und ſeiner ruſſiſchen Kriegslaufbahn, wenn Sie ihm nicht Liebe für Liebe gewähren!“— Noch ſchaut der Gatte der jungen Frau ruhig zu und hofft, es werde ir⸗ gend Jemand aus dem glänzenden Kreiſe mit einer franzöſi⸗ ſchen Schauſpielerin durchgehen, um der Geſellſchaft einen neuen würdigen Gegenſtand der Unterhaltung zu liefern. Aber das darf nicht ſein, die Geſchichte iſt zu hübſch, ſie muß ganz ausgebeutet werden. Ein witziger Mann ſetzt ſich hin und ſchreibt niederträchtige anonyme Briefe; nicht der Gatte allein erhält ſolche— nein, ſie werden zum Behufe der mög⸗ lichſten Verbreitung in vielen Exemplaren herumgeſchickt, und wenden ſich auch Manche mit Verachtung ab von dem elenden Treiben, ſo rufen doch die Meiſten:„Quel admi- rable petit scandale!“ Da ſchwillt auch dem Gatten die Galle unter den täglichen tauſendfachen Nadelſtichen der Verſpottung; er vergißt alle Mäßigung, auch den verſöhnen⸗ den Schritten ſeines Gegners gegenüber— er greift zu der Piſtole und fällt!... Und eine ſolche Geſchichte iſt buch— ſtäblich wahr: ſie konnte ſich im hellen Sonnenſchein auf dem Pflaſter der Reſidenz Petersburg zutragen! Wäre der Held ein gewöhnlicher Iwan Iwanowitſch geweſen, die Nach⸗ welt hätte ſie längſt vergeſſen, der Schandfleck wäre allmäh⸗ lich verſchwunden. Aber unauslöſchlich ſteht er da und wird ſtehen bleiben, ſo lang ein Ruſſe ſeine Dichter liebt und lieſt, denn der Gefallene hieß— Alexander Puſchkin.
Es iſt gut, wenn von Zeit zu Zeit ſich wieder eine
Stimme erhebt gegen die mächtige Ausdehnung der ſtehen⸗ den Heere in der Gegenwart. Auch iſt es richtig, daß hierbei
mentane ſcheinbare Beſſerung in der Hoffnung beſtärkt Gatten erhalten zu ſehen, brachte Puſchkin's Frau di ren Stunden bis zu ſeinem Ende zu. Wir erzählen dem Verfaſſer des ruſſiſchen Berichts nach, und ſuche ſo wenig wie er den Leſer durch Schilderungen des Schm zes zu rühren. Die Begebenheit iſt an und ſür ſich ſo er greifend, daß ſie der rhetoriſchen Ausſchmückung nicht bedarf. Puſchkin ſtarb. Und wir können uns der tiefſten Bitterkeit bei dem Gedanken nicht erwehren: er lebte vielleicht heute noch, hätte er ſich nicht in den Kreiſen bewegt, in die ihn ſeine Herkunft und ſeine geſellſchaftliche Stellung führte. Er iſt dem frivolen Treiben der großen Welt zum Opfer gefal⸗ len. Entkleiden wir das ganze zahlreiche Perſonal in die⸗ ſem Drama ſeines elenden Flitterſtaats, ſo zeigt uns der Rückblick in dieſe noch ſo nah liegende Vergangenheit ein trauriges Bild. Eine Geſellſchaft müßiger Herren und Damen bewegt ſich planlos durcheinander und ſucht nach ei⸗ nem Stoff zur Unterhaltung in den Stunden endloſer Lange⸗ weile. Sieh, da erblicken die Leute eine junge ſchöne Frau und einen jungen Mann, der ſich im Beſitz einer viel bedeu⸗ tendern Doſis von Schönheit, Geiſt und Witz glaubt, als die Natur in der That ihm zugetheilt. Das giebt einen Ro⸗
ahlen am lebhafteſten ſprechen. Die Thatſachen ſind ſo aunenenswerth als intereſſant für den Laien, der die Er⸗ heinung zwar täglich an ſich vorübergehn ſieht, aber doch ur ſelten ihre Tragweite ganz ermißt. Der verhängnißvolle
Unfug, welcher in unſern Tagen mit der beiſpielloſen Ver⸗
mehrung der ſtehenden Heere getrieben wird, muß in ſpätern Zeiten— ſo ſagt die Zeitſchrift für Völkerkunde ſehr richtig, — eine ſcharfe Beurtheilung finden. Die kommenden Jahr⸗ hunderte werden wenig Achtung vor einem Civiliſationszuſtande haben, der ſo viele Kennzeichen der Uncultur an ſich trägt, und ſie werden den praktiſchen Verſtand von Völkern gering achten müſſen, die ſich in ganz unproductiver Weiſe ihr eige⸗ nes Mark ausfreſſen.
So wie die Lage der Dinge ſich einmal geſtaltet hat, ſind dieſe ſtehenden Armeen nicht zu entbehren; aber der ge⸗ ſunde Menſchenverſtand würde ſie füglich um zwei Dritttheile reduciren. Das zu erreichen wäre eine würdige Aufgabe für einen europäjſchen Congreß; wer aber möchte ſo leicht⸗ gläubig ſein, zu! hnen, daß die„Kriegsberren“ an die Lö⸗ ſung einer ſolche, Aufgabe auch nur dächten!
Das Unw ſen iſt ins Koloſſale aufgegipfelt und faſt unerträglich geſporden. Oder wäre dem nicht ſo?
Die Culturbeſchädigung durch die ſtehenden Heere.


