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Vierte Folge.
Gabe, ſich gleich bei der erſten Begegnung beliebt zu machen, obwohl ſeine Bildung eine ſehr dürftige war; ſeine Art, ſich u benehmen, die im kleineren Kreiſe ſehr leicht in das Bur⸗ ſchikoſe des ſogenannten Kaſernentons überging, wußte bei Gelegenheit ſich in den Grenzen einer gewiſſen naiven Bon⸗ homie zu halten, die in der Geſellſchaft ſehr anſprechend ſein kann, wenn nicht gerade ein abſoluter Mangel an Geiſt den Aeußerungen anſcheinender Harmloſigkeit den Stempel der Dummheit aufdrückt. Dabei kam dem Fremdling auch ſein Aeußeres ſehr zu Statten: ſchön war er nicht zu nennen, aber die blauen Augen und das ganze lächelnde und lachende Geſicht des blonden jungen Mannes trug dieſelbe Bonho⸗ mie zur Schau, die in ſeinen ungezwungenen Reden und Bewegungen lag. Nach kurzem Aufenthalt in Petersburg war Dantés als charmant garçon ſehr geſucht in den höhe⸗ ren Kreiſen, gefiel bei Hofe, wurde von dem Kaiſer Nikolaus als Officier in das genannte Garderegiment eingereiht und erhielt ſogar eine anſehnliche jährliche Unterſtützung an gu⸗ tem ruſſiſchen Gelde, da es ihm ganz an eigenem Vermögen fehlte.— Wollen wir unparteiiſch ſein, ſo müſſen wir noch hinzufügen, daß Dantés wegen mancher anerkennungswerthen Eigenſchaften den vortheilhaften Ruf verdiente, deſſen er ſich in Petersburg zu erfreuen hatte; er würde ihn noch mehr verdient haben ohne die geckenhafte Prahlerei mit ſeinen Er⸗ folgen bei dem ſchönen Geſchlecht. Ein minder günſtiges Urtheil iſt über eine andere Per⸗ ſönlichkeit zu fällen, die eine Rolle in dem Puſchkin'ſchen
Lebens⸗Drama ſpielt, den damaligen niederländiſchen Ge⸗
ſandten am kaiſerlichen Hofe, Baron Heckern.
Wer in den dreißiger Jahren in Petersburg geweſen, erinnert ſich noch eines ziemlich langen, hageren Mannes mit eisgrauem Kopf, deſſen Geſicht bei officiellen Gelegenheiten ein Gemiſch von diplomatiſcher Würde und holländiſcher Ruhe auszudrücken die mühevolle Aufgabe hatte, aber nicht im Stande war, den Stempel der bis in das Alter fortgetriebe⸗ nen Ausſchweifungen unſichtbar zu machen.
Dieſer Baron Heckern gewann den jungen Dantés ſo lieb, daß er, ſelbſt kinderlos, ihn adoptirte und ihm alle An⸗ rechte auf ſein Vermögen übertrug gegen die einzige Ver⸗ pflichtung, ſeinen Namen anzunehmen.
Der Holländer und ſein Adoptivſohn führten von nun an vereint das Leben der großen Welt und amüſirten ſich nach Kräften. Sie beſuchten in den Jahren 1835 und 1836 häufig das Puſchkin'ſche Haus und die Familien Karamſin und Wjaſemſky, mit denen der Poet und ſeine Frau in ver⸗ wandtſchaftlicher Beziehung ſtanden. Die faſt täglichen Begegnungen mußten jedoch naturgemäß in den Kreiſen der großen Welt eine Folge haben, die auch wirklich ſehr bald eintrat: Frau von Puſchkin und der Baron Dantés⸗Heckern waren beide jung und liebenswürdig, es mußte alſo ein ſtraf⸗ bares Verhältniß im Entſtehen ſein— wohlverſtanden nach der Ueberzeugung dieſer großen Welt; denn die Frau des Po⸗ eten hat in Wirklichkeit ſich nie eines Fehltritts ſchuldig ge⸗ macht. Der Schein genügte: die ganze Stadt verdächtigte den Umgang der Beiden, und in der hämiſchſten Weiſe wurde Puſchkin ſelbſt davon durch franzöſiſche anonyme Briefe be⸗ nachrichtigt, als deren Verfaſſer ſich ſpäter der durch ſeine Oppoſitionsſchriften gegen Rußland bekannte Fürſt Peter Dolgorukow erwieſen haben ſoll.
Puſchkin verbot dem angeblichen Verführer ſein Haus. Voll inniger Liebe für ſeine Frau und ohne einen Schatten entehrenden Verdachtes gegen ſie, glaubte er damit genug gethan zu haben, um ſeine Ruhe wieder zu finden. Aber die
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ſogenannten freundſchaftlichen Zuflüſterungen und die ano⸗ nymen Zuſchriften dauerten fort, bis endlich der Poet die Geduld verlor und den Urheber der unſeligen Geſchichte for⸗ dern ließ. Dantés nahm die Herausforderung an, bat je⸗ doch um einen Aufſchub von vierzehn Tagen.
Unterdeſſen wurde das Bevorſtehen des Zweikampfes allgemein bekannt, und Puſchkin's Freunde ſowohl als auch der alte Heckern ſuchten die Sache beizulegen. Letzterer trat plötzlich mit einer Erklärung auf über den eigentlichen Zweck der fortwährenden Bemühungen ſeines Adoptivſohnes, mit Frau von Puſchkin zuſammenzutreffen. Nur eine edle Abſicht, hieß es, habe ihn dabei geleitet: Dantés wollte der Schweſter der vermeintlich Angebeteten, Fräulein Katharina Gontſcharow, Herz und Hand anbieten!
Und wirklich hielt der junge Franzoſe um Puſchkin's Schwägerin an. Im Winter 1836 wurde die Hochzeit gefeiert!
Das auf dieſe Weiſe entſtandene verwandtſchaftliche Ver⸗ hältniß änderte jedoch nichts in Puſchkin's Geſinnungen gegen Dantés. Alle Bemühungen, eine Verſöhnung herbeizufüh⸗ ren, blieben fruchtlos. Dantés durfte nach wie vor Puſch⸗ kin's Haus nicht betreten, und auch der Hochzeitsbeſuch des jungen Ehepaares wurde nicht angenommen. Die einzige wohlthätige Wirkung war die Zurücknahme der Herausforde⸗ rung zum Zweikampf.
Daß Puſchkin bei den unvermeidlichen Begegnungen in der Geſellſchaft auch den alten Baron Heckern mit verächt⸗ licher Kälte behandelte, lag in der Natur der Sache. Die⸗ ſer Diplomat hatte oft mit der Gebehrdung des tiefſten Mit⸗ gefühls zu Frau von Puſchkin von der unüberwindlichen Leidenſchaft ſeines Adoptivſohnes für ſie geſprochen, was dem Gatten wahrſcheinlich bekannt war. Eine ſolche Behandlung konnte Heckern nicht ertragen und er ſuchte ſich auf ſeine Weiſe zu rächen. Daß eine Verſöhnung zwiſchen Puſchkin und Dantés zur Unmöglichkeit geworden war, wußte er zur Genüge, aber die unaufhörlichen Bemühungen darum gaben ihm Gelegenheit, den Poeten fortwährend zu quälen und durch Erinnerung an das Stadtgerede zu kränken. Mit Hülfe der ihm Gleichgeſinnten und der ungeſchickten Freunde Puſchkin's wurden immer wieder Zuſammenkünfte mit dem Gegner veranſtaltet, und immer wieder benutzte derſelbe die Gelegenheit zu Friedensvorſchlägen. Puſchkin's Gereiztheit ſtieg mit jedem Tage.
In dieſer Stimmung erhielt er von Dantés einen Brief, den er unbeantwortet ließ. Darauf kam ein zweiter, den er unentſiegelt in die Taſche ſteckte, um ihn durch Vermittelung einer Verwandten, der Hofdame Sagriaſhsky, dem Schreiber zurückſtellen zu laſſen.
Der Zufall aber wollte, daß er bei dieſer Verwandten den alten Herrn von Heckern antraf. Ohne ſich zu bedenken, trat er auf den Diplomaten zu und bat ihn, das Schreiben Dantés zu übergeben, von dem er weder Briefe zu leſen, noch überhaupt etwas zu hören geneigt ſei.
Zu welchem Selbſtvergeſſen eine wochenlang geſteigerte Aufregung der Nerven hinreißen kann, beweiſt der kurze Auftritt, der hierauf folgte. Baron Heckern weigerte ſich, die Zurückgabe des Briefes zu übernehmen, und Puſchkin warf ihm denſelben in's Geſicht mit den Worten:„Tu recevras la lettre, gredin!“
Es ſcheint, daß der Diplomat aus der erlittenen Belei⸗ digung kein Geheimniß gemacht hat. Ganz Petersburg ge⸗ rieth in Bewegung, und es bildeten ſich zwei Parteien— die eine für Puſchkin, die andere für Dantés und Heckern.


